Fang für die Rekordbücher

Schon zwei Wochen zuvor hatte der Fischer einen Riesen-Waller gefangen. Fotos: Bentele

Fischermeister Simon Rauch aus Dießen hat es die Sprache verschlagen: Nachdem ihm vor zwei Wochen einer der größten Waller (Silurus glanis oder Wels) ins Netz ging, der je im Ammersee aufgetaucht ist, schaute er am Dienstag voriger Woche erneut in die kleinen Augen eines riesigen Wallers, als er sein Trappnetz im südlichen Ammersee kontrollierte. Das erstaunliche Messergebnis: 88 Pfund schwer und zwischen 180 und 185 Zentimeter lang. Möglicherweise war es die Gefährtin des Wallers, den Rauch jüngst in der Reuse hatte, und der mit 66 Pfund 177 Zentimetern schon ein Monsterfisch war.

„Dieses Mal war ich überrumpelt, überrascht – konnte es einfach nicht glauben“, sagt der Fischermeister. Er spricht von „einer Sensation“, denn zweimal hintereinander ein solches Fischerglück, das sei schier unmöglich. „Es war ein mächtiger Kampf, den Sieg habe ich hart erarbeitet“, sagt er. Der massige Fisch habe wild um sich geschlagen und sich lange gewehrt. Wie lange könne er gar nicht mehr sagen. Als er den Fisch endlich gebändigt hatte, sei er, Rauch, ganz schön erschöpft gewesen. Wieder taucht die Frage auf, wie der räuberische Flussfisch, der mit seinem riesigen Maul auch Säugetiere verschlingt, in den Ammersee kommt. Rauch, der in die Fischerei hineingeboren wurde, erinnert sich, wie seine Großmutter erzählte, dass der Waller selten alleine sei. Waller leben gerne in Zweiergemeinschaften. Was er jetzt in der Flügelreuse hatte, dürfte wohl die Gefährtin seines Fanges vom Mai sein. Wohl habe sie ihn gesucht und sei in die gleiche Reuse geschwommen. Der Geisterfisch, wie er auch genannt wird wegen seines urweltlichen Aussehens, das weit entfernt ist von dem Gebaren eines geschmeidigen Fischleins, ist nachtaktiv. Man bekommt ihn nicht zu sehen, denn – so beschreibt es auch Unterwasserfotograf und Autor Herbert Frei, „man hat wenig Kenntnis über dieses unheimliche Lebewesen, denn wo der Waller wohnt, können ihm die Menschen nicht folgen.“ Es gibt Theorien dass der Waller über die Ammer in den See kommt, oder als ganz junger und kleiner Fisch über Wasserwege vom Pilsensee herüber. Sicher ist, dass immer wieder in den Seen des FünfSeenLandes Flussfische, vor allem auch Waller, auftauchen. Rauch, der aus TV und Rundfunk bekannt ist, als Theaterspieler und Moosdapper-Präsident (ein Traditionsverein in der Fischerei von Dießen) und vor allem aber als Urgestein am Ammersee, wurde mit dem Fisch schon einmal verglichen: „Der Simon, der grundelt im See wie ein Waller“, leitete Regisseurin Dr. Gertraud Dinzinger einmal einen Film über Dießen ein. Jetzt ist es soweit, dass der Name Simon Rauch für alle Zeiten untrennbar mit dem Waller verbunden ist. Übrigens ging Rauch vor drei Jahren schon einmal ein Waller ins Netz, der damals mit 56 Pfund schon eine Sensation war. Der ziert als Trophäe den Seehof in Herrsching, hingegen Waller Nummer eins im Seehaus von Riederau verspeist wurde und Waller Nummer zwei jetzt den gleichen Weg geht. Seehaus-Wirt Hubert Houillot hat schon erste Anfragen nach Fischessen.

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