Flagge für die Bäder zeigen

Die Gründungsmitglieder des „Fördervereins zum Erhalt und der Unterstützung der Bäder des Landkreises Landsberg am Lech“: (v. M.) Jonas Pioch, (dahinter v. l. n. r.) Ulrich Grabow, Hannelore Baur, Siegfried Luge, Markus Wasserle, Michael Luppert, Christine Scheffer, Georg Krackhardt und Johann Albrecht. Foto: Bauch

Ein bisschen schnell ist es schon gegangen, für den Einen oder Anderen sogar zu schnell: Auf Initiative von FDP-Kreisrat Markus Wasserle gründeten acht engagierte Landkreisbürger kürzlich in Windeseile den „Förderverein zum Erhalt und der Unterstützung der Bäder des Landkreises Landsberg am Lech“. Gerade mal eine knappe Stunde dauerte die Gründungsversammlung, denn Wasserle kam bestens vorbereitet – Anträge auf Mitgliedschaft und Vereinssatzung hatte er in seinem Gepäck. Erstes Ziel des Vereins: die Stilllegung des 33-Meter-Beckens im Warmfreibad Greifenberg zu verhin­dern.

„Wir müssen jetzt Zeichen setzen“, eröffnete Markus Wasserle das Treffen in der Licca Lounge. Schon im März 2011 sei man mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden zusammengesessen, aber die Idee einen Verein zu gründen stieß zunächst auf Skepsis. Da aber im Februar die Kreisgremien über das Wohl und Wehe des Nichtschwimmerbeckens in Greifenberg entscheiden werden, müsse sich bis dahin noch Einiges tun. Wasserle legte besonderen Wert darauf, dass der Verein nicht dazu gegründet werde, um das Bad zu unterhalten, sondern die finanziellen Mittel, etwa durch Spenden oder Sponsoren, bereitzustellen. „Wir hoffen auf die Unterstützung aus der Bevölkerung.“ Eine Unterschriftenaktion in Greifenberg habe bereits den Willen der Bürger, das Bad zu erhalten, verdeutlicht. Auch Greifenbergs Bürgermeister Johann Albrecht fand „die Idee des Vereins gut“. Laut Wasserle soll der Förderverein sich aber nicht auf Greifenberg beschränken, sondern weit gefasst sein, um niemanden abzuschrecken. Wasserle betonte: „Wir müssen im Rahmen der Vereinssatzung auch gewisse Freiheiten lassen.“ Das sei auch bei der Titulierung des Vereins von Bedeutung. Der erste Namensvorschlag enthielt „Bäder im Landkreis“, allerdings kämen nicht alle Bäder infrage, privat geführte müsse man etwa außer Acht lassen. Um eben das hervorzuheben, entschieden sich die Anwesenden für „Bäder des Landkreises“. Nachdem die Namensfrage geklärt war, ging es ruckzuck. „Wir müssen jetzt die Vorstandschaft gründen“, sagte Wasserle, was Echings Bürgermeister und Kreisrat Siegfried Luge entschieden zu schnell ging: „Verein ja, aber muss man den Vorstand schon heute wählen?“ Doch die Anwesenden machten Nägel mit Köpfen, wählten Markus Wasserle zum 1. Vorsitzenden und den Landsberger Stadtrat Jonas Pioch zum Stellvertreter. Michael Luppert aus Windach ist Kassier, zur Schriftführerin wurde Christine Scheffer aus Pürgen gewählt. „So schnell haben wir noch nie einen Verein gegründet“, scherzte Kreisrätin Hannelore Baur (SPD) aus Dießen und stellte sich zusammen mit Ulrich Grabow als Revisor zur Verfügung. Zu den Beisitzern wurden Georg Krackhardt, Johann Albrecht und Siegfried Luge gewählt. Kurz noch die Beitrittserklärungen ausgefüllt, dann folgte schon die erste Amtshandlung des Vorstandes: Er setzte die Höhe des Mitgliedsbeitrags auf 15 Euro fest. Schondorfs Bürgermeister Peter Wittmaack glaubte zwar, dass der Verein damit eher einen „ideellen Beitrag“ zur Rettung der Bäder leiste, da das Warmfreibad in Greifenberg im Moment rund 200000 Euro Minus im Jahr einfahre. Doch mit dem Verein zeige man wenigstens Flagge – und darauf käme es im Vorfeld und während der für die Bäderzukunft entscheidenden Kreisausschusssitzung an.

Auch interessant

Meistgelesen

Deko und Kunstobjekte aus aller Welt
Deko und Kunstobjekte aus aller Welt
Eresing zelebriert sein 950-Jähriges
Eresing zelebriert sein 950-Jähriges
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
40 Mal direkt in die Lehre
40 Mal direkt in die Lehre

Kommentare