Immer mehr Tafelkunden

Ein Fazit für das Jahr 2018 und ein kleiner Blick in die Zukunft

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Bei der Essensausgabe der Landsberger Tafel herrscht immer großer Andrang. Im vergangenen Jahr sind es sogar noch mehr geworden.

Landsberg – 20 Prozent aller Lebensmittel werden weggeworfen, weil sie nicht mehr den Ansprüchen der Konsumenten genügen. Um dem Einhalt zu gebieten und gleichzeitig Menschen, die nicht genug Geld für Lebensmittel haben, zu helfen, gibt es die Landsberger Tafel. Und die hatte 2018 deutlich mehr zu tun als noch im Vorjahr.

540 Menschen hat die Tafel im vergangenen Jahr im Durchschnitt pro Woche versorgt, berichtet die Vereinsvorsitzende Marlies Klocker. Auf das Jahr gerechnet sind das 21.200 Personen, die von dem Angebot des gemeinnützigen Vereins profitieren. Klocker erklärt, dass es damit einen Anstieg von rund 2.000 Personen im Vergleich zu 2017 gab. „Vorwiegend kommen Familien zu uns. Aber auch Rentner und Obdachlose.“ Den drastischen Anstieg der Nachfrage des Angebots sieht Klocker aber bei den vielen Flüchtlingen, die, solange sie noch keine Arbeit haben, zur Tafel kommen.

Auch im laufenden Jahr rechnet die Vereinsvorsitzende wieder mit so hohen Zahlen. „Ich wünsche den Flüchtlingen zwar, dass sie eine Arbeit finden. Ein deutlicher Rückgang der Zahlen ist aber trotzdem unwahrscheinlich.“

Das Angebot der Tafel ist für Menschen, die von der Grundsicherung leben müssen. Mit der sogenannten Sozialkarte erhalten sie bei der Tafel Lebensmittel. Und damit das auch alles reibungslos abläuft, ist die Hilfe von vielen Ehrenamtlichen gefragt. 60 Mitarbeiter sind es derzeit bei der Landsberger Tafel. Die meisten 65 bis 70 plus, wie Klocker erzählt. Da die Lebensmittelausgabe immer Montag- und Donnerstagvormittag stattfindet, sind es vorwiegend Rentner, die Zeit haben zu helfen. Auch wenn man mit den 60 Ehrenamtlichen gut zurechtkommt, freut sich Klocker über jeden, der etwas Zeit aufbringt. Egal ob zweimal die Woche oder einmal im Monat. Jede helfende Hand ist willkommen.

Derzeit befindet sich die Tafel in einem Haus des Roten Kreuzes in der Ehrenpreisstraße. Das sollte aber von Anfang an eine Übergangslösung sein. Verständlich, ist doch der aktuelle Standort abseits vom Schuss. Deshalb wurde der Mietvertrag auch zunächst auf zwei Jahre beschränkt (der KREISBOTE berichtete). Schon damals war angedacht, im Heilig-Geist-Spital

eine Bleibe zu finden. Allerdings ging man da noch von einem Umzugsdatum in 2018 aus. Doch mit der Sanierung des Gebäudes dauert‘s. Zu viele Fragen sind noch offen. Wie Stadtpressesprecher Andreas Létang auf Anfrage erklärt, sei über die Nutzung hinaus noch unter anderem zu klären, ob die Stiftung oder die Stadt baut und wie die Finanzierung geregelt werden soll. Wie der KREISBOTE berichtete, erklärte Stadtkämmerer Peter Jung beim Finanzausschuss zum Haushalt 2019 bereits im November: „Das Thema ist nicht ganz einfach.“ Für Umbau und Sanierung rechnete er vor, dass die Landsberger Tafel für die Raumnutzung schlappe 14.000 Euro im Jahr berappen müsse. Das Problem: Die Kosten für den Umbau und die Sanierung sind mit 7,3 Millionen sehr hoch. Selbst nach Abzug von staatlicher Förderung blieben laut Jung noch über fünf Millionen Euro über. Und die müssten dann eben durch die Mieten wieder reingeholt werden.

Eine Entscheidung oder zumindest eine Empfehlung, wie man weiter vorgehen will, gab es im Finanzausschuss im November nicht. Stattdessen muss sich jetzt der Stadtrat mit der Zukunft des Heilig-Geist-Spitals beschäftigen. Und damit indirekt auch mit der Zukunft der Landsberger Tafel. Marlies Klocker gibt aber Entwarnung: Die Tafel darf die Räumlichkeiten des Roten Kreuzes zumindest in diesem Jahr weiterhin nutzen. Wo es danach hingeht, bleibt abzuwarten.

Mehr Informationen zu dem Verein „Landsberger Tafel“ und die Kontaktdaten auch für eventuelle Helfer gibt es hier.

Stephanie Novy

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