Es fehlte der letzte Biss

Trotz guten Gelegenheiten von Muritz Salemovic (Mitte) und seinen Teamkollegen blieb es bei einer 1:5-Niederlage für den TSV Landsberg gegen den FV Illertissen. Fotos: Krivec

Mit einer solchen Klatsche hatte wohl niemand gerechnet: Mit 1:5 (0:1) kam der TSV Landsberg in der Landesliga-Partie gegen den FV Illertissen II unter die Räder und zeigte dabei teilweise haarsträubende Abwehrfehler. Zu allem Überfluss musste auch noch Spielertrainer Sven Kresin nach einer Roten Karte vom Platz und fällt damit für die nächsten Spiele aus.

Als Kresin in der 81. Minute den am Boden liegenden Mahle beleidigte, der ihn Sekunden zuvor hart gefoult hatte, stand es bereits 0:3 aus Sicht der Gastgeber. Mahle selbst musste zehn Minuten später mit Gelb-Rot vom Platz, und da hatte der TSV zwar den Ehrentreffer erzielt, von den Schwaben aber nochmal zwei Tore „eingeschenkt“ bekommen. „Ein Debakel“, wie auch Landsbergs Abteilungsleiter Sepp Hintermeier konstatierte, der eigentlich mit drei Punkten gerechnet hatte. „Ich bin sogar zur Halbzeit noch davon ausgegangen, dass wir das drehen können.“ Bis dahin führten die Gäste in der Tat recht glücklich. Nach nicht einmal zwei Minuten leistete man sich in der TSV-Abwehr den ersten Stellungs-fehler, Babutzka durfte in aller Seelenruhe flach zum 0:1 einschießen. Spielertrainer Sven Kresin reagierte schnell, bereits nach gut 20 Minuten musste Buschel für Krötz Platz machen, der gesamte Defensiv- und Mittelfeldblock wurde umgestellt. Zunächst schien das auch zu fruchten: Nichelmann, Salemovic und Fülla kamen noch vor der Pause zu guten Gelegenheiten, zeigten aber Schwächen im Abschluss oder scheiterten am gut aufgelegten Bufler im Gästetor. Salemovic war es auch, der nach der Pause noch einen 18-Meter-Schuss knapp am Tor vorbeizog, doch nach 64 Minuten setzte es den nächsten Schock: Völlig unbedrängt lieferte man nach einem hohen Ball einen weiteren Stellungsfehler im defensiven Mittelfeld ab, der dahinter verbliebene Verteidiger stolperte und legte zu allem Überfluss im Fallen den Ball noch für Illertissens Tupella vor, der dann auch noch das Glück hatte, dass sich sein Schuss von Heilands Händen als Bogenlampe zum 0:2 ins Tor senkte. „Die kriegen von uns zwei Tore aufgelegt, ohne dass sie wirklich was dafür machen mussten“, ärgerte sich Sepp Hintermeier. In der Tat hatte der FVI bei brütender Hitze eine eher ökonomische Spielweise an den Tag gelegt und nach vorne nicht sehr viel Aufwand betrieben. Das musste er auch nicht, denn die Laufarbeit erledigte der TSV und musste dann auch noch bitter dafür büßen. „Die Temperaturen dürfen keine Ausrede sein, aber wenn du dann auch noch so mit 0:2 in Rückstand gerätst, fehlt halt irgendwann der letzte Biss“, versuchte TSV-Abteilungsleiter Hintermeier die folgenden Auflösungserscheinungen bei den Landsbergern zu erklären. Die ergaben sich jetzt nämlich offensichtlich in ihr Schicksal gegen eine Gästemannschaft, die langsam auf den Geschmack kam. Beim 0:3 (79.) durfte unbedrängt geflankt und geschossen werden, Babutzka bedankte sich und traf aus 18 Metern rechts oben. Sechs Minuten später hatte Stojanovic gar unbehelligt an der Strafraumgrenze den Fuß auf dem Ball und steckte ihn schließlich aus dem Stand auf Amann durch, der dann alleine vor Heiland keine Mühe hatte: 0:4. Angesichts dieser Packung konnte sich auch niemand so recht über das 1:4 (88.) freuen, obwohl dem Treffer durch Spreitzer eine schöne Vorarbeit durch Salemovic und Nuscheler vorangegangen war, zumal es dann nochmal auf der anderen Seite einschlug. Bei einer Illertisser Hereingabe war Endres vor Heiland am Ball und sorgte für das 1:5. „Wir können nur froh sein, dass wir vorher schon zwölf Punkte gehabt haben“, fasste Sepp Hintermeier nach dem schwarzen Nachmittag zusammen, „denn die nächsten Aufgaben werden sicher nicht leichter.“ Für den TSV Landsberg geht es zunächst am Sonntag nach Pipinsried (17 Uhr), am Samstag, 1. September, erwartet man dann Mitfavorit Gundelfingen zuhause in der Lechstadt (15 Uhr). Chancenlos ist man auch in diesen Partien nicht, weiß der Abteilungsleiter: „Man kann überall bestehen, aber dazu müssen wir diese Fehler hinten endlich abstellen. Das war zuletzt eindeutig nicht landesliga-tauglich.“

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