Handwerker sind gefragt

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Die Bühne der Aula der Berufsschule Landsberg war fast zu klein, um die Besten des Jahrganges zu ehren. Kreishandwerksmeister Michael Riedle (vorne rechts) überreichte Staatspreise und die Bestenpreise der Banken.

Landsberg – Es gab ihn wieder, den jährlichen „Freispruch für alle“. 241 junge Menschen, darunter 62 Handwerker, haben in der Aula der Staatlichen Berufsschule mit dieser alten Tradition den Abschluss ihrer Berufsausbildung. Eingeladen dazu hatte die Kreishandwerkerschaft Landsberg.

Nicht nur für die frisch gebackenen „Junggesellen und Junggesellinnen“ war es ein großer Tag. Auch Kreishandwerksmeister Michael Riedle konnte vor den vielen Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft die Bedeutung des Handwerks für die Region präsentieren. Riedle nutzte aber auch die Gelegenheit, Werbung für den Nachwuchs zu machen. „Im Handwerk werden Fachkräfte immer dringender gesucht“. Anders als bei der „Generation Praktikum“ der Studenten müssten sich Handwerker keine Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen. „Gute Handwerker werden auch in Zukunft gebraucht“, betonte Riedle.

Unterstützung erhielt er dabei von Landrat Thomas Eichinger, der in seinem Grußwort auch die Hoffnung zum Ausdruck brachte, dass viele der Absolventen dem Landkreis treu blieben. „Sie erleben spannende Zeiten“, gab Eichinger dem Nachwuchs mit auf den Weg. Internet und Mobilfunk hätten auch die Berufe im Handwerk verändert.

Michael Riedle hatte sich für die Freisprechungsfeier etwas Neues einfallen lassen. Mit Johannes Bernlochner holte er einen frisch gebackenen Nachwuchszimmerer auf die Bühne. In Interviewform gab es aus Sicht der Nachwuchshandwerker Antworten auf viele Fragen, unter anderem ob das Handwerk „verstaubt“ sei. Schlagfertig antwortete Bernlochner, „verstaubt sei man nur bei der Arbeit“.

„Ihr prägt das Image unseres Berufsstandes mit“, sagte der Kreishandwerksmeister und gab gleich eine Reihe von Tipps. Die Kunden würden ein sauberes Erscheinungsbild der Handwerker ebenso erwarten wie Pünktlichkeit und höffliche Umgangsformen.

Großes Lob für das Engagement der Lehrkräfte der Beruflichen Schulen Landsberg (BSL) konnte dessen Leiter Dietmar Bauer entgegennehmen. An den BSL gab es in diesem Jahr drei Klassen für „Jugendliche ohne Ausbildungsplatz“ (JoA), eine Klasse des Berufsvorbereitungsjahres und eine Klasse des Berufsintegrationsjahres für junge Menschen mit wenig Deutschkenntnissen, darunter viele Asylbewerber.

Ehre für die Besten

„Viele Länder beneiden uns um das duale Ausbildungssystem“, sagte Bauer. Ihm oblag es, die Staatspreise für die Besten des Jahrganges zu überreichen. Insgesamt haben 38 Ab-solventen mit einer Note besser als 1,5 abgeschlossen. Dazu gab es traditionell die Bestenpreise der Banken, die gemeinsam von Sparkassendirektor Roland Böck und VR-Bank-Vorstand Stefan Jörg überreicht wurden.

Besonders geehrt wurden von der Landsberger Kreishandwerkerschaft auch noch die Innungssieger. So konnte für die Bau-Innung Maximilian Bauer den Ehrenpreis entgegen nehmen, bei den Friseuren schnitt Marina Munk als Beste ab. Bei den Schreinern siegte Thomas Oechsle und bei den Zimmerleuten Martin Aumüller. Johannes Bernlochner lieferte das beste Gesellenstück ab und wurde dafür ebenfalls besonders geehrt.

Siegfried Spörer

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