12.320 Stunden für andere da

Freiwillige Feuerwehr Landsberg zieht Bilanz für 2018

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2018 war jeder Feuerwehrler rund 131 Stunden im Einsatz.

Landsberg – Es läuft bei der Freiwilligen Feuerwehr Landsberg. Bei der Jahreshauptversammlung ließen die Anwesenden 2018 nochmals Revue passieren. Und es schien Einigkeit darüber zu herrschen, dass es ein durchaus erfolgreiches Jahr war. Am Ende des Abends gab es allerdings doch noch Kritik – jedoch nicht an der Feuerwehr.

Insgesamt 620 Einsätze und Übungen absolvierten die 94 Floriansjünger im vergangenen Jahr. Rechnet man die einzelnen Stunden zusammen, kommt man auf die stolze Summe von 12.320 Stunden. Das entspricht pro Mitglied immerhin 131,1 Stunden, die die Ehrenamtlichen investiert haben. Dass das nicht selbstverständlich ist, weiß auch Oberbürgermeister Mathias Neuner. Er bedankte sich bei den Feuerwehrlern für ihren Einsatz: „Ich bin stolz auf meine Feuerwehr.“ Die Gesellschaft werde oft kritisiert: zu Ich-bezogen, kein Verständnis. „Aber das glaube ich nicht. Wenn´s ernst wird, ist man füreinander da.“ Die Feuerwehr sei ein leuchtendes Beispiel dafür. Das habe man nicht zuletzt beim gerade überstanden Schneechaos sehen können. 140 Feuerwehrleute aus dem Landkreis haben sich auf nach Miesbach gemacht, um einen ganzen Tag lang Dächer freizuschaufeln.

Aber wie bekommt man genug Nachwuchs, um das alles leisten zu können? Die Feuerwehr hat 2018 mit Unterstützung der Stadt Landsberg ordentlich die Werbetrommel für sich gerührt. Das Ergebnis: Die Floriansjünger konnten sechs junge Menschen in ihren Reihen willkommen heißen. Damit ist Jugendwart Richard Wegele zufrieden. Er habe sich allerdings gewünscht, auch andere Personengruppen, wie zum Beispiel ‚Zuagroaste‘ oder auch Wiedereinsteiger, für den Dienst gewinnen zu können. „Das hat leider nicht geklappt, aber wir gehen das heuer nochmal an.“

Neben dem Rückblick auf das vergangene Jahr standen bei der Jahreshauptversammlung auch die obligatorischen Wahlen an. Alter und neuer 1. Vorstand ist Robert Peez. Auch beim Stellvertreter hat sich nichts geändert. Hendrik Vockamm wurde mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt. Ein neues Gesicht gibt es bei den Vertrauensleuten. Mario Novy wurde von seinen Kameraden gewählt und Katharina Kemény darf nach einer Stichwahl auch nochmal ein Jahr dranhängen. Bei den Kassenprüfern hat sich nichts getan. Es sind weiterhin Walter Eberl und Helmut Rodermund, die ein Auge auf die Kasse haben.

Natürlich gab es auch wieder Ehrungen. Den Ehrentaler in Bronze für zehn Jahre bei den Floriansjüngern hat Theresa Lichtenstern erhalten. Mit Silber, und damit für 20 Jahre Engagement geehrt wurden Florian Buck, Werner Freiberger, Christian Münch. Ein Vierteljahrhundert mit dabei ist Helmut Pflanzl. Auch er wurde gewürdigt.

Nachdem der Abend schon fast gelaufen war, ergriff Michael Kemény, förderndes Mitglied der Feuerwehr, das Wort. Seit etwa einem Jahr treibe ihn etwas um. Es nehme Überhand, dass die Kameraden bei Einsätzen von Gaffern beleidigt und sogar bedroht werden. „Wir sind da nicht zum Spaß draußen.“ Man müsse sich überlegen, wie man präventiv gegen Schaulustige vorgeht, die die Arbeit der Einsatzkräfte behindern. Aber nicht nur der gemeine Bürger wurde von Kemény kritisiert. Auch an die anwesenden Vertreter der Stadt richtete er sein Wort. Seiner Meinung nach werden die Menschen, die 365 Tage im Jahr für die Bürger bereit sind, nicht genug von der Stadt wertgeschätzt. Stattdessen verleihe man die Ehrungen nur intern. Die wohl schärfste Kritik brachte Kemény gegen Georg Krackhardt (UBV) vor. Dem Feuerwehrreferenten, der als Bindeglied zwischen Feuerwehr und Stadt fungiert, warf er vor: „Wer sich eineinhalb Jahre bei der Feuerwehr nicht blicken lässt, ist für mich nicht Referent für Feuerwehr und Katastrophenschutz.“ Allerdings betonte Kemény, dass das seine persönliche Meinung und nicht die der Feuerwehr im Allgemeinen sei.

Heinrich Pflanz, seit rund 60 Jahren Mitglied, widersprach Kemény. Was die Gaffer anbelange, sollte man das nicht überbewerten. „Es sind Einzelfälle und die hat´s früher schon gegeben.“ Außerdem solle man sich nicht in eine Opferrolle reindiskutieren. „Das haben wir nicht nötig.“ Die restlichen Anwesenden quittierten das mit Applaus. Auch bei der Kritik gegen die Stadt widersprach Pflanz. Die Zusammenarbeit sei gut und „es hat noch nie so viel Anerkennung von Seiten der Stadt gegeben“. In den letzten Jahrzehnten hätte sich da einiges getan. 1. Vorsitzender Robert Peez pflichtete dem bei. Die Stadträte zeigten an der Arbeit der Feuerwehr bei Gesprächen immer wieder Interesse. Und Krackhardt habe zuvor auch erklärt, wann er Zeit habe und wann nicht. Den Vorwurf, er sei nie da, wies Peez zurück.

Stephanie Novy

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