"Nachwachsende Arbeit"

Förderkreis Schacky-Park zieht erfolgreiche Bilanz

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Stolz auf die geleistete Arbeit im Schacky-Park zeigten sich bei der Mitgliederversammlung im Unterbräu: Förderkreis-Vorsitzende Christine Reichert, ihr Vorgänger Dr. Dietrich Klemm, Peter Kaun sen., Emil Schmitt, Simone Egger und Christel Bernhard.

Dießen – Dass Gartenarbeit jung hält, wurde bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Förderkreises Schacky-Park eindrucksvoll bewiesen. Zwei der aktivsten ehrenamtlichen Mitarbeiter bekamen für ihren seit Jahren unverzichtbaren Einsatz besonders viel Beifall: Peter Kaun senior (80) und Emil Schmitt, gerade 93 geworden.

Gartenbau-Ingenieur Peter Kaun kümmert sich aus Liebe zur Natur um die Pflanzen- und Baumpflege des „Englischen Gartens“ im Herzen von Dießen und hier speziell um das berühmte Apfelbaum-Spalier von der Villa Diana zum Apollo-Brunnen. Dafür erhielt Kaun erst kürzlich von Ministerpräsident Markus Söder persönlich die Ehrennadel des Freistaats Bayern „für seinen uneigennützigen Dienst für die Allgemeinheit“ überreicht. Emil Schmitt, der Baumeister des Förderkreises, ist mit Fachwissen und Tatkraft immer da, wenn es um die vom Denkmalschutz geforderte originalgetreue Restaurierung der historischen Schätze des Parks geht, wie aktuell bei der Beleuchtung. Der Film über die Aktivitäten des Förderkreises im vergangenen Jahr bewies, dass Emil Schmitt anpackt wie ein Junger. Dafür wird er von Landrat Thomas Eichinger als „Stiller Held“ ausgezeichnet.

„Mit Kaun und Schmitt sowie dem ganzen tollen Team können wir Berge versetzen“ lobte Vorsitzende Christine Reichert die Manpower der 51 Aktiven aus dem 522 Mitglieder starken Förderkreis. Zusammen mit Handwerksbetrieben aus der Region, die bei der Preisgestaltung sehr gnädig sind auch großzügig spenden, wurde im Jahr 2018 wieder viel geschafft. Wie der nach dem Original neu geschmiedete Eisenzaun entlang der Johannisstraße. 3.500 Nieten und drei Speziallackierungen waren hier nötig. Jetzt fehlen nur noch die Aufsätze für die Betonsäulen am Zaun und das schmiedeeiserne Tor an der Villa Diana, das von Daniel und Florian Wahl (DW-Bau) als Geschenk an den Förderkreis gratis restauriert wird. Die Gesamtkosten des Zauns betrügen 59.028 Euro.

Davon tragen die Stiftung Deutscher Denkmalschutz 23.000 Euro, das EU-Programm LEADER 24.164 Euro, das Bayerische Landesamt für Denkmalschutz 7.000 Euro und der Bezirk Oberbayern 1.981 Euro. Den Rest übernimmt der Förderkreis aus seinen Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Aber nicht nur das. Auch 41.700 Euro für die neue Kuppel mit Zirbelnuss auf dem Monopteros werden vom Förderkreis spendiert.

4.443 ehrenamtliche Arbeitsstunden wurden im letzten Jahr geleistet im „Park mit stets nachwachsender Arbeit“ (so Christine Reichert), vom Rasenmähen über die Anlage von Drainagen bis zur Umgestaltung der südlichen Waldteile. Allein das bedeutete das dreimalige Ausschneiden der 2.000 neu gepflanzten Bäume, das Abholzen der vom Käfer befallenen Bäume, die Beseitigung von Sturmschäden sowie die Pflege der Wege und Wildzäune. Fast fertig ist das umfangreiche „Parkpflegewerk“ mit einer exakten Dokumentation und der Bestandsaufnahme, das als Vermächtnis des Förderkreises gelten soll. Von den rund 40.000 Euro Gesamtkosten des Werks hat LEADER 14.500 Euro als „geistige Arbeit“ und Eigenleistung anerkannt und wird sie erstatten.

Einer der Höhepunkte im laufenden Jahr wird die Aufstellung der zwölf historischen Lampen an den ursprünglichen Standplätzen im Park. Die Steinsockel stehen bereits, die Amphoren sind fertig und Kunstschmied Walter Spensberger restauriert und ergänzt gerade die Original-Mohnranken. Auf deren Spitzen werden künftig Solarleuchten den Park romantisch illuminieren (der KREISBOTE berichtete). Von den rund 64.000 Euro Gesamtkosten bekommt der Förderkreis für seine Eigenleistung 7.230 Euro erstattet. 1908 war Ludwig Freiherr von Schacky übrigens einer der ersten Dießener, die elektrisches Licht hatten, dazu noch unterirdisch verkabelt.

Der 18 Hektar große Schacky-Park im Süden Dießens an der Johannisstraße in Nachbarschaft des SOS-Kinderdorfs Ammersee-Lech steht allen Besuchern offen. Regelmäßig finden Führungen, Veranstaltungen sowie am Monopteros besondere Konzerte statt. Jeden Freitag ab 15 Uhr heißt das historische Entenhaus Freunde und Gäste zu einem Ratsch willkommen. Termine, Historie und Wissenwertes über den Park unterwww.schacky-park.de

Dieter Roettig

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