Rettung im (Schilder-)Wald

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Forstbetriebsleiter Nikolaus Stöger (links) und Servicestellenleiter Andreas Reißner: Alle 30 Rettungstreffpunkte im Landkreis sollen solch ein Hinweisschild erhalten.

Landsberg – Zeit rettet Leben. Insbesondere bei Unfällen im Wald spielt das eine große Rolle, denn dort fällt die Orientierung oft schwer. Das gilt für Waldarbeiter genauso, wie für den Rettungsdienst. Deshalb wird das Netz der Rettungstreffpunkte ausgebaut, die Punkte mit Schildern gekennzeichnet.

Wenn im Wald ein Unfall passiert, ist dieser meist schwerwiegend. Gerade Waldarbeiter sind dabei einem hohen Risiko ausgesetzt. Das liegt an den unvorstellbaren Gewalten: „Das Gefährliche ist die Masse. Die Bäume, die wir fällen wiegen zwischen vier und fünf Tonnen“, erklärt Andreas Reißner, Servicestellenleiter der Bayerischen Staatsforsten in Landsberg. Außerdem spiele natürlich auch immer die „menschliche Komponente“ eine Rolle. Im Notfall fällt dann die Orientierung in den großen Waldgebieten oft schwer. „Außerdem sind die Beteiligten in so einem Fall auch sehr aufgeregt“, so Reißner. Und genau hier greifen die Rettungstreffpunkte. 

Diese sind an sich nichts Neues, es gibt sie bereits seit den 1980er Jahren. Damals war es noch wichtig, dass die Punkte in der Nähe eines Fernsprechers waren. Im Zeitalter des Mobilfunks konnte man dann mehr in die Fläche gehen, erklärt Andreas Reißner. Rettungskräfte und Waldarbeiter besitzen Karten, in denen die Rettungspunkte eingezeichnet sind. Jetzt sollen die Punkte aber flächendeckend und für jedermann nutzbar gemacht werden. Vorbild dafür ist die Pilot-Region Main-Spessart, wo dieses System bereits praktiziert wird. 

30 solcher Punkte gibt es im Staatswald des Landkreises Landsberg. Jeder Punkt ist einzigartig, mit dem Landkreiskürzel „LL“ und einer Nummer versehen. Die Punkte liegen durchschnittlich 2,5 Kilometer voneinander entfernt. Der Servicestellenleiter rechnet außerdem damit, dass in etwa noch einmal genauso viele Punkte dazu kommen, welche sich in Privat- oder Kommunalwald befinden. Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte sollen alle Punkte dann im Internet für jeden zu sehen sein, beispielsweise im „Bayernviewer“, aber auch eine extra Kartenanwendung wäre laut Reißner denkbar. 

Das Ziel ist es außerdem, alle Punkte auch mit einem Hinweisschild zu kennzeichnen. „Das wird allerdings noch deutlich länger dauern“, erklärt der Forstmitarbeiter: „Ich rechne ungefähr mit Mitte nächsten Jahres.“ Das Problem bei der Aufstellung der Schilder ist vor allem, dass nur wenige Punkte auch auf Staatswald-Fläche liegen. Für den Landkreis Landsberg sind das gerade einmal drei der 30 Stellen. Für die anderen Schilder muss die Aufstellung nun erst einmal rechtlich geklärt und vertraglich geregelt werden. 

Eine weitere Erleichterung für das Auffinden der Rettungstreffpunkte ist eine Smartphone-App. Diese ist kostenlos für Android-Geräte erhältlich. Die Anwendung „Hilfe im Wald“ zeigt die Entfernung zum nächsten Rettungstreffpunkt an – unabhängig vom Mobilfunknetz über GPS. Bei Bedarf stellt die App auch per Knopfdruck die Verbindung zur Integrierten Rettungsleitstelle her. 

So werden die Treffpunkte auch für Menschen interessant, die den Wald zur Erholung nutzen wie beispielsweise Fahrradfahrer, Wanderer oder Reiter: „Wenn die Punkte alle draußen sind, können auch alle sie nutzen. In der Region Main-Spessart sind die Punkte sogar in Radwanderkarten eingezeichnet“, sagt Andreas Reißner dazu.

Astrid Erhard

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