Fair Gehandeltes fürs Kinderheim

Christine Zeisel und Celia Cardoso-Niedermeier gehören zum Eine-Welt-Team, das seit zehn Jahren ein reichhaltiges Angebot im Laden in der Münchener Straße präsentiert. Foto: Osman

Seit zehn Jahren gibt es ihn in seiner jetzigen Form, den Eine-Welt-Laden in Windach. 2001 zog das Geschäft, das fair gehandelte Produkte aus Südamerika und Afrika verkauft, in sein heutiges Domizil in der Münchener Straße. Mit den Erlösen wird das Tagesheim für Straßenkinder im brasilianischen Lajedão unterstützt, dem sich auch der Eine-Welt-Förderkreis verschrieben hat. Das runde Jubiläum des Ladens wird am 10. April im Windacher Pfarrsaal gefeiert.

Die Anfänge des Eine-Welt-Ladens reichen wesentlich weiter zurück als zehn Jahre. Schon 1990 begannen ein paar Engagierte, nach den sonntäglichen Gottesdiensten eine kleine Auswahl an Fair-Trade-Produkten zu verkaufen. Ab 1993 durfte man sich in einer Ecke des Lagerraums der Ortsvereine einrichten. Hohe Erlöse waren auf diese Weise nicht zu erzielen, doch die mageren Gewinne wurden regelmäßig an die Kirche oder andere gute Zwecke gespendet. „Eigentlich haben wir aber ein festes Projekt gesucht, das wir unterstützen wollten“, erinnert sich Christine Zeisel. Das fand sich durch Zufall, als Nilva Viana Cardoso, die Gründerin des Tagesheims in Lajedão, ihre Tochter in Windach besuchte. Die Zusammenarbeit war schnell besiegelt, und seitdem trägt der Eine-Welt-Laden dazu bei, dass Jahr für Jahr rund 50 Kindern weg von der Straße ein besserer Start ins Leben ermöglicht wird. Im Jahr 2001 durfte das Geschäft den Laden in der Münchener Straße beziehen – einen Raum, den die Gemeinde unentgeltlich zur Verfügung stellt. „Wir verkaufen inzwischen auch Handarbeiten, die die Kinder im Tagesheim anfertigen“, erzählt Celia Cardoso-Niedermeier. Außerdem werden fair gehandelte Lebensmittel angeboten, die zum großen Teil aus biologischem Anbau stammen: Kaffee, Tee, Reis, Honig, Schokolade und Gebäck, Trockenfrüchte, Zucker, Kakao, Nüsse sowie ein kleines Sortiment an Weinen. Im Rahmen eines Bananen-Abonnements können die Kunden jede Woche frische Bio-Bananen aus Ecuador beziehen. „Das wird richtig gut angenommen“, freuen sich die Betreiberinnen. Daneben überrascht der Eine-Welt-Laden mit einer großen Auswahl an geschmackvollen Geschenkartikeln und schönem Kunsthandwerk. Ein Team von 16 Ehrenamtlichen teilt sich die Arbeitszeiten im Laden, der an fünf Vor- und drei Nachmittagen in der Woche jeweils zwei Stunden geöffnet hat. Die jüngste Helferin ist erst 13 Jahre alt, die ältesten sind über 70. „Wir sind derzeit auf der Suche nach weiteren Freiwilligen, weil wir uns gern etwas verjüngen würden“, erklärt Christine Zeisel. Am 10. April von 10 bis 16 Uhr wird das Jubiläum im Pfarrsaal in Windach gefeiert – bei Häppchen, Kaffee und Kuchen sowie Kostproben der Köstlichkeiten aus dem Laden. „Da können wir unser ganzes Sortiment eindrucksvoll ausbreiten“, lacht Ursula Nützel. Die 16 Quadratmeter Ladenfläche, auf die das Team sonst beschränkt ist, erfordern einiges an dekorativem Geschick. Während die erwachsenen Besucher der Jubiläumsfeier schwelgen und einkaufen, können Kinder Stofftaschen bemalen oder afrikanische Halsbänder fädeln.

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