Flaggschiff in ruhigem Fahrwasser

Für Echinger Verhältnisse war die jüngste Bürgerversammlung im Gasthof Roming mit 63 Besuchern eher schwach besucht. Als Grund dafür machten Bürgermeister Siegfried Luge und Landrat Walter Eichner das Champions League-Spiel des FC Bayern gegen Lyon aus. Doch auch mit dem Rechenschaftsbericht des Bürgermeisters konnten die Anwesenden durchaus auch zufrieden sein.

Aufholbedarf räumte Luge in Sachen Kinderbetreuung und Breitbandversorgung ein: Zwar gibt es in Eching seit 2007 eine Kinderkrippe, doch reicht das Angebot im kommenden Kindergartenjahr nicht mehr aus. 22 Kinder wurden angemeldet. Zu viele für eine Gruppe. Da müsse wohl von Fall zu Fall auf eine Tagesmutter zurückgegriffen werden, bedauerte der Bürgermeister. Auch ein zufriedenstellendes Er­gebnis in Sachen DSL-Anschluss stehe trotz intensiver Bemühungen noch aus. Luge hofft auf einen Kontakt mit der Firma Wingas, die ein entlang der A96 verlaufendes Glasfaserkabel besitzt. Erfreulich verlaufe dagegen der Baufortschritt auf Echings Großbaustelle „Einkaufszentrum“. Zwar könne der Rewe-Markt aufgrund der langen Winterpause nun doch nicht zur Echinger Festwoche im September eröffnet werden, dafür seien aber die Weichen für das Ärztehaus bereits gestellt. Auf Vermittlung von Landrat Eichner habe man eine kompetente Beratungsfirma gefunden, die sogenannte „Timesharing“-Praxen, in denen mehrere Fachärzte in Teilzeit beschäftigt sind, konzipiert. Bewegung kam in die beschauliche Versammlung erst zum Schluss, als eine Echingerin andeutete, dass ihrer Ansicht nach beim Umgang mit dem Landschaftsschutzgebiet entlang der Windach mit verschiedenem Maß gemessen werde. Eine Unterstellung, gegen die sich Bürgermeister Luge wehrte. Er wies darauf hin, dass der Kreisausschuss auf Empfehlung des Naturschutzbeirates über die beantragte Herausnahme eines Grundstückes aus dem Landschaftsschutzgebiet wohl im Juni entscheiden werde, die Gemeinde könne dazu nur eine Empfehlung abgeben. Von der Windach war es nicht weit zum Ampermoos, dessen bevorstehende Widervernässung bei einigen Bürgern Ängste vor Stechmückenplagen, ver­­gleichbar mit denen im Hochwasserjahr 1999, hervorruft. Im Notfall, so Luge, werde man sich mit anderen betroffenen Gemeinden zusammentun, um die Plagegeister mit Spritzmitteln zu bekämpfen. "Gebt gutes Papier!" Eine Anfrage zum Thema „kommunale Papiertonne“ gab es von Ehrenbürger Johann Pentenrieder an Landrat Eichner. Pentenrieder appellierte an den Landrat, den Vereinen die Einnahmequelle aus Papiersammlungen nicht streitig zu machen. Ein Appell den Eichner an die Bürger weitergab: „Gebt das gute Papier den Vereinen“, riet Eichner. Die „Kommunale Papiertonne“ wolle keine Konkurrenz sein, sondern nur eine Alternative für Zeiten in denen die Vereine nicht sammeln. „Für die Vereine bleibt trotzdem noch genügend übrig“, hob der Landrat hervor. Eichner bezeichnete die Gemeinde Eching als das Flaggschiff des Landkreises: „Ihr könnt bei einem Schuldenstand von 58000 Euro und Rücklagen von 968000 Euro bestens leben.“

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