Fotovoltaik nein, Lagerplätze ja – Antrag von Energiefirma abgelehnt, Pröbstls Holzlagerplätzen zugestimmt

Eine heftige Diskussion hat in der jüngsten Gemeinderatssitzung der Antrag der Energie-Speicher-Fuchstal GmbH ausgelöst, auf den bestehenden Bunkern im Tal hinter der Moosmühle eine Fotovoltaikdachanlage zu bauen. Prinzipiell begrüßten die Gemeinderäte, diese Technik als zusätzliches energiepolitisches Standbein – dennoch wurde der Antrag der Firma mit 12 zu vier Stimmen vom Rat abgelehnt. Bewilligt wurde dagegen ein Antrag der Firma Pröbstl, die zwei neue Holzlagerplätze nördlich und südlich ihres Areals errichten will.

Die Antragsteller, Wolfgang Weißensee und Wolfgang Michalke, führten vor dem Gemeinderat aus, dass die Trockenvergärungsanlage, wegen geänderter Richtlinien, in der ursprünglich geplanten Form nicht mehr möglich sei. Trotzdem hielten sie grundsätzlich an dieser Art der Energiegewinnung fest. Bisher habe die Firma bereits über 300000 Euro, aus eigener Tasche investiert, betonte Michalke. Es seien allerdings neue Planungen nötig, um den Änderungen gerecht zu werden. Die Nutzungserweiterung durch Fotovoltaik böte einen Ausweg, diese Planungen zu finanzieren. Bis zu fünf Meter hohe Pultdächer, sollen Richtung Süden auf die drei unteren Bunkerreihen montiert werden. Abgesehen von der landschaftlichen Beeinträchtigung, war die schiere Größe der Paneele Gemeinderat Norbert Kees ein Dorn im Auge. „Für mich“, brachte er seine Ablehnung vehement zum Ausdruck, „ist dieses Gelände eine Landschaft und kein Gebäude!“. Seine Haltung änderte Kees auch nicht, als Bürgermeister Erwin Karg klarstellte, dass das Areal wie ein grüner Hügel aussähe, es sich aber baurechtlich sehr wohl um ein Gebäude handele. „Bevor die Bundeswehr in den sechziger Jahren die Bunker da hingebaut hat, da war’s eine schöne Landschaft.“ Und außerdem, sei es dem Gemeindeoberhaupt lieber, ein solches Gelände für die erneuerbare Energiegewinnung zu nutzen, als wertvolle Ackerflächen zu diesem Zweck der Lebensmittelproduktion zu entziehen. Die Mehrheit der Gemeinderäte ließ sich nicht überzeugen und beschloss das Aus für den Solarstrom. „So wird wohl nichts damit, aus der Narbe, die der Bund geschlagen hat, etwas Positives herauszuholen“, erklärte Michalke. 1,5 und 0,8 Hektar groß Einem anderen Unternehmer im Fuchstal standen die Räte aufgeschlossener gegenüber. Die Firma Pröbstl, die fast 200 Menschen aus der Region Arbeit gibt, bekommt nördlich und südlich ihres Areals neue Holzlagerplätze. Auf der 1,5 Hektar großen nördlichen Fläche – bis 2014 nutzbar – stapeln sich, rund um ein mit Abstandsgrün zu schützendes Biotop, bald bis zu 10000 Kubikmeter Holz. Die südliche kleinere Fläche (0,8 Hektar) wird überwiegend für Langholz gebraucht. Annähernd 15 Lkw pro Tag liefern das Holz an, Nachtlieferungen soll es keine geben. Die nötigen Zufahrten seien vorhanden beziehungsweise würden ge- meind- licherseits gebaut. Die von der Unteren Naturschutzbehörde geforderten Ausgleichsflächen, 3700 Quadratmeter insgesamt, ließen sich in Welden einrichten. Einstimmig winkten die Räte die notwendigen Anträge durch.

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