Fragwürdige Entscheidungen

Stefan Strohofer (links) kam zwar gegen Aichach öfter zum Zug, doch sein Kopfballtor in der 50. Minute wurde nicht gegeben. Foto: Krivec

Mit einem ebenso ärgerlichen wie unnötigen Fehlstart meldete sich der TSV Landsberg aus der Winterpause in der Fußball-Landesliga zurück: Mit 0:2 (0:0) unterlag man zuhause dem Titelaspiranten aus Aichach und kassierte dabei zwei absolut vermeidbare Gegentore. Während die Gäste sich damit weiter in Richtung der Tabellenspitze aufmachen, droht der TSV langsam ein wenig den Anschluss an Rang acht zu verlieren, der zum Aufstieg in die neue Bayernliga Süd berechtigt.

Die Truppe von Sven Kresin war in der Pause auf mehreren Positionen verstärkt worden, drei Neuzugänge durften von Anfang an ran: Markus Happerger (kam aus Schwabmünchen) sorgte auf der linken Seite für viel Wirbel, Askin Ünlü (SV Lerchenau) im defensiven und Bajram Nebihi (TSV Ampfing) im offensiven Mittelfeld. Nebihi fand noch nicht richtig ins Spiel („er kann mehr“), mit Happerger und Ünlü war Kresin nach der Partie zufrieden. „Auch Bonfert hat unauffällig, aber sehr effektiv gespielt“, meinte der Trainer, „das war clever und intelligent.“ Insgesamt war Kresin, der diesmal nicht selbst spielte, mit seiner Truppe eigentlich zufrieden: „Gegen eine Mannschaft mit außergewöhnlichen und individuell starken Spielern waren wir 60 oder 65 Minuten besser, das ist in Ordnung.“ Vieles in der intensiven und hart umkämpften Begegnung spielte sich im Mittelfeld ab. Der Favorit aus Aichach hatte nach zwei Minuten die erste Chance (Heiland hielt gegen Brnadic), danach konnten die Gastgeber aber mehr und mehr die zahlreichen Zweikämpfe für sich entscheiden. Von den wenigen guten Gelegenheiten erarbeiteten sich die Landsberger dann sogar die Mehrzahl. Happerger scheiterte an Gästetorhüter Brunner (29.) und verzettelte sich vor dem Abschluss (78.), Nichelmann köpfte nach einer Ecke knapp über das Tor (34.). Nachdem sie vom TSV über 90 Minuten energisch bearbeitet wurden, kamen die Aichacher dagegen kaum noch zu Chancen. Kresin: „Normalerweise geht so ein Spiel 0:0 oder 1:1 aus.“ Dass es stattdessen am Ende 0:2 hieß, hatte mit einigen fragwürdigen Entscheidungen der Schiedsrichter zu tun, etwa, als Strohhofers Kopfballtor in der 50. Minute nicht gegeben wurde. Insgesamt ging die Niederlage aber zu großen Teilen auch auf die Kappe von TSV-Torhüter Tobias Heiland. Der stand nach 46 Minuten an der Strafraumgrenze, als Christian Poll von der Mittellinie eine Bogenlampe auf den Weg schickte. Heiland sah staunend zu, wie sich der Ball über ihn zum 0:1 ins Netz senkte. Warum der Keeper nicht mit voller Kraft zurückspurtete, konnte sich sein Trainer ebenso wenig erklären wie die Mannschaftskollegen und die 160 Zuschauer. „Ich war perplex, konnte nicht fassen, was ich gesehen habe“, so Kresin. Nicht mehr entscheidend, aber fast ebenso unglücklich war der zweite Gegentreffer in der Nachspielzeit. Ein Freistoß aus spitzem Winkel rutschte im kurzen Ecke unter Heiland zum 0:2 durch. Für Kresin ist klar, „dass ich mir auf der Torwartposition Gedanken mache, das waren nicht die ersten Fehler.“ Der Trainer hofft jetzt, dass sich Keeper Markus Obermayer so schnell wie möglich im Training wieder anbietet – der junge Vater war zuletzt beruflich stark eingespannt. Für die nächsten Spiele wird man einen starken Rückhalt brauchen. Am kommenden Wochenende geht es nach Eching, danach warten mit Fürstenfeldbruck und Wolfratshausen zwei direkte Konkurrenten um Platz acht, auf den der TSV jetzt vier Punkte Rückstand hat. Kresin spricht Klartext: „Weiter dürfen wir nicht zurückfallen, wenn wir unsere Ziele noch erreichen wollen. Es sollte jedem klar sein, um was es geht.“ Vorgabe für diese drei Partien sind „Minimum sieben Punkte“. Ob Kresin selbst wieder spielt, lässt er offen. „Wenn ich glaube, helfen zu können, werde ich das tun. Im Moment denke ich aber, die Mannschaft funktioniert gut und hat die Klasse für die Landesliga. Und von draußen sehe ich doch immer zwei, drei Dinge mehr als auf dem Feld.“

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