Kein Mitspracherecht

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Rund 300 Asylbewerber könnte man in der Tennishalle in Kaufering unterbringen. Die Anmietung kommt dem Landkreis günstiger als das Aufstellen einer Traglufthalle.

Kaufering – Nun ist es mehr oder weniger amtlich. Zwar ist der Vertrag noch nicht unterschrieben, aber die privat betriebene Kauferinger Tennishalle am Schwimmbad soll im nächsten Jahr als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt werden. Damit sind alle bisher diskutierten Unterbringungsmöglichkeiten in Containern wie beispielsweise in der Jahnstraße oder der Hiltistraße vom Tisch. Zumindest vorläufig. Landrat Thomas Eichinger war eigens nach Kaufering in die routinemäßige Bürgerversammlung gekommen, um die Bevölkerung über diese neuesten Entwicklungen zu informieren.

Rund 300 Asylbewerber und Flüchtlinge könne man dort unterbringen, betonte Eichinger. Baurechtlich sei dies inzwischen geprüft. Schon unter finanziellen Gesichtspunkten sei die Anmietung der Tennishalle erheblich günstiger als beispielsweise das Aufstellen einer Traglufthalle, die das zehnfache kosten würde, sagte Eichinger. Die Tennishalle, so der Landrat, würde sich gut in das Gesamtsystem der Verteilung einfügen. Man könne Kaufering als „Drehscheibe“ nutzen.

Das Thema Asyl wird uns auch noch nächstes Jahr beschäftigten, sagte der Landrat. „Wenn ich aber sehe, was an den Grenzen los ist, bin ich ganz still“. Im Landkreis Landsberg werden am Jahresende 1850 Asylbewerber und Flüchtlinge leben. Die sind verteilt auf 28 Gemeinden. Wie dramatisch die Situation sich schon im laufenden Jahr entwickelt habe, belegt der Landrat mit einer Zahl. Geplant war 2015 die Unterbringung von 1070 Flüchtlingen. Nun seien fast doppelt so viele Menschen gekommen. Ähnlich dramatisch dürfte sich die Situation 2016 entwickeln.

„Wir erwarten für den Landkreis nach dem heutigen Kenntnisstand zwischen 3200 und 3800 Flüchtlinge.“ Eichinger betonte, dass man deshalb zukünftig auch in anderen Gemeinden größere Unterbringungsmöglichkeiten brauche. Die Konzentration so vieler Menschen in einem Gebäude ist nicht beliebt, weiß auch der Landrat. Allerdings habe man bei den Zahlen keine große Wahl mehr. Eichinger versprach den Kauferingern aber eine bestmögliche Begleitung durch den Landkreis. „Wir werden uns nicht wegducken“ versprach der Landrat. Geplant sei die Betreuung durch einen Hausmeister und ausgebildete Asylsozialarbeiter. Die Essens-Versorgung der Flüchtlinge könne über die ehemalige Pizzeria im Schwimmbad durchgeführt werden.

Beste Sicherheit

Das Landratsamt hält an dem Plan fest, 12 unbegleitete minderjährige Flüchtlingskinder in einem Gebäude in der Kolpingstraße unterzubringen. Die Rund-um-die-Uhr-Betreuung der Kinder und Jugendlichen werde im Rahmen eines SOS-Kinderdorf-Konzeptes erfolgen. Ein großes Dankeschön gab es von Landrat Thomas Eichinger für die „große Schar“ der ehrenamtlichen Helfer. Die beste Sicherheit für Einheimische wie auch Flüchtlinge sei es, sich gegenseitig kennen zu lernen.

Auf Nachfrage eines Bürgers, welche Einflussmöglichkeiten der Marktgemeinderat bei Asylthemen habe, sagte Eichinger klipp und klar, „der Marktgemeinderat hat hier kein Mitspracherecht“. Die Wohnungen des Landkreises in der Schlesierstraße, in der bisher Asylbewerber untergebracht waren, werden wie bereits berichtet, abgerissen. An gleicher Stelle sollen 30 Wohnungen im sozialen Wohnungsbau entstehen. Diese Wohnungen sind nicht explizit für die Unterbringung von Asylbewerbern vorgesehen.

Siegfried Spörer

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