Feuchtfröhliche Stimmung

Vor allem die bunt geschmückten Wagen zogen die Blicke der Zuschauer auf sich. Fotos: Peters

Mit ordentlichem Getöse ist am Sonntagabend das Landsberger Ruethenfest zu Ende gegangen. Über eine halbe Stunde dauerte das Feuerwerk, mit dem die Veranstalter am Lechufer Bayerns größtes Kinderfest beschlossen. Zuvor hatten der große Festumzug und die historischen Tänze der Kinder tausende Besucher in die Lechstadt gelockt. Ein Thema be­- herrschte auch den letzten Tag des zehntägigen Fests: das durchwachsene Wetter.

Monatelang hatte der Ruethenfestverein das historische Spektakel vorbereitet, jede Einzelheit minutiös geplant. Nur das Wetter, das hatten die Organisatoren im Vorfeld nicht bestimmen können. Kein Problem möchte man meinen, schließlich findet das Ruethenfest nicht im April, sondern im Juli statt und der ist nun mal bekannt für seine hochsommerlichen Temperaturen. Doch davon war diesmal wenig zu spüren. Statt Sonne pur jagte eine Regenfront die nächste und brachte den Zeitplan gehörig durcheinander. Das erstmalig aufgeführte Ruethenfestspiel kam so am ersten Wochenende nicht über seine Premiere hinaus, die Aufführung der Carmina Burana Mitte der Woche musste vom stimmungsvollen Hauptplatz in die wenig Charme versprühende Turnhalle des Sportzentrums verlegt werden. Auch am vergangenen Wochenende richtete sich der Blick von Tobias Wohlfahrt des öfteren besorgt nach oben. Wieder musste der Vorsitzende des Ruethenfestvereins kurzfristig auf die Wetterkapriolen reagieren und das Programm anpassen. Der historische Umzug startete am Samstag mit Verspätung, die Tanzdarbietungen wurden auf den Abend verschoben, mussten jedoch wegen Regens abgebrochen werden. Am Sonntag schien sich das Bild erst zu wiederholen, doch pünktlich vor Beginn des Umzugs hörte es diesmal zu regnen auf und vereinzelt tauchte sogar die Sonne hinter den Wolken auf. Sowohl die Besucher, die zu tausenden die Altstadt säumten, um einen Blick auf das bunte Treiben zu erhaschen, als auch die Kinder, die in ihren aufwendigen Kostümen durch die Straßen zogen, freute der Wetterumschwung. Nur wenige Teilnehmer schienen dem Frieden nicht zu trauen und trugen durchsichtige Regenjacken über ihrem historischen Outfit. Die Sorge allerdings war umsonst. Trockenen Fußes zogen Landsknechte, Panduren und andere Formationen aus der Landsberger Geschichte von der Spöttinger Straße über den Hauptplatz durch den Vorderanger und zurück über die Herzog-Ernst-Straße, begleitet von liebevoll gestalteten Vehikeln wie dem Bayertor- oder dem Jungfernsprungturmwagen. Anschließend nutzten viele Besucher das überraschend gute Wetter zu einem Rundgang über den Ruethenfestmarkt am Infanterieplatz, der, anders als in den Tagen zuvor, für geraume Zeit aus allen Nähten platzte. Auch die Lager der Panduren, Landsknechte und Schwe­- den erfuhren hohen Zuspruch. Als pünktlich um 17 Uhr die historischen Tänze auf der Bühne am Marienbrunnen begannen, war der Hauptplatz erneut gut gefüllt. Begeistert verfolgten die Schaulustigen die einstudierten Choreographien der Jungen und Mädchen. „Wir sind stolz auf unsere Kinder“, sagte Oberbürgermeister Ingo Lehmann nach dem Ende der Tanzdarbietungen und lobte auch die rund 200 Helfer, die „Großes geleistet“ hätten. Besonders bedankte sich der OB bei Tobias Wohlfahrt. „Er hat angesichts des Wetters die schwierigste und undankbarste Aufgabe gehabt und sie souverän ge­- meistert.“ Für die Schauspieler des Ruethenfestspiels, denen das Wetter einen Strich durch ihre zweite Aufführung gemacht hatte, hatten Lehmann und Wohlfahrt zum Abschluss noch eine gute Nachricht. Man werde das Stelzenstück im kommenden Jahr im Rahmen der 850 Jahr-Feier noch einmal aufführen, kündigten sie an. „Dann aber an mehreren Terminen.“ Und hoffentlich ohne Regen.

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