Katalin Fischer: »Die Fischers, die Hamburgers und die Bánds«

Familiensaga mit Tiefgang

Katalin Fischer Dießen
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Von Budapest nach Berlin: Die Dießenerin Katalin Fischer hat ihre Familiensaga vollendet.
  • Dieter Roettig
    vonDieter Roettig
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Dießen – Sie zählt zweifellos zu den kreativsten und vielseitigsten Köpfen in der Fünfseen-Kulturlandschaft: Katalin Fischer aus Dießen-Dettenschwang. Ob als Regisseurin und Autorin ihrer Theatertruppe Virtuelle Companie, als Schauspiel-Dozentin in München, Paris, Budapest oder Tel Aviv, als Journalistin für Stern, Welt, Geo oder Deutschlandradio und sogar als Flamenco-Tanztrainerin – die Frau sprüht vor Energie und Ideen.

Selbst in der Corona-Zwangspause war sie nicht untätig und nützte die Zeit, endlich ihre Familien-Saga zu vollenden. Stolz präsentiert sie jetzt das 390-Seiten-Buch „Die Fischers, die Hamburgers und die Bánds“, erschienen im Allgäuer Bauer-Verlag. Lesungen einzelner Kapitel im Freundeskreis, bei Festen und in Buchhandlungen hatten sie ermutigt, das Werk endlich zu vollenden.

„Alles Erstaunliche, Skurrile und Komische an dieser Geschichte ist wahr“, versichert Katalin Fischer. Nur die „Garnierungen“ der drei Handlungsstränge habe sie erfunden. Es geht um das aufregende Leben ihrer Urgroßeltern und deren Nachkommen mütterlicher- und zweimal väterlicherseits in der politisch und gesellschaftlich spannenden Epoche ab 1897. Ein Stück Zeitgeschichte von der glanzvollen k.u.k.-Monarchie Österreich-Ungarns bis hinein ins brodelnde Berlin der 20er Jahre.

Dabei greifen tragische, komische, teilweise absurde Ereignisse ineinander: Ein Budapester Brotfabrikant heiratet seine hübsche Dienstmagd und im südungarischen Dorf Zenta muss ein Hausierer tatenlos zusehen, wie sein Haus abbrennt. Es ist Sabbat und da ist selbst eine Tätigkeit wie Löschen verboten.

Im fernen Berlin tanzen die Kinder eines Bankiers in das wilde zwanzigste Jahrhundert. Ein Dandy serviert Champagner im Kindersarg und eine Hühner-fütternde Frau wird Leiterin eines Krankenhauses. Eine Turmspringerin weint und im „Demokratischen Club Budapest“ geht eine Bombe hoch. Schließlich verspielt ein Lebemann die künftige Religion seines Ungeborenen beim Pokern an einen evangelischen Pfaffen. Unterschiedlichste Lebenswelten fließen in der Familiensaga zusammen wie auch jüdische Schicksale aller Art von tief religiös bis so gar nicht jüdisch.

Es ist ein auf wahren Begebenheiten basierender Roman mit starken Kontrasten: Liebe und Krieg, Feuer und Brot, Kinderspielzeug, Klavier und Humor. Viel Leben einer ungewöhnlichen Familie mit allem, was dazugehört, bewegend und mitreißend aufgeschrieben von Katalin Fischer.

Bei ihren Recherchen fand die Autorin noch so viel Material, dass sie bereits an einer Fortsetzung ab dem Jahr 1924 arbeitet. Darin wird auch ihr eigenes Leben nicht zu kurz kommen. Die künstlerischen Talente von Fischer kommen schließlich nicht von ungefähr bei diesen drei Familien aus unterschiedlichen Welten, die aber doch miteinander verbunden sind.

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