Kommandanten-Trio ist komplett:

Die drei Chef-Florians vom Ammersee

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Uttings Bürgermeister Josef Lutzenberger (2. von rechts) dankte dem langjährigen Feuerwehrkommandanten Andreas Streicher (rechts) für sein vorbildliches Engagement. Links von Lutzenberger der neu gewählte Kommandant Florian Hoffmann, sein Vize Johannes Vogt und Kreisbrandmeister Josef Ender.

Utting – Nomen est Omen! Die Bewohner des Ammersee-West­ufers können sicher sein, gut beschützt zu werden. Gleich drei Florians führen als Kommandanten Freiwillige Feuerwehren: Florian König in Dießen, Florian Gradl in Schondorf und jetzt, frisch gewählt, Florian Hoffmann in Utting. Mit einem Votum von 100 Prozent der Stimmen trat der 35-Jährige die Nachfolge von Andreas Streicher an, der zwölf Jahre lang dieses Amt inne hatte. Die offizielle Bestellung durch den Gemeinderat ist nur noch Formsache.

Bürgermeister Josef Lutzenberger als Wahlleiter und seine Stellvertreterin Margit Gottschalk gratulierten als erste. Hoffmann ist für beide kein Unbe­kannter: Er sitzt für die Ländliche Wählergemeinschaft (LW) im Gemeinderat, arbeitet im Bauamt des Rathauses und hat sich als zweiter Kommandant intensiv auf sein neues Amt vorbereiten können. Vorgänger Andreas Streicher bezeichnete Hoffmann als seinen „Zieh- und Schiebsohn“, der ihn mit Ideen und Tatendrang vorangeschoben habe. Das erfolgreiche Team arbeitet künftig weiter zusammen, obwohl Streicher jetzt „als einfacher Feuerwehrmann hinten im Wagen sitzt“. Er bat die Kameraden um Unterstützung seines Nachfolgers, auf den jetzt zusätzlich jede Menge Verwaltungsarbeit zukomme. Man müsse die Feuerwehr nämlich überkorrekt wie ein Unternehmen führen, obwohl es Ehrenamt und Hobby sei.

Florian Hoffmann dankte für die Vorschusslorbeeren, bezeichnete seine Kameraden als „geile Truppe mit viel Teamgeist“ und dankte seinem Vorgänger und der Gemeinde, ein so gut bestücktes Haus übernehmen zu dürfen. Bürgermeister Lutzenberger versprach auch weiterhin die volle Unterstützung der Gemeinde in allen Feuerwehr-Belangen. Er selbst sei auf dem „kurzen Dienstweg“ jederzeit für Florian und seine Floriansjünger erreichbar. Andreas Steicher dankte er nochmals für seine „höchste Führungsqualität“, mit der er „den Laden menschlich zusammengehalten hat“.

Zum Stellvertreter Hoffmanns wählte die Versammlung Johannes Vogt, der schon bei der Wehr in Fürstenfeldbruck aktiv war und sich nach seinem Umzug nach Utting schnell in der örtlichen Feuerwehr integriert und bewährt hat. Mit der Ernennung zum Vize wurde Vogt gleichzeitig zum Oberlösch­meister befördert. Bestätigt wurden bei den Neuwahlen die beiden Vertrauensleute Karl Wilhelm jun. und Andreas Glassl.

Neuwahlen gab es auch beim Feuerwehr-Verein, wobei hier die bisherige Vorstandschaft in ihrem Amt bestätigt wurde. Vorsitzender bleibt Josef Klingl, sein Stellvertreter weiterhin Andreas Sedlmeir. Schriftführer ist Lukas Ludwig und Kassenwart Korbinian Lutzenberger. Klingl gab einen kurzen Rückblick über das rege Vereinsleben bei der Feuer­wehr, wo neben dem Ernst der vielfältigen Aufgaben auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommt. Ob Rodelausflüge, Grillfeste, Besuche bei befreundeten Feuerwehren, Teilnahme an kirchlichen Feiern mit der Fahnenabordnung, aber auch Papiersammlungen zum Aufbessern der Vereinskasse standen auf dem Programm.

Neun Brände und mehr

Den Jahresrückblick der Feuerwehr-Einsätze und -Tätigkeiten teilten sich der scheidende und der neue Kommandant. So wurden 5.501 Stunden im Dienst für die Allgemeinheit absolviert, unter anderem bei Ausbildungen, Übungen und 42 Einsätzen. Dabei waren neun Brände, fünf Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen und fünf Ölspurbeseitigungen, sechs Sicherheitswachen, vier Baumfällungen, eine Personen- und zwei Tierrettungen sowie das Auspumpen eines Kellers unter Wasser.

Aktuell sind bei der Uttinger Feuerwehr 51 aktive Mitglieder, darunter zwei Feuerwehrfrauen. 26 davon sind Atemschutzgeräteträger. Nachwuchssorgen gibt es nicht in Utting. Die Jugendfeuerwehr besteht aus 15 Jungs und vier jungen Damen, die im letzten Jahr mit viel Begeisterung 410 Ausbildungsstunden absolviert haben.

Getrennte Duschen

Bürgermeister Lutzenberger dankte für diese „Wahnsinnsbilanz“ des „gut geölten Räder­werks“ der örtlichen Feuerwehr. Etwas Entlastung bringe demnächst ein hauptberuflicher Gerätewart, den man sich mit Schondorf teilen wolle.

Da immer mehr Weiblichkeit zur Feuerwehr strebe, werden jetzt getrennte Duschanlagen im Feuerwehrhaus gebaut. Besonders lobte Lutzenberger die unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden im Feuerwehrhaus und an den Fahrzeugen. Grußworte vom Kreisfeuerwehrverband überbrachte Kreisbrandmeister Josef Ender. Er dankte den Uttingern insbesondere für ihre tatkräftige Mithilfe bei den Landkreislehrgängen.

Ein Höhepunkt der Versammlung war die Ehrungen langjähriger Mitglieder. Ehrenzeichen bekamen Florian und Lorenz Wilhelm (je 10 Jahre), Stefan Steinbrückner (20), Martin Mayr (30) und Karl Wilhelm (40). Viel Beifall gab es für Anton Pittrich, der 60 Jahre Mitglied im Verein ist. Von 1970 bis 1974 war er stellvertretender Kommandant. Für 70-jährige Mitgliedschaft wurde Eugen Drischberger geehrt, Kommandant von 1970 bis 1983. Er ist inzwischen Ehrenkommandant und Ehrenkreisbrandrat. Für die beiden rüstigen Senioren gab es Standing Ovations.

Dieter Roettig

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