EVL folgt dem Coach aufs Wort – Sensationssieg und Aufholjagd

„Die Zuschauer sollen wieder einmal zufrieden nach Hause gehen“. Das hatte zuletzt EVL-Coach Franz-Xaver Ibelherr von seinen Spielern gefordert. Sie folgten ihrem Coach aufs Wort. Zuhause wurde am Freitag der große Meisterschaftsfavorit Starbulls Rosenheim mit 4:2 vom Eis gefegt. Am Sonntag konnten die Landsberger nach einem 4:0–Rückstand in Miesbach immerhin noch einen Punkt holen.

Gleich vorneweg - Mann des Abends am Freitag war Alexander Reichelmeir. Der 19-jährige Torwart kam nach gut zwölf Minuten in die Partie nachdem sich die etatmäßige Nummer eins Varian Kirst wieder einmal zwei Patzer leistete und von Trainer Franz-Xaver Ibelherr dafür vom Eis genommen wurde. Zuvor hatten die Rosenheimer zweimal auf das Landsberger Tor geschossen und zweimal getroffen. Ron Newhook hatte vom Bullypunkt weg zunächst ins rechte obere Eck zum 0:1 in der 6. Minute getroffen. Dann durfte Matthias Hart ungestört auf Kirst laufen, der den Schuss prompt ohne Gegenwehr passieren ließ – 0:2 in der 13. Minute. D er Torwartwechsel schien Signalwirkung zu haben. Landsberg kam besser ins Spiel und erarbeitete sich gute Chancen. Fast folgerichtig fiel der Anschlusstreffer 49 Sekunden vor Drittelende. Ross McCain beendete seine Torflaute und besorgte aus dem Gewühl heraus das 1:2. Ein Treffer genau zur richtigen Zeit, wie sich im zweiten Abschnitt herausstellte. Der EVL kam mit breiter Brust aus der Kabine und setzte die Starbulls mächtig unter Druck. Allen voran Jordie Preston, der nach seinem Fast-Rauswurf (siehe nebenstehender Bericht) eine gute Leistung abliefert. Der Kanadier sorgte auch in der 25. Minuten für den Ausgleich. Nach einem krassen Fehler in der SBR-Hintermannschaft lief er alleine auf den Gäste-Kasten zu und düpierte auch noch Rosenheims Torwartoldie Claus Dalpiaz zum 2:2. Landsberg anschließend richtig in Fahrt und mit genügend Möglichkeiten, das Spiel schon im Mittelabschnitt zu entscheiden. Bestes Beispiel, Sebastian Wolsch, der mit seinem Alleingang in 38. Minute an Dalpiaz hängen blieb. Den anschließenden Nachschuss vergeigte Daniel Nörenberg. 13 Sekunden vor Drittelende rettete dann noch der Pfosten für die Starbulls. Nach 45 Minuten war aber das Glück des Erzrivalen endgültig aufgebraucht. In Rosenheimer Überzahl erkämpfte sich der wieder einmal fleißig Ross McCain die Scheibe und legte blitzgescheit auf Jordie Preston. Der Kanadier ließ Freund und Feind stehen und vollendete zum 3:2. Es war aber der Weckruf für die Gäste. Rosenheim in der restlichen Zeit drückend überlegen. Alleine Dylan Stanley und Ron Newhook hatten massig Gelegenheiten das Spiel zu drehen und zu entscheiden. Allerdings hatten sie nicht den überragenden Alexander Reichelmeir auf der Rechnung. Der 19-Jährige zeigte sensationelle Reflexe und brachte die Starbulls damit schier zur Verzweiflung. SBR-Coach Franz Steer setzte alles auf eine Karte und nahm Claus Dalpiaz zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und dann kam, was kommen musste. Markus Rohde schnappte sich die Scheibe und schoss ins leere Tor zum 4:2. Allerdings kullerte der Puck erst zwei Sekunden nach der Schlusssirene über die Torlinie. Weil ein Rosenheimer aber von der Bank aus einen Schläger aufs Eis warf und damit einen regulären Treffer verhinderte, entschied Schiedsrichter Michael Deibler auf Tor. Obwohl nur 663 Zuschauer da waren – die Halle stand nach dem Sieg gegen den Erzrivalen Kopf. Die Freude über den Sieg war in Miesbach aber schnell verflogen. Der EVL begann gelinde gesagt katastrophal und lag nach noch nicht einmal drei Minuten mit 2:0 im Rückstand. Brad Efthimiou und Philip Rießle im Nachgestochere hatte die Treffer für die Hausherren gemacht. Danach fingen sich die Landsberger etwas, um gegen Drittelende dann die gleichen Fehler zu machen, wie zuvor. Bis zum Pausentee rappelte es noch zweimal hinter Alexander Reichelmeir. Wieder Philip Rießle und Andrew Schembri besorgten das 4:0 – die Partie schien schon in den ersten 20 Minuten entschieden. Es bedurfte schon einem mittleren Kabinen-Donnerwetter von Franz-Xaver Ibelherr, um seine Mannen zu motivieren. Die Ansprache und die Hereinnahme von Varian Kirst ins Tor schien zu fruchten. Landsberg war nun lauffreudiger und mit einem kleinen Übergewicht bei den Spielanteilen. Prompt fiel das erste EVL-Tor. Knapp sechs Minuten waren wieder gespielt, da donnerte Andreas Widmann einen Schlagschuss von der blauen Linie zum 4:1 in die Maschen. Danach noch einmal Schrecksekunde, als Ty Morris alleine vor Varian Kirst auftauchte. Der Ex-Landsberger scheiterte aber kläg- lich. Alex White machte es besser. Kurz vor Drittelende versenkte er in Überzahl die Scheibe zum 4:2 in der 39. Minute. Die Aufholjagd konnte also beginnen – und sie kam. Kurz nach Beginn des letzten Drittels schnappte sich Jordie Preston, von der Strafbank kommend, die Scheibe und lief alleine auf das Miesbacher Tor zu. In letzter Sekunde konnte ein TEV-Verteidiger den Kanadier stoppen, allerdings mit unfairen Mittel. Den fälligen Penalty verwandelte Preston mit einem aufreizend lässigen Täuschungsmanöver zum 4:3 in der 42. Minute. Drei Minuten später geschah dann das, woran selbst die eingefleischtesten EVL-Fans nach dem ersten Drittel nicht mehr geglaubt hatten. Brent Fritz legte schon in der gegnerischen Zone ab und Sebastian Wolsch donnerte den Puck unter den Querbalken zum 4:4-Ausgleich. Ein Sieg war den EVL-Cracks in der Verlängerung aber nicht vergönnt. Der ohnehin unsichere Schiedsrichter Robert Vozar stellte in der Overtime gleich zwei Landsberger mit Strafen vom Eis. Die doppelte Überzahl konnten die Hausherren erst nicht nutzen. Als Markus Rohde vom Sünderbänkchen wieder zurück war, schien die Landsberger Abwehr für einen Moment unsortiert und Sebastian Deml nutzte die zum 5:4-Siegtreffer in der 64. Minute. Am Freitag und Sonntag geht es auswärts nach Passau, dann kommt´s zum Derby gegen den ESV Kaufbeuren – Beginn der Partie ist um 18 Uhr.

Meistgelesen

Schumann hat Zahnweh
Schumann hat Zahnweh
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Ein Weißbier mit Obama
Ein Weißbier mit Obama
Die Sparkasse Landsberg-Dießen reduziert
Die Sparkasse Landsberg-Dießen reduziert

Kommentare