"So noch nie da gewesen"

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Mit vollem Einsatz bastelt der Faschingsverein Hiltonia aus Hiltenfingen an seinem Wagen, der auch unter dem Motto „Rock around the Clock“ beim Landsberger Gaudiwurm durch die Altstadt rollt.

Landsberg - Rund zwölf Wagen und über 25 Gruppen ziehen beim Faschingsumzug am Lumpigen Donnerstag durch die Innenstadt. Nachdem noch im November das Aus des Umzugs drohte, hat sich ein Organisationsteam zusammengetan und in kürzester Zeit den „Landsberger Gaudiwurm“ für den 27. Februar auf die Beine gestellt.

„Mit dabei sind jetzt richtige Traumwagen aus der ganzen Region“, erklärt Niki Amberger, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft aus Gastronomen, Vertretern der Fachoberschule Landsberg und der Stadt. „Diese Gruppen haben teilweise schon an ihren Wagen gearbeitet, da wussten wir noch gar nicht ob der Umzug stattfindet.“ Etwa sind Faschingsvereine aus Schwabmünchen und Hiltenfingen mit von der Partie, wie auch zahlreiche Gruppen aus Landsberg und der direkten Umgebung wie Igling, Scheuring oder Reichling. 

Auf freiwilliger Basis 

Bislang waren die Schulen für den Umzug durch die Altstadt verantwortlich, doch die Elternbeiräte und Schulleiter entschieden sich im Oktober geschlossen gegen eine weitere Teilnahme. Einzig die Fachoberschule und Berufsoberschule (FOS/BOS) nehmen heuer auf freiwilliger Basis teil. Lehrer Franz-Josef Graf und Schülersprecher Andreas Oehlenschläger, beide auch Teil der Arbeitsgemeinschaft, haben dennoch fast 400 zusammenbekommen. „Und die sind begeistert dabei“, sagt Oehlenschläger. 

Die FOS/BOS-Gruppen werden auch den Umzug anführen, anschließend folgen im Wechsel Fußgruppen und Wagen: „Dann ist es bunt durchgemischt, denn die Wagen machen ordentlich Musik“, sagt Amberger. Den Schluss des Zuges bildet der „Zasterlaster“ der VR-Bank Landsberg-Ammersee – natürlich auch bunt dekoriert. „Der Umzug ist so noch nie da gewesen“, sagt Oehlenschläger. Die Vereine und teilnehmenden Gruppen zeigten eine ganz andere Qualität als bisher die Schulklassen: „Die haben einfach viel mehr – vor allem technische Möglichkeiten“, glaubt Niki Amberger. 

Wie gehabt startet der Wurm am Papierfleck beim Landratsamt, zieht dann über den Hauptplatz durch die Herzog-Ernst-Straße über Hinter- und Vorderanger und schließlich wieder über den Hauptplatz zurück zum Ausgangspunkt. 

Stadt unterstützt 

Die Gesamtorganisation in diesem Jahr übernahm die Arbeitsgemeinschaft, die sich spontan im November zusammengefunden hatte. Gemeinsam hat man Gruppen aus der Region ins Boot geholt, Werbung gemacht und Sponsoren gesucht. Unterstützt wurde die AG von der Stadt, die sich etwa um die Versicherung des Zuges sowie die nötigen Genehmigungen gekümmert hat. Beginn der Veranstaltung am 27. Februar ist erst um 13.30 Uhr. „So können auch alle anderen Schüler teilnehmen“, erklärt Oehlenschläger. Auch erhoffe man sich so weniger „Alkoholleichen“ unter den Jugendlichen, meint Amberger. 

Geldpreise zu gewinnen 

Um die Finanzierung hat sich auch größtenteils die AG gekümmert und Sponsoren gesucht. „Von der Bank über die Zahnarztpraxis bis zu den Gastronomen – wir haben viele großzügige Spenden erhalten und können so die Siegergruppen prämieren“, sagt Amberger. Jeweils die ersten drei Gruppen erhalten Geldpreise, die fünfköpfige Jury, der auch Oehlenschläger und Amberger angehören, unterscheiden zwischen Schüler- und Fußgruppen sowie Wagen. Die Siegerehrung soll gleich im Anschluss an den Umzug stattfinden – wie genau sie ablaufen soll wird aber noch geklärt. 

In vier Sitzungen seit November und zahlreichen ehrenamtlichen Stunden hat die Arbeitsgemeinschaft „Lumpiger Donnerstag“ den diesjährigen Umzug gerettet. Künftig soll sich ein Verein um die Organisation kümmern. „Wir werden im März noch einmal Bilanz ziehen“, sagt Andreas Oehlenschläger. „Dann soll aus der AG heraus auch ein Faschingsverein entstehen.“ Obwohl es ein enger Zeitplan war und viele den Erfolg der AG angezweifelt hatten, habe man „sich richtig reingehängt“, betont Niki Amberger. 

Alle Informationen gibt es auch auf der Internetseite www.lumpiger-donnerstag.de

Janina Reich

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