280 Jahre Marienmünster

Dießens "Goldstück der Diözese" feiert Geburtstag

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Schauspielerisch brillant stellte Pfarrer Josef Kirchensteiner Probst Herkulan Karg dar, den Erbauer des Dießener Marienmünsters. Unser Foto vom Festakt anlässlich des 280-jährigen Jubiläums zeigt (von links) Bürgermeister Herbert Kirsch, Josef Kirchensteiner, Kirchenpflegerin Barbara Mann und Festredner Prof Dr. Ferdinand Kramer.
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Mit Festakt und Gottesdienst feierte die Pfarreiengemeinschaft Dießen das 280-jährige Jubiläum des barocken Marienmünsters. Gleichzeitig gedachte man mit Mozarts Krönungsmesse an Mariä Geburt.
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Mit Festakt und Gottesdienst feierte die Pfarreiengemeinschaft Dießen das 280-jährige Jubiläum des barocken Marienmünsters. Gleichzeitig gedachte man mit Mozarts Krönungsmesse an Mariä Geburt.
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Mit Festakt und Gottesdienst feierte die Pfarreiengemeinschaft Dießen das 280-jährige Jubiläum des barocken Marienmünsters. Gleichzeitig gedachte man mit Mozarts Krönungsmesse an Mariä Geburt.
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Mit Festakt und Gottesdienst feierte die Pfarreiengemeinschaft Dießen das 280-jährige Jubiläum des barocken Marienmünsters. Gleichzeitig gedachte man mit Mozarts Krönungsmesse an Mariä Geburt.
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Mit Festakt und Gottesdienst feierte die Pfarreiengemeinschaft Dießen das 280-jährige Jubiläum des barocken Marienmünsters. Gleichzeitig gedachte man mit Mozarts Krönungsmesse an Mariä Geburt.
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Mit Festakt und Gottesdienst feierte die Pfarreiengemeinschaft Dießen das 280-jährige Jubiläum des barocken Marienmünsters. Gleichzeitig gedachte man mit Mozarts Krönungsmesse an Mariä Geburt.
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Mit Festakt und Gottesdienst feierte die Pfarreiengemeinschaft Dießen das 280-jährige Jubiläum des barocken Marienmünsters. Gleichzeitig gedachte man mit Mozarts Krönungsmesse an Mariä Geburt.

Dießen – Am 7. September 1739 hielt Weihbischof Jakob von Mayer aus Augsburg den Eröffnungsgottesdienst für die gerade fertiggestellte Stiftskirche der Augustinder Chorherren, die majestätisch über dem Markt am Südwestufer des Ammersees thronte. Der Chorherr Augustin Fastl war so ergriffen, dass er von einem „Neuen Himmel für Dießen“ und einem „Thronsaal Gottes“ schwärmte. Komplimente, die heute noch für das inzwischen als Marienmünster geadelte Gotteshaus gelten.

Aufs Datum genau 280 Jahre später kamen jede Menge Lie­bes­erklärungen dazu. Anlässlich des Jubiläums fielen von den Fest­rednern höchste Belobigungen wie „Goldstück der Diözese“, „Kraftort für die Region“ oder „Wahrzeichen mit Strahlkraft“. Trotz des nicht runden Jubiläums hatte Pfarrer Josef Kirchensteiner mit Kirchenpflegerin Barbara Mann und Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Volker Bippus eine zweitägige Geburtstagsfeier auf die Beine gestellt.

Einen der vielen Gründe nannte er beim Festabend im Traidtcasten. Nach den vielen bundesweiten Nega­tivschlagzeilen über die Kirche wolle er zumindest die Pfarreiengemeinschaft Dießen und das Marienmünster in ein positives Licht rücken. Und da der barocke Prachtbau auf den Tage genau vor 280 Jahren eingeweiht wurde, bot sich eine öffentlichkeitswirksame Feier an.

Einer der Festredner war Dr. Ferdinand Kramer, Professor für Bayerische Landesgeschichte an der LMU München. Er hatte einst mit Pfarrer Kirchensteiner neun Jahre lang die Schulbank in St. Ottilien gedrückt und zusammen Abitur gemacht. Darum kam er gerne nach Dießen, „um wieder mal einen Blick ins Paradies zu werfen“. Er gab einen Streifzug durch den „barocken Bauboom“ zum Besten, bei dem sich einst weltliche und kirchliche Oberhäupter mit Schlössern, Residenzen und Kirchen übertrumpften. Das sah wohl auch Probst Herkulan Karg so, der von 1732 bis 1739 das jetzige Marienmünster erbaute. Er ging mit seinen kunst­sinnigen Vorstellungen sogar soweit, dass er den von seinem Vorgänger bereits errichteten Rohbau abreißen ließ und völlig neu konzipierte. Zusammen mit Baumeister Johann Michael Fischer war er vorher auf „Inspirationsreisen“ durch Europa gegangen.

Genau dieser Probst Herkulan Karg war plötzlich im Mittelpunkt des Abends. Scheinbar von den Toten auferstanden stand er in Gestalt von Pfarrer Kirchensteiner auf der Bühne und erzählte in einem szenischen Interview mit Kirchenpflegerin Barbara Mann von den „holprigen Reisen mit der Kutsche, die aufs Kreuz gingen“ und den teils schwierigen Bauarbeiten. Trotzdem sei ihm eines der bedeutendsten Raumkunstwerke des bayerischen Barock gelungen. Er habe die besten zeitgenössischen Baumeister und Künstler aus München, Augsburg, der Wessobrunner Schule und sogar aus Italien nach Dießen gelockt. Und stolz erwähnte er, dass während der Bauzeit Vollbeschäftigung in Dießen und Umgebung herrschte.

Voller Lob über das Marienmünster zeigte sich auch Bürgermeister Herbert Kirsch. Wenn an der Autobahn das Schild „Marienmünster“ auftauche, dann fühle er sich „dahoam“. Kirsch sei überzeugt, dass das Münster auch die nächsten 280 Jahre überdauert und dann vielleicht sogar weibliche Pfarrer das Sagen haben.

Beim sonntäglichen Gottesdienst zum Jubiläum und gleichzeitig zu Mariä Geburt war das Marienmünster voll besetzt. Die Messe hielten Pfarrer Josef Kirchensteiner und Diözesanadministrator Dr. Bertram Meier, der derzeit die vakante Bischofsstelle in der Diözese Augsburg ausfüllt. Ihnen zur Seite standen die Ruhestandsgeistlichen Hans Schneider und Hans Huber. Unter den Ehrengästen waren Staatskanzleichef und Staatsminister Florian Herrmann, Ex-Minister Thomas Goppel, Bundes­tagsabgeordneter Michael Kießling und aus dem Landtag Alex Dorow. Sie erlebten die Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart, grandios für Orchester, großen Chor und Solisten inszeniert von Stephan Ronkov.

Dieter Roettig

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