Bessere Stromversorgung, breitere Wege

Feinschliff fürs Uttinger Camping-Juwel

Campingplatz Utting
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Den ADAC-Testern gefiel dieser nostalgische Stromverteiler (links) auf Uttings Campingplatz bestimmt nicht.
  • Dieter Roettig
    vonDieter Roettig
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Utting – Auch ein noch so schönes Juwel braucht mal einen neuen Schliff, wenn man einem Trend folgen muss. Und der geht in Sachen „Urlaub dahoam“ eindeutig zu Reisen mit Wohnmobil und Caravan. Der Uttinger Campingplatz direkt am Ammersee, laut Bürgermeister Florian Hoffmann „ein Juwel der Gemeinde“, wird deshalb für schätzungsweise eine Million Euro modernisiert. Den ersten Schritt dazu machte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Man beschloss, den Campingplatz samt näherer Umgebung im Freizeitgelände zu überplanen, wobei die Landschaftsarchitektin Prof. Bü Prechter der Gemeinde beratend zur Seite stehen wird. In einer sogenannten „Freihändigen Vergabe“ werden drei Planungsbüros eingeladen, nach von der Gemeinde festgelegten Eckpunkten in einem Workshop ihre Vorstellung eines zeitgemäßen Campingplatzes zu präsentieren.

Der ca. 2,8 Hektar große Campingplatz, seit 2018 vom Pächter-Ehepaar Bernd und Martina Pickl zur Zufriedenheit der Gemeinde geführt, verfügt über 250 Stellplätze zwischen 60 und 80 Quadratmetern, wovon viele an Dauercamper vermietet sind. Im Zuge der Sanierung- und Modernisierung muss unter anderem die Wasser- und Stromversorgung verbessert werden. Dabei werden auch gleich die Wege verbreitet und großzügiger geführt, damit die immer voluminöser werdenden Wohnmobile ohne viel Rangieren ihren zugewiesenen Platz finden.

Laut ADAC gibt es gerade bei den Wohnmobilen einen enormen Zuwachs. Allein im letzten Jahr gab es mit 78.055 Neuzulassungen ein Plus von 44,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Für die Gemeinde Utting bringt der Campingplatz rund eine halbe Million Euro an Einnahmen jährlich. Das sind 500.000 gute Gründe, den Platz zeitgemäß zu modernisieren. In der aktuellen ADAC-Bewertung bekommt der paradiesisch direkt am See gelegene Platz derzeit nur drei von fünf möglichen Sternen. Diese Gesamtklassifikation berechnet sich in den Leistungsbereichen Gelände, Sanitärausstattung, Versorgung, Freizeitangebote und Bademöglichkeiten.

Parken wird teurer

Bereits im letzten Jahr wurde der Campingplatz mit elf mobilen Homes in Form von hölzernen Campingfässern aufgewertet. An den Bootsliegeplätzen wurden sieben und gegenüber der Rezeption vier dieser momentan in ganz Europa gefragten Alternativen zu Wohnmobil, Caravan, Zelt oder Bungalow aufgestellt.

In der gleichen Gemeinderatssitzung wurde auch die Erhöhung der Parkgebühren auf dem Freizeitgelände mit 16:1 Stimmen beschlossen. Die Parkautomaten genannten Goldesel, eingeführt 2016, bescherten der Gemeinde im letzten Jahr immerhin fast 94.000 Euro an Einnahmen. Eine Tageskarte kostet jetzt sechs anstatt fünf Euro, ein Zweitagesticket zwölf anstatt zehn Euro. Das Parken bis zu einer halben Stunde ist gebührenfrei. Jede weitere angefangene halbe Stunde kostet 50 Cent.

Auf Antrag von Renate Standfest (GAL) will die Verwaltung prüfen, ob Elektrofahrzeuge bis zu zwei Stunden kostenfrei parken können – als Anzeiz für klimaschonende Mobilität. In Herrsching, Landsberg und München werde das bereits praktiziert. Die Parkautomaten müssen dazu nicht umprogrammiert werden. Es genügt ein Aufkleber „E-Fahrzeug bis zu 2 Std. gebührenfrei“ und eine Parkscheibe mit der Ankunftszeit.

Vielleicht sollten die Planer auch darüber nachdenken, auf dem Freizeitgelände öffentliche Ladesäulen für eAutos und eBikes aufzustellen. Laut den Uttinger Grünen gibt es am gesamten Ammersee-Westufer keine öffentliche Säulen für Pkw.

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