Traktoren auf der B17?

Beschluss zur Korrektur des Beschlusses

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Wenngleich von der Gemeinde Denklingen im Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes anders dargestellt, so bleibt es dabei: Auf der B17 zwischen Landsberg und Schongau und speziell in Höhe des Lustberghofs sind landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge erlaubt

Denklingen/Epfach – Einen Beschluss, mit dem der fehlerhafte Beschluss zur Einstufung der B17 in Höhe der geplanten Tankstelle Lustberg korrigiert wird, hat der Denklinger Gemeinderat zu fassen, wenn er am heutigen Mittwochabend tagt. Das ist die Reaktion auf einen Bericht im KREISBOTEN. In der letzten Ausgabe hatten wir aufgezeigt, dass die schriftlich aufgenommene Einschätzung, wonach die B17 dort für den landwirtschaftlichen Verkehr ohnehin nicht zugelassen sei, schlichtweg falsch ist.

So kommt es in der aktuellen Sitzung zu einer Wiedervorlage, die so nicht erwartet worden war. Zwei Wochen nach der Abstimmung über die Stellungnahmen zur Änderung des Flächennutzungsplanes wegen der geplanten Tankstelle Lustberg befassen sich die Ratsmitglieder nun mit einem „Vorschlag zum Beschluss für die Korrektur des Beschlusses vom 3. Februar 2016“.

Da werden in zwei Abschnitten die entscheidenden Sätze neu gefasst. Nun soll es heißen: „Der landwirtschaftliche Verkehr kann sowohl auf der B17 als auch auf dem östlich der B17 verlaufenden Anwandweg abgewickelt werden.“ Und weiter steht im Vorschlag zur Korrektur: „Auf der Bundesstraße 17 zwischen Landsberg am Lech (= Landsberg Süd) und Schongau sind Schlepper mit Anhänger der Landwirtschaft zugelassen.“

Mitteltrennung?

Hinzugefügt wird noch ein weiterer Satz. „Auch für den Fall der unwahrscheinlichen Mitteltrennung wäre der Weiler Guttenstall über das nachgeordnete Verkehrsnetz ausreichend erschlossen.“ In der Vorlage für die Gemeinderäte ist dazu eine Darstellung der möglichen Wegebeziehungen angehängt.

Wie berichtet, hatte der Verkehrssachbearbeiter bei der Polizeiinspektion Landsberg, Franz Kreuzer, kürzlich klargestellt, dass es Landwirten sehr wohl erlaubt sei, mit Schleppern und Anhängern auf der B17 zwischen Landsberg und Schongau unterwegs zu sein. Erst ab der Abfahrt „Landsberg Süd“ bis zum großen Kreisel an der A96 westlich der Kreisstadt handle es sich um eine „Kraftfahrstraße“, die für Schlepper, Mokicks oder Fahrräder tabu sei, präzisierte Kreuzer auf Nachfrage des KREISBOTEN.

Einer der Betroffenen, die nicht nur die Anwandstraße entlang der B17 Richtung Norden, sondern auch die B17 selbst für Fahrten nutzten, ist Bauer Wilhelm Maier aus dem Weiler Guttenstall. Dem 44-jährigen Nebenerwerbslandwirt ist wichtig, dass man von Guttenstall aus weiterhin nicht nur nach rechts Richtung Landsberg, sondern auch nach links in Richtung Schongau abbiegen dürfe. Die Bewohner von drei der fünf Häuser des Weilers nutzen meist die direkte Zufahrt zur B17 in Höhe des Lustberghofs.

Auf das Anliegen Maiers, dass ein Linksabbiegen Richtung Schongau weiterhin möglich sein müsse, geht die Vorlage zur Korrektur des Beschlusses nur zum Teil ein. Aber es wird konkret darauf verweisen, dass für den Fall der „unwahrscheinlichen Mitteltrennung“ der Weiler Guttenstall über andere Wegebeziehungen (z.B. entlang einer einspurigen Straße Richtung Osten und Süden zur Auffahrt Epfach/Neuhof) erschlossen sei.

Erheblicher Umweg

Dazu sagt Wilhelm Maier freilich, dass dieser Umweg Richtung Schongau im Winter schlecht genutzt werden könne und starken Verwehungen ausgesetzt sei. Und die Alternative, von Guttenstall auf der B17 zuerst 1,4 Kilometer in Richtung Norden bis zur Ausfahrt Denklingen-Epfach zu fahren, die Unterführung zu nehmen und dann Richtung Süden einzubiegen, bedeute doch einen erheblichen Umweg.

Maier hat seine Bedenken zur Verkehrssituation beim Bau einer Tankstelle mehrfach gegenüber der Gemeinde deutlich gemacht. Zudem hat er gemeinsam mit Betreiber Harald Mack von der Tankstelle in Kinsau sowie mit der Firma Allguth (Verpächter der dortigen Aral-Tankstelle, der Shop gehört Allguth) seine Bedenken zu einer möglichen zweiten Tankstelle an der B17 in Höhe Lustberg anwaltlich geltend gemacht. Da es sich um ein „laufendes Verfahren“ handle, wolle sich Mack jetzt noch nicht zu dem Thema äußern.

Johannes Jais

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