Flächen werden neu genutzt – Gemeinde Eching bekommt ein neues Gewerbegebiet und zwei Wohngebiete

„Es ist fünf vor zwölf“ mit dieser Äußerung hat Bürgermeister Siegfried Luge beim Informationsabend, zu dem sich 18 interessierte Bürger einfanden, die Dringlichkeit der 3. Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Eching unterstrichen. Der Gemeinderat hatte die Änderung im Oktober beschlossen und den vom Planungsverband erstellten Vorentwurf gebilligt.

Betroffen sind drei Teilbereiche des Flächennutzungsplanes, der seit 1993 rechtsgültig ist. Im ersten Teilbereich westlich der Siedlungsstraße ist ein 2,5 Hektar großes, allgemeines Wohngebiet vorgesehen, das für Einheimische vorgehalten werden soll. Gehölzgruppen und ein zehn Meter breiter Grünstreifen entlang des Langenmoosgrabens und oberhalb am Hang sollen zukünftig das Ende des Siedlungsbereichs definieren. Ziel der Planung, die den endgültigen Abschluss des westlichen Siedlungsbereichs der Gemeinde markieren soll, sei, nach Siegfried Luge, die Deckung des akuten Wohnraumbedarfs. Sorge hinsichtlich der zunehmenden Verkehrsbelastung äußerte ein Bürger: „Die meisten Autos werden voraussichtlich über die Siedlungsstraße fahren“, befürchtete er, und regte an, die Greifenbergerstraße und die Straße am Hang ins Verkehrskonzept einzubinden. Ein Anliegen, so Sebastian Neudecker vom Planungsverband, das im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens bestimmt zufrieden stellend lösbar sei. Beim zweiten Teilbereich handelt sich um einen 1,6 Hektar umfassendes, allgemeines Wohngebiet entlang der Greifenberger Straße. „Hier ist eine lockere, großzügige Bebauung vorgesehen“, machte Luge klar. Im Osten schließt ein bestehendes landwirtschaftliches Anwesen an das bislang im Außenbereich lag und nun als Dorfgebiet (Mischgebiet) definiert werden soll, um den Standort für Landwirtschaft und Handwerk zu sichern. Der Bereich südlich des Planungsgebietes entlang der Windach bleibt als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Auch im Bereich der östlich angrenzenden Grünfläche und beim gegenüberliegenden Dorfanger bleibe alles beim Alten, stellte der Bürgermeister sicher. Auf die Frage aus dem Publikum, ob die Wiesen zwischen dem neuen Wohngebiet und der Windach einmal Bauland werden könnten, antwortete der Bürgermeister: „Das wollen wir lieber unseren Enkeln überlassen.“ Sichtlich am Herzen lag dem Gemeindeoberhaupt der dritte Teilbereich der Planung, ein 1,2 Hektar großes Gewerbegebiet östlich der Zankenhauser Straße gegenüber vom Feuerwehrhaus. „Gewerbegebiet hört sich hart an“, meinte er. Zugelassen seien aber nur Dienstleistungen zur örtlichen Versorgung mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmeter. Denkbar wäre ein Lebensmittelvollsortimenter, ein Drogeriemarkt, eine Apotheke, Arztpraxen oder eine Bank. Los geht`s 2009 „Die benachbarte Windach stellt nach der Hochwasserfreilegung keine Bedrohung mehr dar“, und der Standort sei durch seine verkehrsgünstige Lage prädestiniert, die deutliche Unterversorgung der Gemeinde zu verbessern, erklärte Luge. Außerdem befinde sich kein Wohngebiet in der unmittelbaren Nachbarschaft und der Ort werde durch Einkaufsverkehr von außerhalb kaum zusätzlich belastet. Auf das im Osten angrenzende Naturschutzgebiet (FFH) habe das Gewerbegebiet keinen Einfluss. Zudem habe die Gemeinde in den vergangenen Jahren 40 000 Quadratmeter Fläche zum Ausgleich für das kommunale „Öko-Konto“ angekauft. Bis zum 14. Januar liegt die Planung in den Rathäusern von Eching und Schondorf aus. Parallel zum weiteren Verfahren möchte die Gemeinde bereits mit der Ausarbeitung der notwendigen Bebauungspläne beginnen, so der Bürgermeister, „damit es noch im kommenden Jahr losgehen kann.“

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