Auf die Wehr ist halt Verlass

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Kreisbrandrat Johann Koller und Landrat Thomas Eichinger zeichneten mit dem Silbernen Ehrenkreuz verdiente Feuerwehrmänner aus: Peter Wörishofer, Siegmund Schäffler, Herbert Ruch und Oliver Probst (von links).

Landkreis – Im Schnitt alle 3,7 Stunden erreicht der 112-Notruf die Leitstelle und eine der 71 Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Landsberg rückt mit Blaulicht und Martinshorn aus. Es gilt nicht nur Brände zu löschen, Unfallopfer zu bergen oder gefährliche Substanzen zu entsorgen. Auch bei Sturmschäden wie umgestürzten Bäumen oder abgedeckten Dächern ist die Feuerwehr schnell vor Ort. So kamen allein im Jahr 2014 genau 2364 Einsätze zustande. Diese imposante Zahl nannte Kreis-brandrat Johann Koller bei der Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Landsberg in der Bayerischen Ver- waltungsschule in Holzhausen bei Utting.

Die Kommandanten und Stellvertreter aller im Verband angeschlossenen 71 Feuerwehren waren der Einladung des Landratsamts gefolgt, um von höchster Stelle Lob und Anerkennung für ihren freiwilligen Dienst zu hören. Zwischen den in Unform erschienenen Floriansjüngern sah man auch zahlreiche Ehrengäste von Polizei, Bundeswehr, Rotem Kreuz sowie Bürgermeister aus dem gesamten Landkreis. Landrat Thomas Eichinger betonte in seiner Begrüßungsrede besonders den tatkräftigen Einsatz der Feuerwehren beim Orkan Niklas im März dieses Jahres, der vielerorts schwere Schäden hinterlassen hat. Mit über 400 Einsätzen konnten die Floriansjünger Schlimmeres verhüten. 

Auf das engmaschige System der Landsberger Feuerwehren sei eben Verlass, was sich auch bei Hilfeleistungen im Asylbereich zeige. Derzeit kämen wöchentlich 40 neue Flüchtlinge in den Landkreis, was sehr wahrscheinlich eine Unterbringung auch in Hallen zur Folge haben wird. Und hier sei Hilfestellung durch die Feuerwehren von Nöten. Uttings zweite Bürgermeisterin Margit Gottschalk hob das hohe und professionelle Niveau der Feuerwehren im Landkreis hervor, protokolliert mit sagenhaften 137200 Stunden an Einsätzen, Übungen, Wartungsar- beiten und Prüfungen allein im vergangenen Jahr, die die 2946 aktiven Helfer ableisteten.

260 Feuerwehrfrauen 

Kreisbrandrat Johann Koller konnte mit Stolz vermelden, dass unter den Aktiven auch 260 Feuerwehrfrauen sind. Ein Trend, der in den letzten Jahren deutlich zugenommen habe – ebenso wie die Zahl der Jugendlichen zwischen zwölf und 18 Jahren in den „Jugendfeuerwehren“. 59 gibt es bereits im Landkreis mit 387 männlichen und 111 weiblichen Aktiven. Bei den gesamt 7999 Mitgliedern im Kreisfeuerwehrverband sind auch 4555 passive Unterstützer, darunter 187 Ehrenmitglieder. Eine stolze Zahl, die mit viel Beifall quittiert wurde. Da man demnächst die Einführung von „Kinderfeuerwehren“ für Sechs- bis Zwölfjährige plane, um die Kleinen möglichst früh für diesen Dienst zu begeistern, werde die Zahl bald deutlich steigen. Nach der Verabschiedung der Kreisbrandmeister Karlheinz Novy (Landsberg) und Ewald Kapfhammer (Geltendorf) aus dem Führungszirkel wurden drei kompetente Feuerwehrler vorgestellt, die in die Kreisbrandinspektion aufgerückt sind: Christoph Resch (Bezirk 6), Florian Buch (Atemschutz) und Markus Obermayer (Gefahrengut). 

Ausgezeichnet 

Ein Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Ehrenkreuzes in Silber an verdiente Feuerwehrmänner: Peter Wörishofer (Oberdießen), Siegmund Schäffler (Winkl), Herbert Ruch (Dettenhofen) sowie Oliver Probst (Pestenacker). Diese bedeutende Auszeichnung darf pro Jahr nur an vier Aktive verliehen werden. Landrat Eichinger überreichte die Urkunden und Kreisbrandrat Johann Koller hefte die Orden persönlich an die Uniformjacken. Da der Kreisfeuerwehrverband als Verein organisiert ist, rundeten die Berichte von Kassenwart und Kassenprüfer das offizielle Programm ab, das mit der Entlastung des Vorstands endete. Bei einem deftigen Gulasch mit Riesenknödel saßen die Feuerwehrkommandanten aus dem Landkreis schließlich noch lange beisammen und tauschten Erfahrungen und Tips aus.

Dieter Roettig

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