Mit der Kamera auf Spurensuche

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Mit der Kamera unterwegs: Benedikt Schwarzer (links) und sein Kameramann und Kommilitone Julian Krubasik. Infos zum Film gibt es auf www.shootme-film.de.

Stoffen/München – In seinem Heimatort Stoffen war er oft „der mit der Kamera“ erzählt Benedikt Schwarzer. Schon als Schüler dokumentierte er Fußballspiele, Dorffeste und ähnliches, heute dreht er Dokumentarfilme, die auf internationalen Festivals gezeigt werden.

Sein aktuelles Werk „Shoot me“ gewann den ersten Preis der „Nonfiktionale“ in Bad Aibling (der KREISBOTE berichtete). Die Kamera faszinierte Benedikt Schwarzer schon als Kind. Bereits während seiner Schulzeit am Ignaz-Kögler-Gymnasium nahm er am Wahl- pflichtfach „Film“ teil, später begann er, immer noch als Schüler, freiberuflich als Fotograf zu arbeiten. Berufswunsch war damals Werbefotograf und Werbefilmer. Daneben dreht er kleinere Projekte, kurze Spielfilme und Musikvideos. 

Durch die Bekanntschaft mit seinem späteren Mentor, Hans Steinbichler, kam er mit dem Dokumentarfilm in Berührung: „Der Eindruck war gewaltig“, meint Benedikt Schwarzer. Besonders interessierte ihn, „mit der Kamera Menschen und ihren Weg kennenzulernen“, auch als Fotograf hatte ihm die Portraitfotografie viel Spaß gemacht. Mittlerweile studiert Schwarzer an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. 

„Shoot me“ ist der Vordiploms-Film, den er gemeinsam mit seiner iranischen Kommilitonin Narges Kalhor realisiert hat. Der Film thematisiert die Bedrohung eines in Deutschland lebenden iranischen Musikers durch die Fatwas. Kein einfaches Thema, denn die Angst existierte nicht nur auf der Leinwand. „Die Bedrohung hat es immer geschafft, dabei zu sein“, fasst es Schwarzer zusammen. Das hatte auch konkrete Auswirkungen auf die filmische Umsetzung. Da sich der Künstler selbst und auch andere Interviewpartner aus Angst weigerten, vor die Kamera zu treten, musste das Team andere Wege gehen. „Das Ganze ist bildmäßig eher ungewöhnlich, sehr experimentell. Als wir begannen, war das Thema eher Ohnmacht in der Kunst, dann sind wir aber sehr schnell bei der Wut gelandet. Es ist ein dunkler Film, dabei aber sehr spannend zu sehen, wie eine Generation junger Iraner damit umgeht, aus ihrer Heimat herausgerissen zu sein“. Er überlegt: „Man kann immer nur reagieren“. Der Film, bereits im letzten Jahr herausgekommen, wird in diesem Jahr und schon im letzten Jahr auf mehreren Festivals gezeigt, unter anderem in Tunesien, Polen, Israel, Österreich Frankreich und beim Dokumentarfilmfest München. 

Geschichte erzählen 

Bis zum Ende seines Studium muss der 27-Jährige, der gerade mit einer Videoinstallation für die Hochschule beschäftigt ist, noch zwei weitere Filme drehen, Ideen hat er schon: „Der nächste Film wird auf jeden Fall wieder eine Spurensuche, ich möchte die Geschichte meines Großvaters, eines deutschen Politikers erzählen.“ Doch zunächst stehen die Reisen mit „Shoot me“ auf dem Programm, dann vielleicht ein Treffen mit dem iranischen Musiker. „Mal sehen, wann das klappt“.

Patricia Eckstein

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