Im freien Fall

Ließ nach der jüngsten Pleite ordentlich Dampf ab: TSV-Trainer Sven Kresin. Foto: Krivec

Immerhin herrscht jetzt Klarheit beim TSV Landsberg: Der Fußball-Landesligist steckt spätestens seit dem 0:4 in Burghausen in einer handfesten Krise. „So emotionslos, ohne Herz, ohne Willen, ohne Zweikampf verlierst du auch in Apfelhausen“, kommentierte Spielertrainer Sven Kresin die erneute Pleite, mit der aus den letzten drei Spielen ein Torverhältnis von 0:14 zu Buche steht. „Erschreckend, wie Salemovic und Bonfert gespielt haben“, befand sogar Wacker-Coach Mario Demmelbauer über die eigentlich starken Mittelfeldkräfte der Gäste.

Über die Gründe für den Absturz darf gerätselt werden. Immerhin standen die Landsberger drei Spieltage lang an der Tabellenspitze und kaum jemand bezweifelt ernsthaft, dass die Mannschaft die Qualität hat, unter die ersten Acht zu kommen, die sich für die neue Bayernliga qualifizieren. Dennoch setzte es an Kresins alter Wirkungsstätte wieder vier Stück und vor allem das Zustandekommen der Treffer ärgerte alle beim TSV. „Wir kassieren die Tore aus Standardsituationen, weil wir einfach den Ball nicht wegbekommen“, so Torhüter und Kapitän Markus Obermayer. „Da stimmt einfach die Zuteilung nicht.“ Der 32-Jährige fasst die Probleme seines Teams bündig zusammen: „Hinten spielen wir miserabel und vorne bringen wir die Bälle nur bis an den Strafraum, dann bringen wir nichts mehr zusammen.“ Den stark kritisierten Innenverteidiger Sebastian Nichelmann nimmt er in Schutz. „So, wie wir uns alle elf defensiv verhalten haben, ist der Basti sicher nicht alleine schuld, da ist es fast schon egal, wer spielt.“ Kresin war nach der jüngsten Niederlage ebenfalls bedient. „Die Frage ist doch: kann ich es schaffen, mich bei vier Standards wenigstens so weit zu konzentrieren, dass ich im Zweikampf meinen Mann stehen kann. Die Spieler haben wirklich jede Information, die man über den Gegner braucht und suchen dann seit Wochen doch nur Entschuldigungen und schieben die Verantwortung auf andere ab. Uns fehlen im Moment die Führungsfiguren.“ Durchaus ein Grund für den 34-Jährigen, über sein Engagement nachzudenken. „Wir müssen die Einstellung wieder finden, als Team aufzutreten. Derzeit nehmen einige das Ganze nicht so ernst, wie ich das vorlebe“, so Kresin. „Abteilungsleiter Hintermeier und ich sind uns einig, dass es in der Defensive so nicht weitergeht. Wenn man die Tore so kassiert, wie wir am Sonntag, hat man in dieser Liga keinen Auftrag.“ Kresin geht noch weiter: „Wenn das Feuer nicht zurückkehrt, das wir in Spielen wie gegen Gersthofen oder Aichach gezeigt haben, bin ich vielleicht tatsächlich der falsche Mann hier.“ Von einer Krise zwischen Mannschaft und Trainer kann allerdings laut Kapitän Obermayer nicht die Rede sein. „Ich und auch Co-Kapitän Sebastian Bonfert kooperieren jetzt eher noch enger mit dem Trainer, unser Verhältnis ist nach wie vor gut. Er ist eben sehr professionell. Klar, dass er jetzt frustriert ist, aber das sind wir alle.“ Das wird vermutlich auch für das Training in dieser Woche gelten. Obermayer: „Wir haben zwar auch in den letzten Wochen gut trainiert und hatten auch eine hohe Trainingsbeteiligung. Aber ich schätze mal, wir werden jetzt viel Defensivverhalten üben. Irgendwie müssen wir aber auch sehen, dass wir den Spaß am Fußball wieder finden.“ Ob das gelingt, ist dann bereits am Freitag zu sehen. Um 18:30 Uhr gastiert der TSV Kottern im Hacker-Sportpark und bringt als Visitenkarte einen 6:1-Kantersieg gegen Unterföhring am vergangenen Wochenende mit. Das ist für Obermayer aber zweitrangig. „Ohne Laufbereitschaft verliere ich in jeder Klasse und in der Landesliga muss ich sowieso immer 120 Prozent bringen, egal wer kommt. Wir müssen jetzt die Arschbacken zusammenkneifen, es muss ein Erfolg her.“ Er selbst wird das voraussichtlich aber nur von der Bank aus beobachten. Nach Kresins Prinzip der Torhüterrotation dürfte am Freitag wieder Tobias Heiland im Tor stehen. „Wir sind beide in guter Verfassung und wollen spielen, der Trainer hat das so entschieden, damit muss ich mich jetzt eben anfreunden“, nimmt es Obermayer sportlich.

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