Realistische Brandbekämpfung:

Bei 600 Grad: "Rein in den Container!"

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Nur auf Knien wegen der enormen Hitzeentwicklung konnten die Atemschutzgeräteträger die Flammen im Brandübungscontainer bekämpfen. In Hofstetten wurden Feuerwehrmänner unter realistischen Bedingungen eines Zimmerbrandes trainiert
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Realistische Brandbekämpfung im Container: 64 Floriansjünger aus dem Landkreis Landsberg absolvierten in Hofstetten eine Spezialausbildung.
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Realistische Brandbekämpfung im Container: 64 Floriansjünger aus dem Landkreis Landsberg absolvierten in Hofstetten eine Spezialausbildung.
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Realistische Brandbekämpfung im Container: 64 Floriansjünger aus dem Landkreis Landsberg absolvierten in Hofstetten eine Spezialausbildung.
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Realistische Brandbekämpfung im Container: 64 Floriansjünger aus dem Landkreis Landsberg absolvierten in Hofstetten eine Spezialausbildung.
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Realistische Brandbekämpfung im Container: 64 Floriansjünger aus dem Landkreis Landsberg absolvierten in Hofstetten eine Spezialausbildung.
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Realistische Brandbekämpfung im Container: 64 Floriansjünger aus dem Landkreis Landsberg absolvierten in Hofstetten eine Spezialausbildung.
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Realistische Brandbekämpfung im Container: 64 Floriansjünger aus dem Landkreis Landsberg absolvierten in Hofstetten eine Spezialausbildung.

Hofstetten – Dichter beißender Rauch, knisternde Flammen und Temperaturen bis 600 Grad haben den 64 Feuerwehrmännern aus 71 Landkreisfeuerwehren keine Angst gemacht. Im Gegenteil: Sie gingen freiwillig mit einer 30 Kilogramm schweren Ausrüstung am Körper in einen brennenden und völlig verrauchten Container. Hier probten die speziell ausgebildeten Atemschutzgeräteträger den Ernstfall eines Wohnungsbrandes unter realis­ti­schen Bedingungen.

Auf dem Gelände des Abfallwirtschaftszentrums Hofstetten fand die fünftägige konzentrierte Ausbildung in acht Durchgängen statt, initiiert vom Landesfeuerwehrverband Bayern und durchgeführt vom Kreisfeuerwehrverband Landsberg unter Leitung von Kreisbrandmeister Florian Buck. Geprobt wurde in einem Brandübungscontainer, für den der Freistaat Bayern inklusive der landesweiten Einsätze 1,2 Millionen Euro investiert hat.

Nur in einem solch speziell gebauten Container kann eine realitätsnahe Brandbekämpfung unter „umluftunabhängigem Atemschutz“ trainiert werden. Durch die Verwendung von Holz entsteht die für einen Zimmerbrand typische Hitze- und Rauch­entwicklung. So werden die Feuerwehrleute mit einem echten Feuer konfrontiert, um sich möglichst praxisnah bei gleichzeitiger Beibehaltung sicherer Bedingungen auf einen realen Einsatz vorzubereiten.

Vor dem simulierten Ernstfall wurde unter Anleitung von Markus Ripper, Hannes Jehle und Andreas Bohr Theorie gepaukt. Wie das Erkennen des Brandverlaufs und die Einschätzung der Gefahrensituation zum Beispiel mit Flash Over, die Brandbekämpfung mit Strahlrohren, das Öffnen von Türen in Brand­räumen sowie das Verhindern von Rauchgasdurchzündungen und Rauchexplosionen.

Bevor es in den brennenden Container ging, mussten die jungen Feuerwehrleute ihre lebenswichtige Schutzkleidung richtig anlegen: feuerresistenter Anzug, Flammschutzhaube, Helm mit Nackenschutz, Handschuhe. Zum Schluss wurde der Pressluftatmer geschultert und richtig festgezurrt. Im rauchgeschwängerten Container, wo die Holzplatten bereits lichterloh brannten, konnten die Retter nur gebückt, meist aber nur auf den Knien mit gezielten Wasserstößen gegen die Flammen vorgehen. Man musste den giftigen Dämpfen möglichst ausweichen, die bei einem Wohnungsbrand von Möbeln oder Couchgarnituren entweichen.

Draußen vor dem Container stand achtsam die „Feuerwehr für die Feuerwehr“ bereit, wenn zum Beispiel einer der Kameraden im Container ohnmächtig wird oder der Anzug Feuer fängt. Brenzlig war die Situation nur, als die Türen des Containers für einige Minuten geschlossen und erst nach Klopfzeichen wieder geöffnet wurden. Bei ex­tremer Rauchentwicklung und unerträglicher Hitze müssen die Retter schließlich ihre Tätigkeit blind verrichten können.

Aufmerksamer Beobachter der letzten Übungseinheit auf dem Abfallentsorgungszentrum war der Landsberger CSU-Bundestagsabgeordnete Michael Kießling. Er war voll des Lobes über die Teilnehmer aus Denklingen, wo er einst als Bürgermeister viel für die örtlichen Floriansjünger getan hat.

Bei echten Brandeinsätzen sind es die Atemschutzgeräte­träger, die oft unter schwierigsten Bedingungen in Häuser und Wohnungen eindringen, um Leben zu retten und Schlimmeres zu verhindern. Darum sind reale Trainingseinheiten wie jetzt in Hofstetten unverzichtbar im Rahmen der Aus- und Weiterbildung. 7.200 junge Aktive werden mit der Aktion „Realbrandausbildung im Brandübungscontainer“ im Freistaat speziell dafür geschult. Im Landkreis Landsberg gibt es nach der Hofstetter Übung jetzt 64 neue „heiße Jungs“.
Dieter Roettig

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