Ein Monster übertrifft alle

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Die Trommler der Gruppe „Samba Loco“ eröffneten den Iglinger Faschingsumzug. Insgesamt waren 20 Gruppen mit hunderten von Teilnehmern unterwegs.

Igling – Ein zugeparkter Ort, ein Bürgermeister mit Rollator, ein Dixi-Klo auf Rädern und tausende von Narren auf den Straßen. So könnte die vorläufige Bilanz des Iglinger Straßenfaschings umschrieben werden. Nur in Köln soll der Karnevalsumzug noch größer sein. Das stört die Iglinger aber überhaupt nicht. Ihr Faschingsumzug zählt zu den Geheimfavoriten im Landkreis, gerade weil er nicht jedes Jahre veranstaltet wird.

Glücklich und zufrieden sind die Organisatoren um Wolfgang Glier vor allem darüber, dass das Wetter entgegen den Prognosen gehalten hat. Der Regen kam erst Stunden später. Auf dem Hochsitz mitten im Kreisverkehr hatten sich die Organisatoren und die Jury für die Bewertung des Umzuges eingenistet. Unter ihnen auch Hurlachs Bürgermeister Wilhelm Böhm. Sein Amtskollege Günter Först aus Igling war als Hausherr ja mit dem Rollator und der Theatergruppe im Umzug unterwegs und fiel somit als Juror komplett aus.

Tausende Narren auf Iglings Straßen

Weitere Juroren waren Wolfgang Glier als Vorsitzender der Schlossschützengesellschaft Igling und gleichzeitig ausführendes Vorstandsmitglied im Auftrag aller Vereine für den Fasching, sowie Iglings Altbürgermeister Clemens Weihmayer und Pfarrer Johannes Huber. Im Floriansstüberl im Feuerwehrhaus fiel dann nach einer Stunde die Entscheidung. Bewertet wurden sowohl bei den Wagen als auch bei den Fußgruppen die Idee, die Umsetzung, Kostüme und der Showfaktor. Bei den Wagen kam das „Monster von Loch Lech“ auf den ersten Platz. Der Wagen der Jugendinitiative Scheuring hatte schon beim Gaudiwurm in Landsberg Aufsehen erregt.

Auf die weiteren Plätze schoben sich die Altpapiersammler der Dorfgemeinschaft Igling und der Wagen mit dem Motto „Neubau Mittagsbetreuung“, initiiert von den Schlossschützen und dem Radlerverein. Ebenfalls noch auf einem dritten Platz landeten die Wagen und die Fußgruppe der Iglinger Löwen. Sie hatten Asyl zum Thema gemacht. Wohnwagen mit Fotos einer offenherzig dekolletierten Kanzlerin waren ein absoluter Blickfang.

Platz eins bei den Fußgruppen belegten die „Opfer“ der Verbindungsstraße Igling-Holzhausen. Im Vorfeld waren bereits per Aushang die Opfer gesucht, die zeigen sollen, wie gefährlich die Straße nach Igling ist. „Benötigt werden Personen mit Verletzungen aller Art“. Das Ergebnis war beeindruckend. Der Freizeitverein Holzhausen hatte sich wirklich alle Mühe gegeben, das Thema mit Rollstühlen und humpelnden Menschen gut rüber zu bringen. Doch auch die nachfolgenden Gruppen brachten ihre Zuschauer zum Schmunzeln, darunter Bürgermeister Günter Försts Theaterverein, die fleißigen Handwerker des Elternvereins und die Minions der KF JB Igling.

Eigentlich war es fast ein wenig ungerecht, denn alle 20 teilnehmenden Gruppen hätten es verdient, ausgezeichnet zu werden. Da gab es die Trommler der Gruppe Samba Loco, die in den roten Kostümen den Umzug eröffneten, die „tanzenden Lebkuchenherzen“ des Feuerwehrvereins Igling oder die Fußballer des SV Igling, die den FIFA-Skandal auf dem Kieker hatten. Auch die Rasenmäher für die gemeindlichen Ausgleichsflächen sorgten für Heiterkeit. Aber auch die unpolitischen Themen wie die Schubkarrenfahrer der Singoldtaler oder die 90er Disco des Burschenvereins Obermeitingen waren super.

Das Special Party Team Manhard/Ried zog in mexikanischer Verkleidungen durch den Ort. Der MK Holzhausen hatte sich mit dem Reinheitsgebot beschäftigt, der Männerchor 2030 und die Sonnenkinder gaben ebenfalls ihr Bestes. Die Musikkapellen aus Obermeitingen, Holzhausen und Lamerdingen sorgten für die musikalische Unterhaltung. Nach dem Umzug wurde im Feuerwehrhaus und dem angebauten Zelt kräftig gefeiert.

Siegfried Spörer

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