"Final abgelehnt"

Während in Denklingen mehrere Kabelverzweiger (Foto) stehen, gibt es im Ortsteil Dienhausen keinen einzigen und das soll laut Telekom auch so bleiben. Foto: Schmid

Große Ernüchterung für die Bürger aus dem Denklinger Ortsteil Dienhausen: Im Vergleich zum Rest der Gemeinde Denklingen werden sie nach dem Breitbandausbau nur einen vergleichsweise langsamen Internetzugang bekommen. Die Gemeinde prüft derzeit die Möglichkeiten für schnelleres Internet in Dienhausen – die Bürger standen sich allerdings mit ihrer Initiative gegen die Glasfasern selbst im Weg.

Die Telekom verweigert dem Ortsteil nun doch einen eigenen Kabelverzweiger – entgegen früherer Aussagen der Bietergemeinschaft LEW Telnet/M-Net, die in Denklingen die Breitbandversorgung übernehmen wird. Erst am Tag vor der Info-Veranstaltung zum Breitbandausbau erhielt die Gemeinde Denklingen zu ihrer großen Verwunderung von der LEW TelNet eine Email, dass die Deutsche Telekom die Errichtung eines Schaltverteilers im Ortsteil Dienhausen „final abgelehnt“ habe. Am Info-Abend waren dann rund zwei Dutzend Dienhausener derart entrüstet darüber, dass sie sich von ihrem Plätzen erhoben und die Veranstaltung verließen. In einer Pressemitteilung räumt Bürgermeisterin Viktoria Horber jetzt ein, dass bei der VDSL-Lösung, die damals von der Bürgerinitiative anstatt Glasfasern für jedes Haus gewünscht wurde und jetzt von der Gemeinde dementsprechend umgesetzt wird, von vornherein Einschränkungen zu erwarten gewesen seien. Vielmehr sei bekannt gewesen, dass einige Anwesen entweder keine Verbesserung oder nur geringfügige Verbesserung bekommen würden. „Letzteres war auch für Dienhausen zu befürchten“, erklärt die Bürgermeisterin. „Das Überraschende hierbei war, dass gerade der Gemeindeteil Dienhausen sich überdurchschnittlich am Bürgerbegehren beteiligte.“ „Die jetzt eingetretene Situation ist aus technischer Sicht die gleiche, wie sie zum Zeitpunkt des Erfolges der Bürgerinitiative war“, zieht Horber einen Vergleich. Trotz allem wird die Gemeinde nun aber drei Al-ternativen prüfen, um Dienhausen dennoch in den Stand einer guten VDSL-Versorgung zu versetzen: Als erstes wird untersucht, ob nicht möglicherweise ein Anspruch auf VDSL-Versorgung des Gemeindeteils Dienhausen besteht: Der breit-bandverbessernde Schaltverteiler der Bietergemeinschaft sei Inhalt des Angebotes gewesen, das letztendlich von der Gemeinde angenommen worden sei, erklärte Horber. Es muss also festgestellt werden, ob nicht womöglich ein Vertragsbruch vorliegt. Die zweite Alternative wäre, dass die Gemeinde selber eine Glasfaserleitung nach Dienhausen legt, wie es Vertreter der Bürgerinitiative am Informationsabend gefordert hatten. Allerdings würde dies, so ver-mutet Horber, wohl sowohl aus technischen als auch aus juristischen Gründen nicht möglich sein. „Wenn es die LEW Telnet/M-Net nicht tun darf, dann darf es die Gemeinde Denklingen auch nicht.“ Möglich wäre eine sehr teure Lösung mit Glasfaser in jedes Haus in Dienhausen: Doch hierfür fehlt der Gemeinde die nötige EU-Notifizierung. Einen Hoffnungsschimmer bietet noch das neue Breitbandförderprogramm des Freistaates. Nach derzeitigem Stand geht man davon aus, dass mit diesem Programm – mit großer Zeitverzögerung – eine Breitbandversorgung kommen könnte. Angesichts dessen, dass der Rest der Gemeinde – sollte der Vertrag so aufrecht erhalten werden – schon in diesem Sommer das schnelle Internet bekommen soll, sind dies alles andere als rosige Aussichten. Fazit der Bürgermeisterin: „Dienhausen wäre ohne Bürgerinitiative schon weiter.“ Nach Prüfung aller Möglichkeiten soll in den nächsten Wochen das Thema der Versor-gung von Dienhausen im Gemeinderat diskutiert werden. Warum die Telekom den Kabelverzweiger nun abgelehnt hat, ist noch nicht ganz klar: „Wir haben bis jetzt noch keine richtige Auskunft bekommen“, bedauert Verwaltungschef Johann Hartmann.

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