Jahreshauptversammlung: Ehrung von neun Mitgliedern und 13 Neuzugänge

Landsberger Feuerwehr ohne Nachwuchssorgen

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Sturm Friederike wütete auch auf der B17 und hielt die Feuerwehr Landsberg auf Trab.

Landsberg – „Gott zur Ehr‘, dem nächsten zur Wehr“ steht auf ihrer Fahne. Diesem Grundsatz sind die Mitglieder der Feuerwehr Landsberg auch 2017 mit vollem Einsatz nachgekommen: knapp 14.000 Stunden waren sie unterwegs. Pro aktives Mitglied sind das über 150 Stunden, die ehrenamtlich für das Wohl der Bürger geleistet wurden. Zum Beispiel bei Bränden wie dem in der Herrmann-Köhl-Straße. Oder auch bei schweren Unfällen, in denen Feuerwehrler Menschen aus zerquetschten Fahrzeugen bergen und somit Leben retten. Ein enormer Einsatz. Oder wie der erste Vorsitzende Dr. Robert Peez formuliert: „Der Tag hat 24 Stunden zum Arbeiten. Zur Not gibt’s auch die Nacht.“

Einige Feuerwehren im Landkreis haben Probleme. Es fehlt der Nachwuchs, die Mitgliederzahlen sinken. Die Feuerwehr Landsberg kann da erleichtert aufatmen: Insgesamt sind unter den über 200 Mitgliedern 91 aktiv (allerdings nur elf Frauen), davon stehen 20 Anwärter auf der Schwelle zum Feuerwehrmann und dürfen sich demnächst den ersten roten Streifen an den Ärmel heften. Das liege vor allem an der guten Jugendarbeit des Teams vom Leiter der Jugendausbildung Markus Riegg, ist Peez überzeugt. Die aktive Nachwuchswerbung hat Früchte getragen: Acht Jungs und fünf Mädchen sind momentan in der Jugendfeuerwehr. Dennoch steht ein Wechsel an: Riegg gibt nach vielen Jahren „trotz einem wirklich tollen Team“ seinen Posten ab. Sein Nachfolger Richard Wegele ist ein „alter Hase“: Erst 2016 wurde er für seine zehnjährige aktive Mitgliedschaft geehrt. Wegele kündigte die für 2018 geplanten Aktionen an: Neben zahlreichen Übungsterminen gibt’s im Sommer auch einen Ausflug an die Litzauer Schleife samt Schlauchboot, „ein bisschen paddeln“.

340 Einsätze hatte die Feuerwehr Landsberg 2017 zu absolvieren. Die Zahl der Brände nahm im Vergleich zum Vorjahr ab: Unter den 147 gemeldeten Feuern waren 105 Fehlalarme. „Wenn die nicht wären, hätten wir ein ruhigeres Leben“ konstatierte Kommandant Christian Jungbauer. Zusätzlich zu den 340 Einsätzen kamen noch Sicherheitswachen sowie Übungen und Fortbildungen. Auch die Atemschutzlehrgänge waren gut besucht: Über 700 Teilnehmer verbrachten gut 850 Stunden mit Atemschutz – und atmeten dabei über 1,5 Millionen Liter Landsberger Luft.

Neben Übungen und Einsätzen im Notfall fanden auch 2017 diverse Aktivitäten statt. Zum Beispiel das Maibaumaufstellen. „Last but not least hat das ja auch ganz gut geklappt“, kommentierte Peez den Klau des Maibaums aus dem Feuerwehrhaus. Der Obermeitinger Burschenverein hatte zugeschlagen und rückte den Baum erst nach Übergabe von 150 Litern Bier und einem Spanferkel heraus. Aber „in der Niederlage steckt die wahre Größe“, weiß Peez. Der Tag der offenen Tür war hingegen ein voller Erfolg: Über 1.500 Besucher seien gekommen. Seit einem halben Jahr nutze man zudem die sozialen Medien aktiver. „Dort können wir auch aktuelle Themen wie zum Beispiel heuer die Rauchmelder aufgreifen.“ Die eigene Webseite erfreue sich ebenfalls zahlreicher Besucher: „Am häufigsten werden die Feuerwehrfahrzeuge angeschaut“, lacht Peez.

Die Freiwillige Feuerwehr Landsberg ehrte seine langjährigen Mitglieder und bekam Zuwachs für die Jugendfeuerwehr.

Bei den Ehrungen für die aktive Dienstzeit von zehn, 20, 30 und 40 Jahren wurden insgesamt neun Mitglieder ausgezeichnet. Darunter Markus Baier für 30 Jahre mit dem goldenen Ehrentaler, Urkunde der Stadt und dem Ärmelabzeichen der Feuerwehr Landsberg. Und Josef Hirschvogel erhielt für „hervorragende Leistungen im Feuerlöschwesen, besonders mutiges Verhalten im Einsatz der Feuerwehr“, bei dem er „sich in besonders erheblicher eigener Lebensgefahr befand“, das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold samt Grußwort vom Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann.

Eine Wahl stand an: Der 33-jährige Schriftführer, von Peez als „IT-Guru“ bezeichnete Thomas Sirch gab sein Amt aus beruflichen Gründen ab: Er arbeitet Teilzeit bei der Stadt, hat zudem eine IT-Firma, in der er als Selbstständiger Zeit investieren muss. „Ich bedaure das sehr, wir waren ein Dream-Team“, klagte Kassier Christian Krämer. Nach zwei von den Stadträten Petra Ruffing und Harry Reitmeir (beide CSU) geleiteten Wahlgängen – die Anzahl der Stimmzettel stimmte nicht mit der der Anwesenden überein – gewann der Jurastudent Karl Mühlberger mit 59 Stimmen gegen Ulrike Freiberger mit 16 Stimmen.

Zweite Bürgermeisterin von Landsberg Doris Baumgartl überbrachte abschließend Grüße und Dank der Stadt für die unermüdliche Leistung der Feuerwehr. Sie hoffe, dass sie willkommen sei, obwohl „eine Frau im Moment so große Probleme macht: Sturm Friederike.“ – Kreisbrandrat Johann Koller hatte den aktuellen Stand der Einsätze des heutigen Tages bekannt gegeben: „Stand 19 Uhr sind wir bei 35 Einsätzen.“ Gerade in Zeiten, in denen Gaffer den Weg versperrten und „Beleidigung mit Aggressionen gegen die Helfer Hand in Hand gehen“, sei dieser Einsatz zu bewundern, fuhr Baumgartl fort: „Hier sind Menschen mit Sachverstand und dem Herzen am rechten Fleck. Nur das Maibaumbewachen muss noch ein bisschen geübt werden.“

Susanne Greiner

Die Geehrten

10 Jahre: Marc Leupold, Florian Weiß mit bronzenem Ehrentaler, Urkunde der Stadt und Ärmelabzeichen.

20 Jahre: Andreas Kretschmer, ­Tobias Kraus, Markus Obermayer, Robert Weißflog, Christian Wind mit silbernem Ehrentaler, Urkunde der Stadt und Ärmelabzeichen.

30 Jahre: Markus Baier mit goldenem Ehrentaler, Urkunden und Ärmelabzeichen.

40 Jahre: Josef Hirschvogel mit deutschem Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold.

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