Feuerwehr kontra Sportvereine?

Die Türen zu den Toiletten am Geltendorfer Bahnhof werden laut Bürgermeister Wilhelm Lehmann auch weiterhin verschlossen bleiben. Foto: Osman

Sporthalle, Feuerwehrhaus, der Ausbau der Bahnhofstraße, die geplanten Standorte für Mobilfunk und Einzelhandel – an Aufreger-Themen hat es nicht gemangelte auf der Geltendorfer Bürgerversammlung, zu der nahezu 100 Menschen in den Gasthof „Alter Wirt“ kamen.

Auf großes Interesse stieß die mögliche Ansiedlung eines neuen Supermarktes am Ortsrand. Laut Bürgermeister Wilhelm Lehmann hat der Aldi-Konzern Interesse, sich an der Einmündung der Moorenweiser Straße in die Staatsstraße niederzulassen. Ein entsprechendes Sondergebiet wird im neuen Flächennutzungsplan ausgewie­- sen. Möglicherweise werde auch Edeka hier bauen, so Lehmann. „Der bestehende Markt in der Dorfmitte möchte sich vergrößern und hat dazu an seinem jetzigen Standort keine Möglichkeit.“ Die meisten Zuhörer sahen die neuen Einkaufsmöglichkeiten positiv, doch gab es auch Gegenstimmen. Der Verkehr werde zunehmen, und das Sondergebiet liege zu nah am Friedhof. „Die Ruhe wird gestört“, kritisierte eine Bürgerin. „Und die Toten müssten ständig auf einen Discounter schauen.“ Für heftige Debatten sorgten die beiden großen Bauprojekte der kommenden Jahre: die neue Sporthalle und das Feuerwehrhaus. Letzteres sei zu teuer und beide Projekte zusammen angesichts der Verschuldung der Gemeinde nicht zu stemmen, fanden einige Bürger. CSU-Gemeinderat Christian Scheifele warnte davor, beides gegeneinander auszuspielen. Und Lehmann wies darauf hin, dass nicht gleichzeitig, sondern nach­einander gebaut werde. Feuerwehr informiert Mehrere Feuerwehrleute kritisierten, dass allein für die erste Phase der Sporthallenplanung schon 60000 Euro ausgegeben würden, während die Feuerwehr, die ständig wegen Kosten in der Kritik stehe, ihre fertige Planung mit 1500 Stunden Eigenleistung für 30000 Euro auf die Beine gestellt hätte. Um den Bürgern die Planung ausführlich zu erläutern, laden Feuerwehr und Gemeinde für 10. Dezember um 20 Uhr zu einer Info­- veranstaltung ins Bürgerhaus. Ohne Not? Der stellvertretende CSU-Ortsvorsitzende Thomas Stoklossa kritisierte, dass die Gemeinde in dem neuen Flächen­- nutzungsplan „ohne Not“ einen Mobilfunkstandort ausweisen wolle. Dazu sagte Vize-Bürgermeister Thomas Hellmann, im Zuge des UMTS-Ausbaus rechne man mit weiteren Anfragen von Mobilfunkbetreibern. „Um Funkmasten überall im Ortsgebiet zu verhindern, haben wir den Standort im Wald abseits der Wohnbebauung ausgewiesen.“ Dass die Bahnhofstraße im Zuge der geplanten Sanierung nun doch keinen Radweg bekommt, bezeichnete Peter Wag­ner als „Schildbürgerstreich“. Lehmann erwiderte, das Projekt sei am Grunderwerb gescheitert – keiner der angesprochenen Anlieger sei bereit gewesen, der Gemeinde die erforderlichen Quadratmeter zu verkaufen. Zum Auftreten von Ratten in einigen Wohngebieten sagte der Rathauschef, dass die Gemeinde bereits Schädlingsbekämpfer beauftragt habe. Einzelne Fallen seien von Bürgern aber wieder entfernt worden, so dass sie nun mit Draht befestigt werden müssten. „Achtung beim Kompostieren“, so Lehmann. „Essensreste ziehen Ratten an.“ Die Hoffnung auf eine neue Toilettenanlage am Bahnhof musste Lehmann enttäuschen. Die neuen Besitzer des Gebäudes, ein ausländisches Konsortium, hätten kein Interesse, die Bahn sowieso nicht, „und die Gemeinde kann auf fremdem Grund nicht tätig werden“. Hand aufhalten Als „Schandfleck“ bemängelte ein Bürger das Kriegerdenkmal. Der Veteranenverein werde deshalb im nächsten Jahr keinen Gedenktag mehr veranstalten. Lehmann gab die Kritik zurück und warf dem Vereinsvorstand mangelndes Engagement vor. „Andere Vereine packen selbst mit ein, und einer hält immer nur die Hand auf.“ Die Anregung, die Grüngutcontainer auf dem Kaltenberger Wertstoffhof zur leichteren Befüllung tieferzulegen, will Lehmann ans Landratsamt weitergeben. Ebenso die Bitte, die Tempo-30-Zone in der Bahnhofstraße aufzuheben, nachdem der Spielplatz am Wasserhaus nicht mehr existiert.

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