Bürgerbegehren:

Eine Watsch’n für die Feuerwehr?

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Auf diesem Hanggrundstück an der Türkenfelder Straße soll das neue Geltendorfer Feuerwehrhaus entstehen.

Geltendorf – Die Kontroverse um das neue Feuerwehrhaus ist noch immer nicht vorbei. Die Gegner der vorliegenden Planung haben ein Bürgerbegehren gestartet, um ein günstigeres Gebäude an einem anderen Standort durchzusetzen.

Als Reaktion auf den Vorstoß will die Feuerwehr eine Hauswurfsendung verteilen und am Mittwoch (24. April) in einem Pressegespräch ausführlich Stellung nehmen.

Ex-CSU-Ortsvorsitzender Franz Hummel hält den Feuerwehrhaus-Standort für ungeeignet.

Initiator des Bürgerbegehrens ist der ehemalige CSU-Ortsvorsitzende und frühere Gemeinderat Franz Hummel. Als wei­tere Vertreter sind Markus Ertl und Grünen-Gemeinderat Michael Lohner benannt. Die Fragestellung, die laut Hummel mit dem Landratsamt Landsberg abgestimmt wurde, bedurfte mehrerer Anläufe, da sie von der dortigen Rechtsaufsicht zunächst als unzulässig bewertet worden war.

Die Frage des Bürgerbegehrens lautet nun: „Sind Sie dafür, dass der bisherige Standort für das geplante Feuerwehrhaus an der Türkenfelder Straße aufgegeben und die Verwaltung beauftragt wird, mit den Grundstücks- eigentümern der Flurnummern 743, 829, 830, 831, 832, 833, 834, 817, 818, 819, 821, 1165 und 1162/1 Verhandlungen mit dem Ziel zu führen, einen neuen Standort in zentraler Lage zu den Ortsteilen Kaltenberg, Hausen, Geltendorf mit ebenso guter Erreichbarkeit vom Ortsteil Walleshausen zu finden und dort das neue Feuerwehrhaus zu errichten?“

Die Initiatoren halten das Gebäude für überdimensioniert und den vorgesehenen Standort im Osten Geltendorfs für ungeeignet – zum einen wegen seiner Lage, zum anderen wegen der Beschaffenheit des Grundstücks. Die Hanglage werde den Bau unnötig verteuern, argumentieren sie. Ohnehin seien die auf 2,4 Millionen Euro gedeckelten Kosten zu niedrig angesetzt, weil darin unter anderem die Oberflächenentwässerung nicht berücksichtigt sei.

Hummel rechnet auf lange Sicht damit, dass die Feuerwehren von Geltendorf, Kaltenberg und Hausen mangels Nachwuchses zusammengelegt werden müssen. Ein zukunfts­fähiges Gebäude gehört deshalb seiner Meinung nach an eine zentrale Stelle zwischen den drei Gemeindeteilen.

Im Gemeinderat sprach Christian Scheifele (CSU) von einer „Watsch'n für die Feuerwehr“. Wenn es tatsächlich zu einem Bürgerentscheid komme, müsse man bis zur Abstimmung die Planungen stoppen.

Bürgermeister Wilhelm Lehmann (CSU) erwiderte, mit einem Bürgerentscheid müsse die Gemeinde bei größeren Vorhaben immer rechnen. „Das ist bitter, aber legitim.“ Scheifele forderte, die Bürger umgehend über die Mehrkosten auf­zuklären, die eine Neuplanung mit sich bringen würde. So könne man vielleicht verhindern, dass die erforderlichen Unterschriften von zehn Prozent der Wahlberechtigten zusammenkommen.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens gehen unterdessen von Tür zu Tür und wollen am kommenden Samstag in Geltendorf und beim Maibaumaufstellen in Hausen Unterschriftenlisten auslegen.

Ulrike Osman

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