Feuerorgien und Nebelschwaden

Fischereier Perchtenlauf: Die wilden Tiroler Kerle erobern Dießen

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Die Perchten aus Tirol haben in Dießen wieder für Gruselstimmung gesorgt.
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Die Perchten aus Tirol haben in Dießen wieder für Gruselstimmung gesorgt.
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Die Perchten aus Tirol haben in Dießen wieder für Gruselstimmung gesorgt.
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Die Perchten aus Tirol haben in Dießen wieder für Gruselstimmung gesorgt.

Dießen – Es ist wie mit dem Nikolaus und dem Krampus: Kommen sie, kommen sie nicht? Niemand weiß es genau. Und keiner kann sagen, wie, wann und wo sie auftauchen. So verhält es sich auch mit den Perchten, die im tirolerischen Langkampfen zu Hause sind und sich seit einigen Jahren immer wieder mal zum Fischereier Perchtenlauf in Dießen einfinden. Eines ist sicher: Wenn sie auftauchen, dann in der Dunkelheit.

Schon am späten Nachmittag tummeln sich zahlreiche Menschen am Untermüllerplatz. „Mehr als je zuvor, wenn die wilde Horde erwartet wird“, sind sich die Kenner des Spektakels sicher. Dass sie kommen, entdecken die Kids als erste, denn unter der Baumgruppe am Untermüllerplatz reihen sich plötzlich die geschnitzten Gruselmasken auf.

Mit zunehmender Dunkelheit steigert sich die Spannung, ob sie mit ihrem Riesentraktor wieder die Mühlstraße runterfahren oder eher vom Bahnhof herkommen werden. Manche vermuten, sie hätten den Anführer der Perchten, den Mathi Perthaler, schon irgendwo in Dießen gesehen, aber „nix gwiss weiß i net.“

Da, endlich, die große Zugmaschine taucht zwischen den Weihnachtsbäumen und Adventssternen auf. Und schon öffnet der Anhänger seine Klappe und die Tamperer in ihren 80 Kilo schweren Maisanzügen kullern mehr, als dass sie gehen, heraus. Glockinger und Fellteifl und zwei Hexen sind dabei. Die Kids auf dem Untermüllerplatz haben ihre große Stunde, sie dürfen die schauerlichen Masken und die Zottelfelle der Tiroler Perchten anfassen. Manch besonders Mutige wagen es sogar, auf die Trommeln der Perchten vom Bleiboch Pass (so heißt die Truppe) zu schlagen.

Mit einem Mal steigen dicke Rauchwolken auf, in deren Schutz die wilden Kerle auf dem Untermüllerplatz einmarschieren. Hoch auflodernde Feuer, Höllenlärm von Signalhörnern, die Glocken, die sie um die Hüften tragen scheppern laut … sie verfolgen die zwei Hexen, die um Gnade flehend über das Pflaster rollen und sie toben am Publikum vorbei mit mobilen Feuern und zünden farbige Lichter.

Mehrere Hundert Zuschauer sind begeistert, die Handys kommen nicht zur Ruhe, die Tänze der Perchten werden immer ekstatischer – und so geheimnisvoll wie sie erschienen sind, schluckt sie die Dunkelheit wieder.

Für die Kids bleibt ein Geheimnis. Sind sie nun wilde Geister? Sagt einer, der sich in den Lkw blicken traut, wo sie ihre gruseligen Larven abnehmen: „Ich glaub‘, jetzt sind sie wieder Menschen.“ So ist das mit der Magie der alten Bräuche – dass sie jetzt wieder Menschen sind, spüren viele. Denn in „zivil“ jagen sie hinter ihren Fans her und schmieren sie mit schwarzer Farbe ein.

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