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Forstamt Landsberg: Brennholz und Kastanien

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Von: Susanne Greiner

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Starke Nachfrage nach Brennholz. Das Forstamt Landsberg verkauft sein Holz ab Waldstraße. © pv

Landsberg – „Die Nachfrage nach Brennholz nimmt Klopapierausmaße an“, urteilt der Landsberger Forstamtsleiter Michael Siller. „Wir sind total ausgebucht.“ Man werde erst die Stammkunden mit dem geplanten Winter-Holzeinschlag von 15.000 Festmeter bedienen – davon sind rund 5.000 Festmeter Brennholz.

Momentan lote er die Holzpreise aus, sagt Forstamtsleiter Siller. Natürlich werde man die vier großen Stammkunden mit Holz beliefern. Er werde zudem nicht bisher für Sägewerke gedachtes Holz zu Brennholz umdeklarieren, immerhin gehe es auch um das im Holz gespeichertes CO2, das beim Verbrennen freigesetzt würde. Für die vier Großkunden benötige man rund die Hälfte des Einschlags, der Rest gehe an 250 bis 300 Kleinabnehmer. Und auch deren Wünsche müsse er einbremsen, so Siller.

Momentan lotet der Amtsleiter die Preise aus. Beim Leitsortiment Buche/Hartholz sieht er eine Steigerung von bis zu 45 Prozent. „Der Festmeterpreis für Buche ab Waldstraße, also in vier Metern Länge, wird wohl bei bis zu 100 Euro liegen – im Vergleich zu 68 Euro in den letzten Jahren.“ Das gelte auch für Fichte, Kiefer oder Esche. Fichte sieht Siller bei circa 50 Euro pro Festmeter. Allerdings sei die Preissteigerung weitaus moderater als bei den Händlern. Dort würden aktuell bis zu 180 Euro pro Ster ofenfertiges Holz verlangt – im Vergleich zu 90 Euro vor einem Jahr.

Zur Frage, ob man im Wald Brennholz sammeln dürfe, äußert sich Siller deutlich: „Ein Leiterwagen ist OK. Aber ein Kofferraum voll ist Diebstahl, Punkt.“ Der Wald brauche das Totholz, sowohl für Insekten als auch als Biomasse für den Boden. Nicht zuletzt benötige man für die Rückegassen Totholz, um das geschlagene Holz möglichst bodenschonend zu transportieren.

Was Siller freut: Der Käferholz­anteil liegt bei maximal zehn Prozent – nach Sturm Niklas waren es 50. „Die aktuell frühe Kälte und der Regen sind für uns sehr gut.“ Dennoch hätten einige Laubbäume im Juli wegen ‚Trockenheits-Stress‘ Blätter frühzeitig abgeworfen. Auch die Walnüsse seien heuer oft vertrocknet. Und alle Baumfrüchte seien in diesem Jahr besonders früh dran: „Die Bäume versuchen, möglichst früh alle kraftzehrenden Prozesse abzuschließen.“

Deshalb startet auch der städtische Kastanien- und Eichel­ankauf gut eine Woche früher als sonst. Wer mithelfen möchte, die Vorratslager des Forstamts für die Wildfütterung zu füllen, kann seine getrocknete und schimmelfreie ‚Ernte‘ am 19. und 20 Oktober jeweils von 14 bis 16.30 Uhr zum Spitalgut am Campingplatz bringen. Eicheln kauft das Forstamt in unbegrenzter Menge zu 50 Cent pro Kilo. Kastanien werden bis zu 15 Kilo pro Person angenommen. Dafür zahlt das Forstamt 20 Cent pro Kilo.

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