Närrisches Treiben in Landsberg:

Der Lumpige Donnerstag ohne Gaudiwurm?

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Tausende Zuschauer, tolle Kostüme und Wagen – ab es den Gaudiwurm 2018 am 8. Februar geben wird, steht im Moment noch in den Sternen.

Landsberg – Die Narren in Stadt und Landkreis Landsberg und darüber hinaus haben es gestern nicht fassen können: Gerade mal fünf Wochen vor dem Lumpigen Donnerstag am 8. Februar erfuhren sie, dass es in diesem Jahr möglicherweise keinen Gaudiwurm in der Lechstadt geben werde. Enttäuschte Gesichter zu Tausenden. Der Faschingsverein Landsberger-Gaudiwurm unter dem Vorsitz von Gastronom Niki Amberger ließ die großen und kleinen Narren wissen, dass man den Umzug in diesem Jahr nicht mehr organisieren werde. Schuld daran sei in erster Linie die Stadt.

Oberbürgermeister Mathias Neuner, selbst ein begeisterter „Maschkerer“, zeigte sich in einer ersten Reaktion betroffen und kämpferisch zugleich. Er will eine außerordentliche Mitgliederversammlung beantragen, die in der nächsten Woche stattfinden könnte. Hintergrund: Nach Darstellung Niki Ambergers habe der Faschingsverein bereits am 13. Dezember „einstimmig beschlossen“, den Gaudiwurm 2018 nicht zu organisieren. Neuner verwundert das. Die Stadt als ordentliches Vereinsmitglied habe an der Versammlung nicht teilgenommen, weil sie erst gar nicht eingeladen worden sei. Es ist aber noch kein Kehraus in der Lechstadt: So will Neuner jetzt alle Beteiligten an einen Tisch bringen, um letztlich die Durchführung des Gaudiwurms doch noch sicherstellen zu können.

Als einen der Gründe für den kurzfristigen Rückzug führt der Faschingsverein in einer Presse­erklärung ungenügende finanzielle Unterstützung seitens der Stadt an. So seien im vergangenen Jahr die zugesagten Mittel aus der Zeltgenehmigung am Schlüsselanger – es geht um 6.000 Euro – „trotz mehrfacher Aufforderung bis jetzt nicht weitergeleitet“ worden. Stadtpressesprecherin Petra Freund dazu: Gemäß Stadtratsbeschluss seien 6.000 Euro am 17. März 2017 überwiesen worden, weiterhin erhalte der Faschingsverein eine jährliche Zuwendung in Höhe von 3.500 Euro. Und letztlich seien auch die Bauhofleistungen als städtische Förderung anzu­sehen.

Nach Ansicht der Vereinsoberen macht es die Stadt durch eine Reihe neuer Vorgaben „immer schwerer bis unmöglich“, die Attraktivität für Besucher, Teilnehmer und Wagen aufrecht zu erhalten. So sei etwa der Umzugsverlauf für 2018 so gekürzt worden, dass er nach Aufstellung und Start in der Von- Kühlmann-Straße nur noch am Haupt­platz ein- und sofort am Hinteranger wieder ausgeleitet werde; bislang ging es im Vorderanger zurück zum Hauptplatz und Richtung Landrats­amt. „Dadurch gehen dem Gaudiwurm und den Besuchern der attraktivste Teil des Umzuges verloren.“

Die Stadt begründet das mit Problemen beim Begegnungsverkehr in der Altstadt; außerdem habe man auf Auflagen seitens der Polizei reagiert. Ein vom Ordnungsamt erstelltes Merkblatt für die Fahrer der Gaudiwurm-Wagen sollte am 15. Januar im Rahmen einer Infoveranstaltung an den Veranstalter verteilt werden. Sauer stößt Amberger&Co. übrigens auch auf, dass die Stadt die Gaudiwurm-Siegerehrung vom Hauptplatz auf den „vom Faschingstreiben vollkommen entkoppelten“ Papierfleck vor dem Landratsamt verlegt habe.

Offensichtlich hat die Stadt ihre närrischen Hausaufgaben längst gemacht: „Die Bescheide für die Genehmigung des Gaudiwurms 2018 sind bereits vorbereitet“, betont Pressesprecherin Freund, allein, es fehlten noch die Anträge des Veranstalters. Darauf wird man im Ordnungsamt nun vergebens warten, was nicht für das Partyzelt auf der Waitzinger Wiese gilt – der „Zirkus der Narren“, betrieben von Claus Moritz und Christian Greinwald, ist genehmigt. Für den zweiten Party­zelt-Standort Schlüsselanger liegt der Stadt kein Genehmigungsantrag vor – auch nicht von Niki Amberger.

Toni Schwaiger

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