Die Dauerausstellung im Visier

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Geht es nach „Frankonzept“ bliebe das Neue Stadtmusuem Landsberg am Standort Von-Helfenstein-Gasse. Das letzte Wort ist hier allerdings noch nicht gesprochen.

Landsberg – Eigentlich ist der „Freundeskreis der städtischen Museen Landsberg“ mit dem Ergebnis der Stadtratssitzung zur Standortfrage des Neuen Stadtmuseums zufrieden. „Sonia Fischer hat die Sitzung freudestrahlend verlassen“, berichtet Vorsitzende Ruth Sobotta auf der Jahreshauptversammlung. Gleichwohl sei man „leicht entsetzt“, dass beschlossen wurde, den Standort Schlossberg noch nicht fallenzulassen. Die Ergebnisse des geplanten Ideenwettbewerbs könnten sicher den jetzigen Standort zusätzlich festigen.

Das Gutachten der Würzburger Kulturagentur Frankonzept favorisiere, wie im KREISBOTEN berichtet, den jetzigen Standort, betonte Museumleiterin Sonia Fischer: „Das Gebäude wird als Bewahrer des städtischen Erbes und der städtischen Identität gesehen.“ Sie werde nun einen Ideenwettbewerb mit entsprechenden Anforderungen ausschreiben, darunter auch die Barrierefreiheit, die sowohl Stadtrat als auch 30 Prozent der Bürger forderten.

Kein Exponat für die Dauerausstellung: Der Jeep, den Museumsleiterin Sonia Fischer (rechts) für die Cash-Ausstellung geliehen hatte.

Das Wettbewerbsergebnis inklusive Kostenvoranschlag erwartet Fischer bis Ende dieses Jahres. „Ganz vorsichtig angedacht dürfte die Ausschreibung 2018 stattfinden, der Umbau frühestens 2019.“ Die nötigen Fördergelder sollen wie schon beim Herkomermuseum durch eine „konzertierte Aktion der Bürgerschaft, der Wirtschaft und der Vereine“ akquiriert werden, sodass der Hauptförderbetrag nicht unbedingt bei der Stadt liegen müsse. Die Landesstelle für nichtstaatliche Museen unterstütze die Akquise, finanziellen Beistand erhoffe man sich auch vom Amt für Denkmalpflege.

Ein weiteres Problem sei das Damoklesschwert, das über dem Museumsdepot auf dem Areal der ehemaligen Lechrainkaserne schwebe. Laut Fischer werde 3C-Carbon das Gelände nach Ablauf der vertraglich festgelegten Frist sehr wahrscheinlich von der Stadt abkaufen. Man hoffe, dass mit dem Erlös ein neuer Lagerplatz gefunden werden könne. Dennoch sei es schade, diesen „idealen Platz“ aufgeben zu müssen.

Das aktuelle Jahr im Neuen Stadtmuseum ist bereits durchgeplant: Am 31. März eröffnet die Ausstellung „Jesuitenmission in China“, eine aus Ingolstadt stammende Sammlung, die jetzt an Landsberg adaptiert wurde. Und am 1. Juni startet in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr die Ausstellung „Servus Transall“, die die Geschichte des in der Auflösung befindlichen Penzinger Luftransportgeschwaders 61 zum Inhalt hat. Führungen wird es dann auch auf dem Fliegerhorst geben, die Eröffnung jedoch findet im Landsberger Rathaus statt. Die letzte Ausstellung 2017, „Schätze des Museum“, sei eine „Vorschau auf die Leitexponate der Dauerausstellung“, sagt Fischer. Und eignet sich sicher auch für die Sponsoren-Akquise.

Personell wird sich im Freundeskreis Ende des Jahres eine Änderung ergeben: Der stellvertretende Vorsitzende Hans-Jürgen Tzschaschel wird sein Amt niederlegen – guten Gewissens, denn finanziell ist im Verein die Welt in Ordnung. Moment liegen knapp 7.800 Euro auf dem Konto. Die Sachspenden an das Stadtmuseum umfassten 2016 einen Wert von gut 5.100 Euro, hauptsächlich für eines der Leitexponate der Dauerausstellung, die Jukebox, die nun bereits im Neuen Stadtmuseum steht – und auch laufen muss, um nicht Staub anzusetzen. Das macht das Arbeiten doppelt schön, wie man hört: „Meine Mitarbeiter haben heute schon getanzt“, lacht Fischer.

Susanne Greiner

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