KREISBOTEN-Serie: Feuerwehrkommandanten im Landkreis Landsberg

Kein Platz für ein großes Ego: Marcus Karl aus Windach

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Marcus Karl ist seit 33 Jahren bei der Feuerwehr. In den letzten Jahren werden er und seine Kameraden immer öfter wegen Kleinigkeiten alarmiert.

Windach – Die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis sind da, wenn‘s brennt. Auch im wörtlichen Sinne. Doch immer öfter werden die Einsatzkräfte gerufen, obwohl es eigentlich nicht nötig wäre. So berichtet der 1. Kommandant der Windacher Feuerwehr Marcus Karl. Nichtsdestotrotz ist er gerne Feuerwehrler – nicht zuletzt wegen seiner Kameraden.

„Wir werden nach einem Unwetter gerufen, wenn zum Beispiel nur ein paar kleine Äste auf der Straße liegen. Oder wenn nach Regenfällen in einem Keller vielleicht drei Zentimeter Wasser stehen“, berichtet Karl. Dass die Ehrenamtler wegen Kleinigkeiten gerufen werden, komme immer häufiger vor. Das habe sich in Karls 33 Jahren bei der Feuerwehr durchaus geändert.

Doch natürlich werden die Windacher auch zu Einsätzen gerufen, bei denen ihre Hilfe dringend benötigt wird. In erster Linie seien das Unfälle auf der Autobahn, wie Karl sagt. Und dort bekommen sie mitunter schlimme Dinge zu sehen.

Aktuell ist der Unfall auf der A96 vor wenigen Wochen, bei dem eine junge Mutter aus dem fahrenden Auto fiel, noch recht präsent. Für Karl ist klar, dass der Selbstschutz bei solchen Einsätzen sehr wichtig ist. „Man schaut dann schon, dass die jüngeren Kameraden sich eher um die Absperrung kümmern.“ Im Anschluss sei es dann wichtig, „einfach miteinander zu reden.“ In diesem Fall sei zudem der für die Feuerwehren zuständige Notfallseelsorger hinzugezogen worden. Wobei Karl auch die Familie als wichtigen Rückhalt sieht. „Man sollte halt nichts in sich reinfressen.“

Glücklicherweise waren solch schweren Einsätze in Karls langer Zeit bei der Feuerwehr eher selten. Doch warum hat es ihn eigentlich zur Wehr gezogen? Für ihn sei das Spannende anderen zu helfen, Probleme zu lösen und natürlich auch die Technik. Als guter Feuerwehrler sollt man auch einige Voraussetzungen erfüllen. Für Karl steht die Teamfähigkeit ganz oben. „Sein Ego muss man hinten anstellen.“

Für die Zukunft hat der Kommandant noch einen Wunsch. Momentan wird die Arbeit des Gerätewarts komplett ehrenamtlich übernommen. „Noch geht‘s, aber es wird immer mehr Arbeit.“ Karl wünscht sich deshalb, dass ein Hauptamtlicher eingestellt wird. Doch das muss die Gemeinde entscheiden. „Wir werden das auf jeden Fall vorbringen.“ Manchmal sind eben auch die Helfer selbst auf ein bisschen Unterstützung angewiesen.
Stephanie Novy

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