"Wir bemühen uns wirklich!"

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„Zum Glück hat Landsberg das Thema Energiewende so hoch gehängt“, lobte Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Alex Dorow (links) beim Frühjahrsempfang der CSU Landsberg im Rathausfestsaal

Landsberg – Die Umsetzung der Energiewende hatte der Landtagsabgeordnete Alex Dorow als Hauptredner beim Frühjahrsempfang der Landsberger CSU zum Thema erkoren, Ortsvorsitzender Mathias Neuner kam in seinen einleitenden Worten als Oberbürgermeister am Thema Finanzen erwartungsgemäß nicht vorbei.

„Natürlich macht es mehr Spaß, wenn man Handlungsspielraum hat“, sagt Neuner, „aber zurzeit geht es leider darum, sich den unangenehmen Aufgaben zu stellen.“ Die Unmutsbekundungen ser Bürger sieht er nicht zu kritisch: „Im gemeinsamen Jammern kommen wir auch ge­meinsam wieder vorwärts.“

Der geladenen Prominenz im Rathausfestsaal, darunter der Standortälteste Klaus Schuster und die beiden Bankchefs Thomas Krautwald (Sparkasse) und Klaus Schmalholz (VR-Bank) sagte Neuner aber auch: „Trotz aller Probleme, es macht Spaß und ich mache es gerne.“ Dabei lässt er sich auch von Anfeindungen nicht irritieren. „Ich hatte erst gestern zuhause wieder einen Brief im Briefkasten, der war sehr persönlich und nicht schön.“ Überraschend kommt das für ihn aber offenbar nicht. „Ich habe ja beim Amtsantritt gesagt, dass ich mich erst einmal unbeliebt machen werde. Glauben Sie mir, wenn ich durch die Stadt gehe, fällt mir auf, dass mir das gelungen ist.“

Seinen Gästen gab Neuner auch Einblick in die Arbeit, die für das kommende Jahr ansteht und auch dabei gab es nichts Unerwartetes. „Der kommunale Prüfungsverband ist bei uns Dauerkunde. Wir werden die Jahresabschlüsse nachholen und ich möchte das Ergebnis des aktuellen Organisationsgutachtens möglichst eins zu eins umsetzen.“ Zudem gelte das Augenmerk vor allem der Sanierung der Landsberger Stadtfinanzen. „Der Landrat hört ja heute zu, deswegen sage ich es so deutlich: Wir bemühen uns wirklich“, so Neuner, der sich bei Walter Eichner für die „konstruktive Zusammenarbeit“ bedankte. „Gemeinsam werden wir Landsberg wieder auf gesunde Beine stellen.“

Eichner gibt Nachhilfe

Den Ball nahm der Landrat gerne auf, obwohl er „zum Haushalt eigentlich nicht viel sagen“ wollte: „Es war auch uns klar, dass wir in Landsberg das Licht nicht ausschalten und die Kultur nicht von 100 auf Null herunterfahren“, so Eichner, der sich aber einen augenzwinkernden Seitenhieb auf den Haushaltsreferenten, der „gute Noten vom Landratsamt“ entdeckt hatte, nicht verkneifen konnte. „Was der Unterschied zwischen einem ,gut‘ und einer ,vier minus‘ ist, erkläre ich Harry Reitmeir dann nachher bei einem Glas gerne unter vier Augen.“

Auch bei Eichner spielte das Thema Energie in seinem Bericht eine große Rolle. Das Klimaschutzkonzept sei aus den Kinderschuhen heraus, nach der zweiten Klimaschutzkonferenz im April wolle man es voraussichtlich im Oktober im Kreistag beschließen. „Wir brauchen hier alle im Boot“, so der Landrat, „es ist gut, dass wir im Landkreis Landsberg schon sehr breit aufgestellt sind. Ich bin auch sehr zuversichtlich, dass die Banken da mitmachen, damit wir die Wertschöpfung möglichst bei uns im Landkreis behalten.“

Alex Dorow, Mitglied der Energiekommission im Bayerischen Landtag, befand ebenfalls, dass „Landsberg das Thema Energiewende zum Glück sehr hoch gehängt hat, das kann man nicht von allen Landkreisen sagen.“ Dass man inzwischen im Freistaat über ein Drittel der Energie aus regenerativen Quellen beziehe, sei „ein Grund, stolz zu sein, aber kein Grund, sich auszuruhen.“ Dem Vorhaben, auch energieintensive Betriebe mit der EEG-Umlage zu belasten, erteilte er ebenso eine Absage wie einer zentralen staatlichen Behörde für die Energiewende. „Leider ist der Bund da etwas von seiner Linie abgerückt, im Moment geht es in einigen Berei­chen im Laufschritt in die Sackgasse Planwirtschaft.“

Von den Schwierigkeiten bei der Umsetzung vor Ort wusste auch Mathias Neuner ein Lied zu singen, nicht ohne einen aktuellen Bezug herzustellen. „Jeder will die Wende, aber kein Windrad vor seinem Haus. Jeder sagt, die Subventionen sollen gekürzt werden, aber wenn ich dann einem seine Subventionen kürze, sammelt er Unterschriften.“

Wie Neuner den Empfang mit einem Rückblick begonnen hatte („Da waren wir in der Woche zwischen Wahl und Stichwahl, da hatte ich nicht viel geschlafen.“), beendete er ihn mit einem Ausblick – bekanntlich sind im März 2014 Kommunalwahlen. „Die Zusammensetzung des Stadtrates ist mir ganz wichtig“, so Neuner. „Wir brauchen für die CSU eine gute und konsequente Truppe, die zusammenhält, an einem Strang zieht und gemeinsam die Lösungen findet, die wir brauchen.“

Walter Eichner, der selbst insgeheim als Kandidat gilt, wurde in Richtung des politischen Gegners etwas deutlicher: „Wir müssen schauen, dass das bürgerliche Lager wieder gestärkt wird. Da brauchen wir in Landsberg den Herrn L.H. nicht. Der soll anderswo Olympia verhindern.“

Christoph Kruse

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