KREISBOTEN-Serie

Feuerwehrkommandanten im Landkreis: Johann Müller aus Eresing

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Gibt in diesem Jahr seinen Kommandantenjob ab, bleibt der Feuerwehr Eresing aber mit Sicherheit erhalten: Johann „Hansi“ Müller.

Eresing – Johann „Hansi“ Müller ist seit 2008 erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Eresing. Obwohl er damit den höchsten Posten inne hat, sieht er den Kommandanten nicht unbedingt als die wichtigste Person in der Feuerwehr. Auf wen Müller anspielt und warum das Kommandanten-Dasein nicht nur positive Seiten hat, das hat der Eresinger dem KREISBOTEN erklärt.

„Ein guter Jugendwart ist die wichtigste Person. Noch wichtiger als der Kommandant.“ Da ist sich der 46-Jährige sicher. „Der Jugendwart ist quasi der Kommandant von morgen.“ Hört sich ja fast so an, als ob Müller schon auf der Suche nach einem Nachfolger sei. Tatsächlich ist das Ende der Kommandanten-Laufbahn für ihn schon absehbar, wie Müller verrät. „Ein Jahr hab‘ ich noch.“ Dann möchte er sich nicht mehr aufstellen lassen. Ein Grund dafür, scheint die Verwaltungsarbeit zu sein. „Als Kommandant ist man Schreibkraft mit Feuerwehrkenntnissen“, sagt Müller gerade heraus. Vor zwölf Jahren, als er das Amt antrat, sei es bei weitem noch nicht so viel gewesen. „Mittlerweile ist es ganz schlimm.“ Vor allem stört den 46-Jährigen: „Da sind Behörden und Personen, die das Ehrenamt immer ganz hoch halten. Und dann kommen sie mit immer neuen Vorschriften und Regelungen darüber, was alles schriftlich festgehalten werden müsse. Für ihn passe das nicht zusammen.

Wie viel Zeit der Eresinger in die Feuerwehr steckt, kann er nicht genau sagen. „Man macht halt einfach. Das ist nicht so präsent im Kopf.“ Einen Ausgleich braucht‘s natürlich trotzdem. Zeit für seine Familie ist Müller da wichtig. Außerdem engagiert er sich im Eresinger Theater­verein.

Auch wenn Müller seinen Posten in diesem Jahr an jemand anderen weitergeben wird, von der Feuerwehr will er sich nicht verabschieden. „Ich bleibe auf jeden Fall dabei.“ Das Gefühl, anderen helfen zu können, egal wie schlimm das Geschehene war, ist für den 46-Jährigen das schöne an dem Ehrenamt. Auch die Dankbarkeit, die dann zurück kommen.

Nicht zu vergessen natürlich die – auch in vielen anderen Feuerwehren hoch gelobte – Kameradschaft. 50 Aktive zählt die Eresinger Wehr. „Wir haben auch eine ganz starke Jugend.“ 20 an der Zahl. Und dann kommen noch die Kameraden aus St. Ottilien dazu. Da gibt es nämlich eine kleine Besonderheit. Die Klosterfeuerwehr besteht schon seit 1907 – bestehend aus Mönchen des Klosters. 2013 wurden die Ottilianer dann an die Ere­singer Feuerwehr angegliedert. Damit ist St. Ottilien eine Löschgruppe der Eresinger. „Im Landkreis ist das einzigartig“, erklärt Müller.

„Die rund acht Mann unterstützen uns mit Personal und üben auch mit uns.“ Transport, Wasseraufbau, Ausleuchten. Die Ottilianer packen tatkräftig mit an. Vor allem bei Einsätzen im Kloster sind sie von großer Bedeutung. „Wir haben damit einen direkten Ansprechpartner.“ Im Kloster sei es nicht einfach sich zurecht zu finden, daher sei die Löschgruppe „brutal wichtig“. Für Müller ist klar: „Sie runden die Feuerwehr Eresing ab.“
Stephanie Novy

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