Forum für Künstler aus ganz Europa

Die Töpfermarkt-Macher freuen sich auf den Markt und ganz besonders auf die Performance „Bread Head“. Eine Kostprobe gab es bereits bei der Pressekonferenz im Rathaus. (v.l. Marktleiter Wolfgang Lösche, Keramikkünstler Valentin Manz, Dokumentarfilmerin Christine Cynn und Bürgermeister Herbert Kirsch. Foto: Nagl

Der Dießener Töpfermarkt (17. bis 20. Mai) beginnt von Jahr zu Jahr an Bedeutung. Deutlich wird dies schon bei der Pressekonferenz im Vorfeld der Markttage, die im vergangenen Jahr ab Christi Himmelfahrt rund 60 000 Menschen in die Ammersee-Gemeinde lockten: Nicht allein aus dem Fünf-Seen-Land und dem Pfaffenwinkel sondern auch für überregionale Radio- und Fernsehsender und für Fachpublikationen nahmen Berichterstatter die Einladung der Marktgemeinde gerne wahr und versammelten sich im Rathaussaal. Und spannende Neuigkeiten gab es in Hülle und Fülle.

Besonders stolz ist Marktleiter Wolfgang Lösche auf die Tatsache, dass sich der Markt, der längst den Stellenwert einer anspruchsvollen Keramikmesse hat, zusehends verjüngt. Aufstrebende junge Keramikkünstler aus ganz Europa sehen hier das richtige Forum für ihre Arbeiten. Auch heuer sind zwölf neue Werkstätten aus Italien, Frankreich, Holland und Deutschland dabei. Da mit 150 Ausstellern eine Obergrenze erreicht worden sei, so Lösche, waren heuer altbewährte Aussteller bereit, für den Nachwuchs Platz zu machen. Zu den diesjährigen Innovationen zählt auch die interaktive Performance „Breadhead“ des charismatischen jungen Künstlers Valentin Manz (Bayern), in deren Verlauf Keramik, Wasser, Mehl, Holz und Feuer eingesetzt werden. Manz kennt den Dießener Markt bereits seit seiner Kindheit. Schon als die Wiege des Töpfermarktes noch im Keramikkabinett von Arthur Sudau an der Rotterstraße stand, begleitete er seinen Vater, den berühmten Keramiker Jörg von Manz an den Ammersee. In diesem Jahr backt er gemeinsam mit seiner Frau, der Dokumentarfilmerin Christine Cynn (USA), der Künstlerin Harriet Murray und dem Filmkünstler Neil Taylor (beide UK) unter Einbeziehung des Publikums Brotkopfidole aus Sauerteig in keramischen Backformen, die im Verlauf des Markts zu einer Ausstellung heranwachsen werden. Ab 24. Mai wird die Ausstellung als Nachklang des Marktereignisses in der Münchner „Färberei“ in der Claude-Lorrain-Straße 25 gezeigt. „Bread Head stellt die Idee des unantastbaren Kunstobjekts in Frage“, erzählt Manz mit ansteckender Begeisterung: „Unsere Brotköpfe sehen aus wie archäologische Funde au einer früheren Zeit. Aber anstatt für die Ewigkeit gemacht zu sein, kann man sie essen“. „Das keramische Bestiarium“ lautet heuer das Thema im zentralen Ausstellungspavillon. „Hier“, so Lösche, „können die Besucher all das finden, was die Aussteller eigens für den Markt an Tierdarstellungen geschaffen haben.“ Zum Spaziergang durch die Marktgemeinde lädt wieder der Keramikweg ein, der zu hochwertigen Sonderausstellungen und in die ein oder andere idyllisch gelegene, ortsansässige Werkstatt führt. Und er führt hinauf zum Traidtcasten neben dem Marienmünster, wo an Christi Himmelfahrt der begehrte Dießener Keramikpreis, gestiftet vom Rosenheimer Brennofenhersteller Helmut Rohde, vergeben wird. Dessen diesjähriges Motto „einfach gut“ ist für Marktleiter Wolfgang Lösche ein Thema, „dass die gute Form in seiner Vollendung zum Ziel hat“. Nebenan im historischen Taubenturm zeigt der Heimatverein die Ausstellung „Warme Stuben“, zusammengestellt von Heimatforscher Heribert Nehyda. Gezeigt wird Ofenkeramik aus fünf Jahrhunderten aus Dießen, Andechs und aus dem verschwundenen Dorf Ramsee.

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