Fahrverbot und Geldstrafe für 22-Jährige

Teure Fahrerflucht

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Im Gerichtssaal hat sich die 22-jährige Landsbergerin bei dem Geschädigten entschuldigt.

Landsberg – Fahrlässige Körperverletzung und Fahrerflucht: Eine 22-jährige Landsbergerin war August letzten Jahres aus einer Tankstelle gefahren und hat dabei einem Fahrradfahrer die Vorfahrt genommen. Dieser stürzte und zog sich einen Bruch und eine Rippenprellung zu. Am Dienstag vergangene Woche verurteilte Richter Michael Eberle sie zu fünf Monaten Fahrverbot und einer Geldstrafe von 1.500 Euro.

Die 22-Jährige tankte im vergangenen August an einer Tankstelle an der Augsburger Straße in Landsberg und wollte diese anschließend verlassen. Dabei habe sie die typische „links-rechts-links“-Vorausschau geleistet und sei dann losgefahren, habe dann einen wütenden Mann an ihrem Wagen bemerkt und sei dann mit Vollgas davon gefahren. „Ich hatte Angst.“ Auf einem nahen Parkplatz hätte sie sich von dem Schock erholt und ist weiter gefahren.

Der Geschädigte, ein nigerianischer Flüchtling, kann seither seinen rechten Daumen nicht mehr bewegen. „Sie hat nicht in meine Richtung geschaut“, übersetzt die Dometscherin für ihn, „ich habe ‚Hey‘ gerufen.“ Durch ihre Unachtsamkeit beim Ausfahren hatte er stark abbremsen müssen und ist über den Lenker auf den Kopf gefallen, erklärt er, dabei habe er sich die Rippen geprellt und den Daumen gebrochen. „Sie hat mich gesehen und ist weg“, ließ der Nigerianer noch über die Dometscherin bestätigen.

Dem können zwei anwesende Zeugen, ein Ehepaar aus Geltendorf, nur zustimmen. Sie haben hinter der Angeklagten an der Tankstelle gestanden und waren dann an der Zapfsäule nachgerückt. Sowohl die im Auto wartende Frau als auch ihr Mann an der Zapfsäule hatten beide das angesprochene ‚Hey‘ gehört. Auch stimmen die Zeugen zu, dass sie mit Vollgas davon gefahren sei. Die Angeklagte gab dagegen an, das Rufen des Geschädigten durch laute Musik im Wageninneren nicht gehört zu haben. In ihrem Schlusswort erklärt die Angeklagte, sie sei zum ersten Mal seit langem mit einem Benziner gefahren und habe sich beim Gas geben verschätzt.

Auf Grund der vorliegenden Aussagen forderte Staatsanwältin Katrin Wegele unter anderem den Einzug der Fahrerlaubnis mit Fahrverbot über sechs Monate, und eine Geldstrafe über 1.800 Euro. Verteidiger Winfried Folda hält dagegen, dass die Fahrerlaubnis der Angeklagten bereits seit zwei Monaten eingezogen sei und dies reichen sollte. Sie wisse, dass sie sich falsch verhalten habe, erklärte er und setzt die Geldstrafe auf 1.500 Euro an.

Dass diese Tankstellenausfahrt als unübersichtlich einzustufen sei, konnte Richter Eberle noch gelten lassen, die – unbegründete – Angst sei allerdings kein Grund, in Panik zu flüchten. „Ich halte es mehr für eine Ausrede“, sagt er, die Aussagen der Zeugen und des Geschädigten stimmen für ihn überein. Für sie spreche allerdings eine Entschuldigung, die sie vor Gericht an den Geschädigten gerichtet habe. Dieser beklagte noch, dass sie sich nicht gemeldet habe, allerdings hätte sie seinen Namen und die Adresse erst vor kurzer Zeit erfahren. Unter diesen Aspekten verurteilte Richter Eberle sie zu fünf Monaten Fahrverbot, wovon zwei Monate angerechnet werden, und einem Tagessatz zu je 30 Euro in 50 Tagen.

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