Über 500 Mal im Einsatz

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Zweite Bürgermeisterin Doris Baumgartl ehrte Richard Wegele und Thomas Sirch (rechts) für zehn Jahre aktive Mitgliedschaft bei der freiwilligen Feuerwehr Landsberg.

Landsberg – Der letzte Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Landsberg im vergangenen Jahr war am Heiligabend um 22 Uhr: „Bei uns gibt es keine Out-of-office-Meldung“, betonte der erste Vorsitzende Robert Peez. Gerade deshalb brauche die Freiwillige Feuerwehr Wertschätzung und Anerkennung. Die bekam sie dann auch bei der Jahreshauptversammlung in der ersten Januarwoche durch acht Stadträte und Bürgermeisterin Doris Baumgartl.

Das Jahr 2015 verlangte der Feuerwehr viel ab: Erster Kommandant Christian Jungbauer zählte insgesamt 574 Einsätze, der Hauptteil davon technische Hilfeleistungen. Die Feuerwehr half beim Sturm Niklas und beim Starkregen im August, sie stand beim Brand in Hurlach im Januar und bei Verkehrsunfällen zur Seite.

Zusätzlich dürfe man auch nicht die Einsatzzeit für Übungen und Ausbildungen vergessen: Alles zusammen „kommen wir auf über 10.000 Stunden, also pro aktivem Mitglied 20 Arbeitstage, die man von zu Hause weg ist“, rechnete Jungbauer vor: „So eine hohe Einsatzzahl hatten wir zuletzt beim Hochwasser 2002; hoffentlich wird es heuer weniger.“

Im Moment hat die Freiwillige Feuerwehr 185 Mitglieder, davon 71 Aktive. Allerdings ist der Anteil der weiblichen Feuerwehrleute mit sechs aktiven Mitgliedern weiterhin sehr gering. Im Vergleich zu vorigen Jahren entwickelte sich die Mitgliederzahl eher negativ: Gab es früher oft doppelt so viel Eintritte wie Austritte, schlug das Jahr 2015 mit fünf Eintritten und elf Austritten zu Buche. Insgesamt gab es sechs Beförderungen und weitere Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft: Richard Wegele und Thomas Sirch sind seit zehn Jahren aktiv dabei, das silberne Ehrenkreuz für 25 Jahre aktive Dienstzeit erhielten Marko Bärwolf, Max Krumm, Günter Sedlmair und Hendrik Vockamm.

Sieben Anwärter

Auch die Jugendarbeit kam nicht zu kurz: Jugendwart Markus Riegg wies besonders auf den 24-Stunden-Dienst hin, an dem gut 30 Jugendliche dauerhaft in Einsätzen geprüft wurden: „Wir probieren zur Jugendwerbung immer mal wieder was Neues aus“, dennoch sei es bei dem in Landsberg vorhandenen Angebot an Vereinen und Sportarten schwierig, neue Mitglieder zu gewinnen. Zu Beginn des vergangenen Jahres habe man 17 Anwärter gehabt, von denen sechs zum aktiven Dienst wechselten. Jetzt seien es nur sieben Anwärter, „aber die sind sehr aktiv“, tröstete Riegg.

Trotz zahlreicher Einsätze wolle man kein Konkurrent des Dienstbetriebs werden, betonte Peez: „Es geht darum, einen Raum für Kameradschaft zu bieten. Wir müssen attraktiv bleiben, das Mitmachen muss erstrebenswert sein.“ Bei der Mitgliederwerbung „muss die Stadt die Feuerwehr unterstützen“, forderte auch der Feuerwehrreferent des Stadtrates, Georg Krackhardt (UBV): Zumindest könne man doch mal alle 14-Jährigen mit einem Schreiben auf die Mitgliedschaft bei der freiwilligen Feuerwehr aufmerksam machen.

Steuerfrei?

Bürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) bedankte sich bei der Feuerwehr, die „wie das Rathaus zu einer Stadt gehört“. Sie habe gelesen, dass ein römischer Kaiser die Feuerwehrmitglieder von Steuerzahlungen befreit habe – dieser Idee stimmten alle Anwesenden mit stürmischem Applaus zu. Das ginge leider nicht, fuhr die zweite Bürgermeisterin fort, „aber immerhin wird es 2016 ein neues Löschtruppenfahrzeug geben“.

Susanne Greiner

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