Florianstag in St. Ottilien

Immer in Dauerbereitschaft

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Die Feuerwehren aus dem Landkreis waren am Samstag nicht etwa im Einsatz, sondern sie feierten gemeinsam in der Abteikirche St. Ottilien den Florianstag.

St. Ottilien – Zum vierten Mal haben sich am Samstag Feuerwehrleute aus dem Landkreis in der Abteikirche versammelt, um das Fest ihres Schutzpatrons zu feiern. Erzabt Wolfgang Öxler zelebrierte gemeinsam mit Feuerwehrseelsorger Bruder Kornelius Wagner den Gottesdienst zu Ehren des heiligen Florian.

Am frühen Abend hätte man in St. Ottilien einen Großeinsatz vermuten können – auf dem weitläufigen Parkplatz vor dem Emminger Hof wimmelte es vor uniformierten Feuerwehrleuten mit ihren Fahrzeugen. Doch an diesem Abend musste keiner der rund 200 Einsatzkräfte bergen, retten oder schützen. Stattdessen ging´s in festlicher Formation, begleitet von der Musik des Feuerwehrfanfarenzuges Haunstetten, über das Klostergelände zur Kirche. Dass die ehrenamtlichen Brandschützer hier einmal im Jahr zusammenkommen, um sich gemeinsam darauf zu besinnen, warum sie im Volksmund auch als Floriansjünger bezeichnet werden, ist inzwischen gute Tradition.

Neben den Haunstettenern war mit der Freiwilligen Feuerwehr Dünzelbach eine weitere Truppe von außerhalb des Landkreises vertreten. „Die habe ich eingemeindet“, scherzte Bruder Kornelius. Die Dünzelbacher gehören neben den Landkreisfeuerwehren in seinen seelsorgerischen Bezirk.

Erzabt Wolfgang Öxler zog in seiner Predigt bemerkenswerte Parallelen zwischen der Feuerwehr und Gott. „Beide sind in Dauerbereitschaft. Beide werden oft nur im Notfall wahrgenommen, dabei arbeiten sie das ganze Jahr. Beide machen Hausbesuche.“ Öxler ging auch darauf ein, dass die Feuerwehrler bei ihren Einsätzen oft mit Lebensfragen konfrontiert werden und dass sie zuweilen schreckliche Bilder von Unfallorten verarbeiten müssten. Hinterher komme man im Feuerwehrhaus zusammen wie die Mönche in der Kirche. „Unsere Kirche ist unser Gerätehaus“, so Öxler. „Hier packen wir auf unseren Lebenswagen, was wir für den Alltag brauchen.“

Den Dienst bei der freiwilligen Feuerwehr bezeichnete der Erzabt als gelebte Nächstenliebe und damit als etwas zutiefst Christliches. Aber auch als etwas, das nach einer spirituellen Komponente verlange: „Wer weiß, dass er im Tiefsten versorgt ist, hat Raum, sich um andere zu sorgen.“ Er wünschte den Ehrenamtlichen, dass das Feuer für den Einsatz am Nächsten in ihren Herzen weiter brenne. Zum Abschluss ließen die Feuerwehrleute den Abend bei einem gemeinsamen Essen ausklingen.

Ulrike Osman

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