"Macht‘s weiter so"

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25 Jahre bei der Wehr: Stephan Schlecht (links) mit Kreisbrandmeister Johann Hagenbusch und Vorstand Stefan Sieg.

Denklingen – Leicht nach oben gegangen ist die Ziffer bei den Ausrückzeiten der Denklinger Feuerwehr. Diesen Vergleich stellte Kommandant Herbert Negele bei der Jahresversammlung an. Sie lagen im letzten Jahr zwischen drei Minuten, als man zu einem Grillfest gerufen wurde, und elf Minuten auf dem Weg zum Großbrand. Diese vergleichsweise hohe Zeitspanne ergab sich, als Ende Juli die Stockwirtschaft bei Asch ein Raub der Flammen wurde. Die Denklinger und die Dienhauser Feuerwehr hatten gerade alles ausgepackt für eine Übung am Neuwäldleweg in Dienhausen, als der Alarm eintraf.

Allgemein stellte Kommandant Negele zu den Ausrückzeiten fest, dass dabei auch der Verkehr untertags, aber zudem Faktoren wie die vergleichsweise große Distanz beim großen Arbeitgeber Hirschvogel von den Hallen und Büros zu den Parkplätzen einen Beitrag zur Tendenz nach oben leisten. Eindringlich appellierte der Kommandant an die Frauen und Männer der Wehr, wer abkömmlich sei, solle sich bei einem Alarm bitte sofort im Feuerwehrhaus einfinden. Man könne vorher nie sagen, wie schwerwiegend ein Unfall oder ein Brand seien. Doch es kämen immer wieder Schadensfälle, bei denen es auf jeden Mann ankäme.

Kreisbrandmeister Johann Hagenbusch (Fuchstal) ermahnte bei allem Engagement zur Vorsicht. „Übertreibt es net“, rief er den jungen und erfahrenen Feuerwehrleuten aus Denklingen und Dienhausen bei der Jahresversammlung zu. Unfallfrei zum Feuerwehrhaus und dann auch zum Einsatz zu gelangen, habe Priorität, fügte Kreisbrandmeister Hagenbusch hinzu, der zusammen mit Vorstand Stefan Sieg dem Kameraden Stephan Schlecht für 25 Jahre aktiven Dienst das Feuerwehr-Ehrenzeichen anheftete.

Die Denklinger Wehr blickt auf 40 Einsätze und 35 Übungen im vergangenen Jahr zurück. Sie hat zirka 45 Aktive; darunter sind 16 Atemschutzgeräteträger. Jugendleiter Tobias Kettner berichtete, dass vier Jugendliche in den aktiven Dienst übernommen wurden – zwei aus Dienhausen, zwei aus Denklingen.

Die Jugendgruppe hat derzeit 18 Burschen und Mädchen; das ist gegenüber dem Vorjahr eine Verdoppelung. An 26 Übungsterminen wurden 680 Stunden geleistet. Landkreisweit sind es 486 junge Leute in Jugendgruppen bei 63 Feuerwehren. Da sei die Tendenz eher fallend, berichtete Kreisbrandmeister Hagenbusch.

In der Versammlung, bei der Schriftführerin Karina Bauer und Kassier Stefan Sanktjohanser ihren Bericht erstatteten – der Schatzmeister verwies auf 16.000 Euro Guthaben des Feuerwehrvereins – ermunterte zweiter Bürgermeister Norbert Walter die Kameraden: „Macht’s weiter so.“ Wenn er die vielen Übungs- und Einsatzstunden betrachte, falle es ihm und den anderen Gemeinderäten leichter, die Ausgaben für die Wehr zu genehmigen, sagte Walter mit Blick auf die neuen Schutzanzüge, die für alle drei Wehren der Gemeinde mit gut 100.000 Euro im Haushalt veranschlagt sind.

Vorstand Sieg ließ noch über die neue Satzung abstimmen, die genehmigt wurde, und gab den Ausblick, dass die Denklinger Wehr das 140-jährige Bestehen am Samstag, 7. Mai, begeht. Nach einer abendlichen Messe in der Kirche soll sich ein Festabend im Pfarrheim anschließen. Beteiligen werden sich die Denklinger Kameraden beim großen 150-jährigen Jubiläum der Feuerwehr Schongau, das von Freitag, 10., bis Sonntag, 12. Juni, stattfindet. Sie haben sich dort für den Festabend und für den Festsonntag angemeldet.

Johannes Jais

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