Zwischennutzung machbar?

Ferienprogramm in Dießens »Drei Rosen«

Drei Rosen in Dießen
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Im seit einem Jahr ungenutzten Erdgeschoss und Saal von „Drei Rosen“ soll kulturelles Leben einziehen, bis die Abrissbagger anrücken. Die Gemeinde will hier bezahlbaren Wohnraum für Dießener Bürger schaffen.
  • Dieter Roettig
    VonDieter Roettig
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Dießen – Die Initiatoren der „Freien Kunstanstalt“ scharren bezüglich der „Huber-Häuser“ ungeduldig mit den Hufen. Denn ob überhaupt und wann sie hier ein offenes Kulturform etablieren können, entscheidet der Gemeinderat. Und dem sind die Hände gebunden, solange die Gutachten über eventuelle Altlasten und deren Sanierung nicht vorliegen. Wie Geschäftsleiter Karl Heinz Springer in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats bekannt gab, hole man gerade bei drei zertifizierten Ingenieurbüros Angebote ein.

Bis hier ein Ergebnis vorliegt, haben die rührigen „Kunstanstaltler“ um Stefanie Sanktjohanser ein neues Objekt der Begierde ausgemacht: Den ehemaligen und leerstehenden Gasthof „Drei Rosen“ in der Schützenstraße. Die Marktgemeinde hat ihn vor gut drei Jahren für rund 1,5 Millionen Euro gekauft. Hier würde die Freie Kunstanstalt gerne im Erdgeschoss, Saal und Garten in Kooperation mit dem gemeindlichen Jugendtreff ein Ferienprogramm auf die Beine stellen und auch über die Ferien hinaus kulturell aktiv sein. Befürworter ist hier nicht nur Jugendreferent Frank Fastl (Freie Wähler). Unterstützung kommt auch von den drei Kulturreferenten Miriam Anton (Grüne), Michael Lutzeier (Die Partei) und Johann Rieß (Freie Wähler). Sie können sich eine Zwischennutzung von „Drei Rosen“ für Theater, Musik, Ausstellungen, Lesungen und mehr sehr gut vorstellen.

Denn nach einem Beschluss des Marktgemeinderats soll auf dem 1.700 Quadratmeter großen Areal bezahlbaren Wohnraum für Dießener Bürger geschaffen werden. Vorschläge dazu erhofft man sich von einem Architektenwettbewerb. Da bis zum Baubeginn noch einige Jahre ins Land ziehen werden, biete sich laut den Fürsprechern der ehemalige Gasthof samt Saal und Freiflächen optimal als Veranstaltungsort an.

Schon vorgefühlt

Bürgermeisterin Sandra Perzul war in Sachen „Drei Rosen“ bereits aktiv. Zusammen mit den Liegenschaftsreferenten Herbert Kirsch (Dießener Bürger) und Johann Rieß (Freie Wähler) hat sie beim Landratsamt Landsberg wegen einer Zwischennutzung vorgesprochen.

Bis zu maximal zehn Veranstaltungen könne die Gemeinde selbst genehmigen, hieß es. Für regelmäßige Veranstaltungen aber brauche es einen offiziellen Antrag auf Nutzungsänderung. Voraussetzung dafür sei eine Überprüfung des Brandschutzes und der Wasseranschlüsse. Hier müsse man eine Verkeimung mit Legionellen ausschließen, da die „Drei Rosen“ seit über einem Jahr leer stehen.

In diesen Tagen finde laut Bürgermeisterin Sandra Perzul diesbezüglich eine Begehung mit Fachleuten statt. Der Brandschutz könne aus Termingründen seitens der zuständigen Firma aber erst im September erfolgen. Ob das erhoffte Ferienprogramm von Jugendtreff und Kunstanstalt demnach noch kurzfristig realisiert werden dann, soll in diesen Tagen entschieden werden.

In der Gemeinderatssitzung ging es auch um die Gastronomieräumlichkeiten im Kulturforum „Blaues Haus“ in der Prinz-Ludwig-Straße. Nach den Tod der bisherigen Pächterin Christiane Graf sucht die Gemeinde einen neuen Betreiber. Zum bisherigen „HausCafé“ mit ca. 175 qm Fläche gehört auch eine ca. 100 qm große Außenbewirtung. Laut Geschäftsleiter Karl Heinz Springer habe man das Objekt öffentlich ausgeschrieben. Bewerbungsfrist sei der 31. August 2021.

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