Fast alles ist Tabuzone

Oberst Christian Leitges lud zur Besprechung. Foto: Luftwaffe

Die Energiewende kann sich im Landkreis noch nicht wie gewollt durchsetzen: Die militärischen Restriktionen bezüglich der Errich­tung von Windkrafträdern in der Lech-Ammersee-Region stehen derzeit noch dem geplanten gemeinsamen Teilflächennutzungplan entgegen. Das berichtet Landrat Walter Eichner (CSU) nach dem jüngsten Gespräch mit Vertretern der Wehrbereichsverwaltung Süd. Wegen militä­- rischer Vorgaben seien Windkrafträder in weiten Teilen des Landkreises grundsätzlich ausgeschlossen.

Die Stellungnahme der Wehrbereichsverwaltung Süd hatte das bereits erstellte Standortgutachten zur Steuerung der Windkraft im Landkreis weitgehend eingeschränkt. Hauptsächlich durch den Flugverkehr in Penzing, aber auch im benachbarten Lechfeld und Altenstadt hat die Bundeswehr fast den gesamten Landkreis zur Tabuzone erklärt. „Ich habe daraufhin die Wehrbereichsverwaltung Süd um einen Besprechungstermin gebeten, da die Stellungnahme nach Auffassung der Bürgermeister des Landkreises unvollständig war“, erklärt Walter Eichner. Zudem habe die Stellungnahme Ungereimtheiten aufgewiesen, insbesondere hinsichtlich der Bau­höhenbeschränkungen. Mehrstündiges Gespräch Auf Einladung von Oberst Christian Leitges, Kommodore des LTG 6, fand kürzlich eine Besprechung im Fliegerhorst Penzing statt. Dazu kamen dann laut Eichner Vertreter der Wehrbereichsverwaltung, des Planungsverbandes Äußerer Wirtschaftsraum München sowie Offiziere aus Lechfeld und Penzing und aus Köln zwei Experten für Fragen der Flugsicherung und Windkraftanlagen. „In einem mehrstündigen Gespräch wurden die militärischen Vorgaben intensiv erörtert“, berichtet Eichner. „Dabei wurde von militärischer Seite betont, dass die Bundeswehr der Windkraft grundsätzlich wohlwollend gegenüberstehe.“ Ziel der Besprechung sei es auch gewesen, zu ermitteln, wo die Errichtung von Windkraftanlagen aufgrund militärischer Vorgaben grundsätzlich ausgeschlossen und wo ein Flächennutzungsplan möglich ist. „Es wurde bestätigt, dass die Kontrollzone des Flugplatzes Penzing weiterhin harte Tabuzone bleibt.“ Zudem müsse die Kontrollzone Lechfeld im Norden des Landkreises berücksichtigt werden. Lediglich die An- und Abflugverfahren seien im Einzelfall zugunsten von Windrädern abänderbar aber „bezüglich der Radarführungsmindesthöhe gibt es aus Sicherheitsgründen kaum Spielräume“, erläutert der Landrat. Der Bereich unterhalb des zivilen Luftraumes sei grundsätzlich von baulichen Anlagen freizuhalten, um Flugzeuge in alle Richtungen leiten zu können. „Daraus errechnen sich dann die Bauhöhenbeschränkungen.“ Nur im Süden möglich Die bisherigen Baugrenzen würden zwar korrigiert, allerdings reichen sie dann noch immer nicht aus, um „einen wirtschaftlichen Betrieb von Windkraftanlagen im Bereich südlich der Kontrollzone Penzing zu ermöglichen“. Erst im südlichen Landkreisgebiet seien somit Windkraftanlagen mit Nabenhöhen von bis zu 140 Metern zugelassen. Die bisherige Stellungnahme werde nun noch einmal überarbeitet, geprüft und anschließend soll das weitere Vorhaben abgestimmt werden. Jedoch, erklärte Landrat Walter Eichner, sei dann noch immer davon auszugehen, „dass die militärischen Restriktionen derzeit dem Ziel eines gemeinsamen Teilflächennutzungsplanes für den gesamten Landkreis entgegenstehen.“

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