Friseure im Umbruch

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Mit Blumen und einem Mitgliedsantrag gratulierte Friseurobermeister Karlheinz Dittler den jungen Müttern Melanie Frey (links) und Sabine Valier (rechts).

Landsberg – Das Verschwinden der Friseurberufsschule Landsberg hat Obermeister Karlheinz Dittler kürzlich auf der Jahreshauptversammlung der Friseurinnung beklagt. Im Mittelpunkt des Abends standen zudem die damit einhergehende Neuausrichtung sowie der neue Mantel­- tarifvertrag und die neuen Ausbildungsvergütungen.

Schon die Jahre zuvor hatte Dittler immer wieder auf die sinkenden Azubi-Zahlen hingewiesen, weil es schlicht zu wenig Ausbildungsplätze gab. Eben das führte dann zur Verlegung der Berufsschulklassen nach Fürstenfeldbruck – „2012 für das erste und zweite Ausbildungsjahr und heuer für alle Friseur-Azubis“.

In diesem Zusammenhang blickte Karlheinz Dittler noch einmal zurück. Vor fast 60 Jahren hätten Badermeister Hackner und Obermeister Anton Muschaweckh in langer Vorarbeit eine „Fachschule für Friseure vor Ort“ in der Lechstadt auf den Weg gebracht. 1961 erhielt die Friseurschule von der Stadt Landsberg 3000 Mark für das Herzstück der Klasse, eine moderne Waschtoilette samt Spie­gelfront und „zur Begeisterung der damaligen Praxislehrer Muschaweckh und Ganz­horn sogar mit laufenden kalten und warmen Wasser“.

60 Jahre später müsse die Friseurinnung nun neue Wege gehen und die Erkenntnisse dar­aus nutzen. „Durch die Beschulung in Fürstenfeldbruck haben die Azubis zwar einen längeren Anfahrtsweg, sie können aber auch von dem Kompetenzzentrum mit sehr gut ausgebildeten Fachlehrern profitieren.“ Auch Melanie Frey, Vorsitzende für die Gesellenprüfung, bestätigte die gute Zusammenarbeit mit Fürstenfeldbruck.

Als weiteren Pluspunkt sieht Dittler die Tatsache, dass Fürstenfeldbrucks Obermeister Josef Wieser seit vergangenem Jahr ein Friseurgeschäft in Landsberg führt und der hiesigen Innung beigetreten sei. Dadurch ergebe sich auch eine direkte Zusammenarbeit mit den Friseuren im Nachbarlandkreis. Das unterstrich Wieser auf der Jahreshauptversammlung, als er in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit beim Landesinnungsverband (Vorsitzender für Wirt­schaft und Soziales) den neuen Entgelt-Tarifvertrag erläuterte. Schon im alten Tarifvertrag sei Bayern in der Lohnzahlung an der Spitze und fordere die Allgemeinverbindlichkeit für ganz Deutschland. Bei der Ausbildungsvergütung seien ebenfalls „deutliche Steigerungen“ vereinbart, die in einem Drei-Jahres-Plan umzusetzen seien.

Landsbergs Kreishandwerksmeister Michael Riedle beeindruckte die Leistungsbereit­ schaft der Friseure bei der Ausbildungsmesse Landsberg und warb für die Teilnahme in diesem Jahr – sie findet in Kaufering statt. Riedle: „Das Hand­werk braucht gute Ausbildungsbetriebe und Leistungsbereite Auszubildende“.

Zum Ende der Versammlung präsentiert Obermeister Karlheinz Dittler noch deutliche Zahlen zum Ausbildungsstand: „17500 Azubis weniger, 34 Prozent weniger Ausbildungsstätten und das bei einem deutlichen Zuwachs von neuen Ge­- schäften – 50 Prozent der Betriebe haben keine Mitarbeiter mehr.“ Der große Umbruch sei im Friseurhandwerk deutlich zu spüren – „auf der einen Seite die Bereitschaft, guten Mitarbeitern auch guten Lohn zu versprechen, auf der anderen Seite Billiganbieter, die alle Vereinba­rungen untergraben.“

Die freudige Überraschung am Rande der Hautpversammlung aber war die „Neumitgliederwerbung“: Im Namen der Innung gratulierte Obermeister Dittler Melanie Frey zur Geburt der Tochter Sara und Sabine Valier zum Sohn Dominic. Für beide gab es neben einem Blumengruß noch einen Mitgliedsantrag. Dittler würdigte zudem die Ehrenmedaille des Zentralverbandes an die Familie Höss aus Landsberg für fast 100 Jahre Ehrenamt. Anerkennende Worte fand der Obermeister auch für die Betriebe von Günther Beier und Helmut Ehle, die ihr 30- beziehungsweise 25-jähriges Betriebsjubiläum feierten.


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