Ein Abschied mit Zauber

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Nach fast 50 Jahre im Landratsamt Landsberg verabschiedete Landrat Thomas Eichinger (links) den Leiter der Abteilung 1 Jürgen Felbinger in den Ruhestand.

Landsberg – Vier Landräte, acht Legislaturperioden des Kreistags sowie hunderte Kreistagsmitglieder und Bürgermeister hat er während seiner fast 50-jährigen Dienstzeit im Landsberger Landratsamt miterlebt. Nun verabschiedet er sich in den Ruhestand: Leitender Verwaltungsdirektor Jürgen Felbinger. Zum Abschied in der vergangenen Woche im Landratsamt zitierte Felbinger Hermann Hesse: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, so der langjährige Kreiskämmerer und mit diesem Zauber wolle er jetzt auch seinen Ruhestand angehen.

„Fragts halt den Felbinger“ – das sei oft die Lösung, wenn jemand im Haus ein Problem habe und nicht mehr weiter wisse, sagte Landrat Thomas Eichinger bei der Verabschiedung. Doch diese Zeiten sind ab dieser Woche vorbei. Nach fast 50 Jahren muss die Kreisverwaltung ohne einen ihrer Spitzenbeamten auskommen. Seit September 1969 war Jürgen Felbinger fast ununterbrochen beim Landratsamt Landsberg tätig. Bereits mit 16 Jahren – am 13. April 1967 – hatte sich Felbinger als Regierungsassistenten-Anwärter beim damaligen Landrat Bernhard Müller-Hahl vorgestellt. Danach machte dieser einen Aktenvermerk: „Der Junge macht einen ausgezeichneten Eindruck und zeigt sich sehr aufgeschlossen und interessiert.“

Das sollte sich in Felbingers Dienstzeit auch bewahrheiten: Bei Beurteilungen immer Spitzenwerte bis hin zur Maximalpunktzahl sowie Platzziffer 1 bei der Anstellungsprüfung für den gehobenen Dienst 1972 stehen in seiner dicken Personalakte. Jürgen Felbinger absolvierte mehrere Stationen im Landrats­amt: Bauamt, VOB-Stelle, persönlicher Referent des Landrates sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Er leitete das Kreisrechnungsprüfungsamt und wurde schließlich 1987 Kreiskämmerer. „In dieser Zeit dürften weit über zwei Milliarden Euro an Haushaltsmitteln durch seine verantwortungsbewussten Hände gegangen sein“, sagte Landrat Thomas Eichinger bei der Verabschiedung.

Besonders aber zu schätzen wisse er an dem Chef der Zentralen Angelegenheiten dessen hohe Belastbarkeit und diplomatisches Geschick, betonte Eichinger. Felbinger sei immer einer der wenigen gewesen, die er auch nach 18 Uhr in der Kreisbehörde noch erreichen und um Rat fragen konnte.

Felbinger selbst sei froh, dass er damals an das Landratsamt Landsberg gekommen sei. Denn so habe er auch seine Frau Karin kennengelernt, die damals auch in der Kreisbehörde arbeitete und mit der er seit 1977 verheiratet ist. Insgesamt habe er seine Tätigkeiten immer gerne gemacht. Dem Ruhestand habe er anfangs deshalb auch mit gemischten Gefühlen gegenübergestanden. Zunächst sei er noch so weit weg gewesen, dann habe er ihn verdrängt und jetzt schließlich freue er sich darauf. Er hoffe zudem, dass nun ein bisschen „frischer Wind“ in das Landratsamt einzieht.

Damit er seinen Ruhestand auch genießen kann, überreichten Landrat Thomas Eichinger und Kreisrat Dr. Albert Thurner stellvertretend für das gesamte Gremium einen Gutschein für Jagdbedarf an den scheidenden Beamten. Aber neben seinen Hobbys der Jagd, Golfen und Reisen, wird sich Felbinger wohl vor allem auch seiner Familie – seiner Frau, seinen Zwillingstöchtern und seiner Enkelin – widmen, die oft auf ihn verzichten mussten. Denn seine Dienstzeit war auch ein Stück weit Lebensaufgabe, wie Eichinger betonte.

Astrid Neumann

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