Flachdachanbau ohne Chance – Hauptschule Schlossberg: Mit Pavillons auf Bedarf reagieren

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TONI SCHWAIGER, Landsberg – Die Tage des Flachanbaus an der Schlossbergschule sind offensichtlich gezählt. Da es nach Ansicht von Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) und den Fraktionsführern im Stadtrat nicht sinnvoll ist, das marode Gebäude zu sanieren, könnte es schon im nächsten Jahr dem Erdboden gleich gemacht werden. Um stets flexibel auf den Raumbedarf der Hauptschule reagieren zu können, wollen die Verantwortlichen eine Container- Lösung entwickeln. Da die Bezeichnung „Container“ nicht besonders einladend klingt, spricht der Oberbürgermeister lieber vom Pavillon. Diese Form der Schulerweiterung habe sich in der Vergangenheit an den beiden Gymnasien in der Lechstadt ebenso bewährt wie an der Johann-Winklhofer-Realschule. Warum also nicht auch auf dem Schlossberg? Eine Millionen schwere Investition in einen Anbau mache dort keinen Sinn, betonte Lehmann vergangene Woche beim Pressegespräch, diese Einschätzung herrsche auch in den Stadtratsfraktionen vor. Der Bestand der Hauptschule auf dem Schlossberg sei in absehbarer Zeit nicht gefährdet, betonte der Lehmann ausdrücklich. Allerdings könne man der 5-Jahres-Statistik klar entnehmen, dass die Schülerzahlen und somit der Raumbedarf zurückgehen würden. Aktuell gibt es an der von Christian Karlstetter geleiteten Schule 16 Klassen mit 354 Jungen und Mädchen und an der Fritz-Beck-Hauptschule im Westen der Lechstadt 18 Klassen mit 410 Schülern. In fünf Jahren werden es voraussichtlich je eine Klasse weniger sein – mindestens. Was aber wird in zehn bis 15 Jahren sein? Die Frage, ob es dann überhaupt noch zwei Hauptschulen in Landsberg geben wird, lässt der OB offen. Eine Zusammenlegung zu einer „Mammut-Hauptschule“ lehnt er aber kategorisch ab. Entschieden wehrt sich Lehmann gegen den Vorwurf, die Stadt tue nichts für die Hauptschulen. Genau das Gegenteil sei der Fall. Nachdem durch Zuschüsse aus dem Konjunkturpaket II die Nachhaltigkeit der mehrzügigen Hauptschule dokumentiert worden sei, „nehmen wir jetzt viel Geld für diesen Schultyp in die Hand“, betont das Stadt-oberhaupt, „und zwar sinnvoll.“ So werde die Fritz-Beck-Hauptschule demnächst ertüchtigt. Auf dem Schlossberg hingegen geht es zunächst um die Frage, welches Raumprogramm im Bestand ohne den Flachdachanbau darstellbar ist. Liegt ein Ergebnis vor, sei auch eine Aussage zur Zahl der erforderlichen Mietpavillons zu treffen. Möglichst noch vor der Sommerpause möchte OB Ingo Lehmann das Thema im Stadtrat diskutieren und eine Grundsatzentscheidung herbeiführen. Die Zeit drängt nicht nur wegen der baulichen Mängel, denn die erforderlichen Mittel für Abbruch und Pavillon-Miete müssen im Haushalt 2010 und folgende berücksichtigt werden. Schließlich steht fest: „Der Flachdachan- bau hat keine Zukunft“, so der Lehmann.

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