Von Tönnies zu FMS

Fleischmarkt München Süd übernimmt Lutz Fleischwaren in Landsberg 

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Lutz Fleischwaren ist ab dem 1. August in Münchener Hand.

Landsberg – Eine längere Geschichte der Insolvenzen und Übernahmen hat doch noch einen guten Ausgang: Der Fleischmarkt München Süd (FMS) übernimmt ab 1. August das Frische Center der Lutz Fleischwaren in der Justus-von-Liebig-Straße. Nach der Insolvenz der Lutz-Gruppe 2017 hatte die Zur-Mühlen-­Gruppe den Betrieb übernommen – und schlidderte im Herbst 2018 in einen Hygiene­skandal.

Der Fleischmarkt München eröffne damit die erste Zweigstelle, teilt Geschäftsführer Christian Otto mit. Die Eröffnung in der Lechstadt sei „nach einer nur einwöchigen Umbauphase“ schon für kommenden Samstag, 1. August, geplant. Die Verträge habe man vor wenigen Wochen unterzeichnet. Und man werde alle sieben Mitarbeiter des ehemaligen Frischecenters „ausnahmslos“ übernehmen, betont der Geschäftsführer. Mehr noch: Das Unternehmen schließt laut eigener Auskunft keine befristeten Arbeitsverträge.

Die Zur-Mühlen-Gruppe gehört zum norddeutschen Tönnies-Konzern. Sie hatte im Februar dieses Jahres den Betrieb in Landsberg eingestellt. Man habe keine Perspektive gesehen, da die Standortkosten zu hoch seien, zudem habe man nicht genug Arbeitskräfte finden können. Im Herbst 2018 hatte foodwatch dem Unternehmen Hygiene­mängel vorgeworfen. Das Landratsamt Landsberg hatte jedoch nur „geringfügige Verstöße“ angemerkt.

FMS ist seit 2016 im Münchener Schlachthof-Areal. Das Unternehmen hat eine eigene Fleischzerlegung und schreibt sich auf die Fahnen, seine Fleischlieferanten „persönlich“ zu kennen und auch öfter zu besuchen. Das Sortiment umfasse „internationale Spezialitäten und Feinkostprodukte“. Zudem vertreibe FMS Färsen und Strohschweine mit „Geprüfter Qualität (GQ) Bayern“-Zertifikat.

Seit Montag werde umgebaut und modernisiert, wofür die Filiale geschlossen werden muss. Am ersten Öffnungstag gibt es von 8 bis 12 Uhr für die Besucher Weißwürste und Wiener.

Produktionsstätte von Allgäuer Unternehmen übernommen

Nicht nur das Frische Center der ehemaligen Lutz Fleischwaren am Penzinger Feld wird wieder aktiviert (siehe Artikel „Von Tönnies zu FMS). Auch die Produktionsstätte hat einen neuen Besitzer gefunden: den Fleischproduzenten und -händler Josef Maier GmbH & Co. KG aus Bad Wörishofen.

Die gesamte Produktion mit Zerlegung und Verarbeitung werde von Bad Wörishofen nach Landsberg verlegt, informiert Pressesprecher der Josef Maier GmbH Martin Thoma. Landsberg sei also kein zusätzlicher, sondern alleiniger Standort der Produktion.

Auf die Nachfrage des KREISBOTEN, ob ein Teil oder gar alle der bisher rund 70 Arbeitskräfte der Lutz Fleischwaren übernommen würden, antwortet Thoma: „Die Josef Maier GmbH & Co. KG hat ausschließlich das Gebäude erworben und keinerlei Vereinbarung bezüglich Personalübernahmen getroffen.“

Der Sitz des Unternehmens sowie die Verwaltung, die Tiefkühllager und die Logistik blieben am jetzigen Standort in Bad Wörishofen bestehen. Bevor man die Produktionsstätte in Landsberg öffnen könne, müsse allerdings die Infrastruktur noch umgebaut werden.

„Die Anforderungen unserer Kunden und die steigenden gesetzlichen Auflagen machen eine Erweiterung unserer Produktion notwendig“, begründet Thoma den Umzug. In Bad Wörishofen sei das leider nicht möglich gewesen. In Landsberg habe man nun „die optimale Lösung gefunden“, so Thomas Maier, geschäftsführender Gesellschafter der Josef Maier GmbH.

Das Allgäuer Familienunternehmen Josef Maier wurde 1973 gegründet und ist auf Wildfleisch spezialisiert – und darin laut Webseite marktführend. Momentan arbeiten 100 Angestellte im Betrieb. In der Schusszeit verarbeite man insgesamt 6.000 Tonnen Wild, so Thoma. Insgesamt erziele die GmbH einen Jahres-Umsatz von circa 55 Millionen Euro und exportiere in über zehn Länder.
Susanne Greiner

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