Familienfreundlichkeit erwünscht

Mehr Treffpunkte draußen wünscht sich Landsbergs Jugend. Ein bessere Betreuung für ihre Kinder und niedrigere Preise für Krippenplätze sind Anliegen junger Familien. Sehr wohl fühlen sich indes Landsbergs Senioren. Das QMR-Marktforschungsinstitut aus Utting hat mit der Stadt beim Projekt „STADTleben – Landsberg gemeinsam gestalten“ nachgefragt, wie zufrieden die Bürger sind und wo sie Hand- lungsbedarf sehen. „Jetzt beginnt der spannende Teil“, sagt „Marktforscherin“ Ulrike Mangold bei einer ersten Präsentation der Ergebnisse am Donnerstagabend im Historischen Rathaus. Denn nun wird laut Oberbürgermeister Ingo Lehmann die Liste abgearbeitet und gewichtet.

„Das allgemeine Stimmungsbild ist gut“, gibt Mangold die Studienergebnisse wieder. Generell sei herausgekommen: „Es ist schon eine ganze Menge da, aber einiges sei noch ausbaufähig.“ Mehr als 550 Bürger wurden befragt – speziell die 16- bis 22-Jährigen als junge Erwachsene und die Familien mit Kindern. Zunächst ging es um die generelle Zufriedenheit. Dann wurde nachgehakt: „Wo sehen sie Verbesserungspotential?“ Auf einer Skala von eins bis zehn schätzten die auf der Straße Interviewten die Situation ein. Zufrieden sind die Jugendlichen vor allem mit dem gastronomischen Angebot in Landsberg. Mit mehr überdachten Treffpunkten draußen ginge es ihnen allerdings noch besser. Auch ein Grillplatz steht auf der Wunschliste. Ein großes Problem haben sie mit dem Kinoangebot. Dazu erklärte OB Lehmann: „Wenn das Kino das dringendste Problem ist, können wir beruhigt sein.“ Weniger zufrieden sind die Jungen mit dem Angebot des Jugendzentrums. Überraschend für Mangold, „dass der Straßenverkehr selbst für diese Landsberger schon von großer Bedeutung ist.“ Häufig sei die negative Verkehrssituation angesprochen worden. Verbessert werden müsse aber auch ein anderes – das zwischenmenschliche „Klima“: „Viele junge Erwachsene haben das Gefühl, schief angeschaut zu werden, wenn sie mit mehr als fünf Personen zusammenstehen“, erklärte Mangold. Dass es auch in Landsberg Probleme gibt, zeige das Thema „Betreuung von sozialen Brennpunkten“. Hier würden 60 Prozent mehr erwarten. Was die Jüngeren und auch die Älteren wollen, ist jeweils eine Informationsplattform im Internet, auf der sie ihre Inhalte wiederfinden. Wunsch beider ist zudem ein verbessertes Angebot im Busverkehr. Froh ist die zweite Gruppe über den guten Zugang zur Natur, der sich mit dem Wildpark vor der Haustür bietet. Sehr gelobt wurde die Sing- und Musikschule und des Kinderbüros. Handlungsbedarf sehen die Mütter und Väter in punkto Verkehrssicherheit und halten zum Beispiel mehr verkehrsberuhigte Bereiche und verstärkte Geschwindigkeitskontrollen für nötig. Besonders bemängelten sie die Betreuungssituation (zu wenig Krippenplätze), die ausbaufähige Mittags- und Nachmittagsbetreuung und die hohen Kosten für die Unter- bringung ihrer Kinder in der Krippe. Mangold unterstrich: Wenn Landsberg eine familienfreundliche Stadt sein wolle, müsse eine umfassende Betreuung gewährleistet sein. OB Lehmann betonte, dass die Krippengebühren bereits zum 1. September dieses Jahres gesenkt worden seien. Mit 60 Krippenplätzen bei 240 Kindern stehe Landsberg schon gut da. Die Vorgabe sei schließlich gewesen, bis 2013 rund 30 Prozent der Kinder Krippenplätze bieten zu können. Somit sei die Stadt auf einem guten Weg. Wichtig ist Lehmann auch die Ferienbetreuung. So sei geplant das bisherige Angebot zu erweitern und zum Beispiel in den Sommerferien zwei Wochen Betreuung anzubieten. Ob sich Eltern auch für die Oster- und Pfingstferien ein städtisches Angebot wünschen, soll per Brief bei den Eltern von Grundschülern erfragt werden. „Dafür haben wir einen eigenen Posten im Haushaltsentwurf einge- stellt“, versicherte der Oberbürgermeister, dass hier Mehrausgaben einkalkuliert worden seien. Viele aus der ältere Gruppe monierten auch, dass Entscheidungen von Stadt und Stadtrat nicht bei ihnen ankämen. Hier bestehe Handlungsbedarf, indem mehr Transparenz bei den Entscheidungsprozessen zu schaffen sei. Vorausgegangen waren der Straßenbefragung weitere Phasen der Meinungsforschung. Eine schriftliche Befragung 2007 stand am Anfang. Nach dieser wurde festgelegt, welche Bevölkerungsgruppen intensiver befragt werden sollten. Expertengruppen mit Vertretern städtischer und nicht-städtischer Einrichtungen und Gesprächsrunden mit Bürgern folgten. Hier wurden die Themen festgelegt, nach denen dann auf der Straße interviewt wurde. Allen Bürgern der Lechstadt werden die Ergebnisse am Dienstag, 17. November, um 19.30 Uhr, im Historischen Rathaus, präsentiert. Wie Sabine Jochner-Wallner von der Stadtverwaltung informiert, wird auch eine „STADTleben“-Broschüre, erscheinen.

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